„Wolchow“ ("Kommuna"), der schwimmende Dinosaurier der russischen Marine

Wassilij Batanow/Sputnik
Dies ist das älteste, noch heute in Dienst stehende Kriegsschiff der Russischen Marine. Im Unterschied zu den meisten ihrer moderneren „Kameraden“, wurde die „Wolchow“ (heute "kommuna") noch im zaristischen Russland gebaut – vor 105 Jahren.

Kaum zu glauben, aber dieses 105 Jahre alte Schiff gehört noch heute zum aktiven Teil der Russischen Marine. Der Bau wurde 1912 – also immerhin noch fünf Jahre vor der Revolution 1917 – beendet, zu Wasser gelassen wurde die „Wolchow“ (heute „Kommuna“) dann ein Jahr später und 1915 wurde sie in Dienst der Baltischen Flotte gestellt.

Die Konstruktion ist in der russischen Schiffsbaugeschichte einmalig: Dank des besonderen Stahls, die das Bauunternehmen Putilow damals ausgewählt hatte, ist die „Kommuna“ heute, ein Jahrhundert später, noch immer einsatzfähig. Leider ist die Bautechnik im Wirrwarr aus Revolution und Bürgerkrieg verloren gegangen.

Die “Wolchow” war zunächst nicht zum Einsatz in Seeschlachten gedacht gewesen und trug darum ursprünglich keine Waffen. Hauptaufgabe des Katamaranschiffs war vielmehr die Bergung in Seenot geratener U-Boote im offenen Meer.

Während des Ersten Weltkriegs diente die “Wolchow” als schwimmende Basis für U-Boote in der Ostsee. Sie hatte zusätzlich zehn Torpedos und Kraftstoff für sie geladen. Außerdem konnten hier bis zu 60 Matrosen vorübergehend unterkommen.

Die “Wolchow” rettete unter anderem: die russische AG-15 aus einem Sturm sowie mehrere Unicorn-U-Boote der Klasse Bar, außerdem das britische U-Boot HMS L55, welches 1919 im Golf von Finnland durch eine Kollision mit den sowjetischen Zerstörern „Gawril“ und „Asard“ gesunken war.

1922 wurde die “Wolchow” in “Kommuna” umbenannt. Diesen Namen trägt das Schiff auch heute noch. Im Zweiten Weltkrieg diente die „Kommuna“ dann als U-Boot-Reparaturbasis. Außerdem begleitete sie das Andocken der sowjetischen M-Klasse-U-Boote (auch als Maljutka-Klasse bekannt).

Seit 1967 gehörte die “Kommuna” dann zur sowjetischen, heute russischen Schwarzmeerflotte mit Heimathafen in Sewastopol auf der Krim. Seine Crew ist mittlerweile von 23 auf 41 Mann gewachsen.

Insgesamt konnte die “Kommuna” in ihrer Geschichte bereits über 150 Schiffe Bergen. Aber nicht nur: 1977 barg sie sogar ein gesunkenes Kampfflugzeug Su-24.

Natürlich geht die Zeit auch an der “Kommuna” nicht spurlos vorbei. Aufgrund ihres Alters muss sie sich immer häufiger Reparaturen und Sanierungsarbeiten unterziehen.

Mittlerweile hat sie als neue Ausstattung unter anderem ein Unterwasser-Drohne Saab Seaeye Panther Plus erhalten, die Objekte bis auf einen Kilometer Entfernung orten kann. Außerdem wurde auch das alte Klavier, das 1914 bei der feierlichen Eröffnung der „Wolchow“ gespielt wurde, restauriert und steht wieder spielbereit an seinem alten Platz.

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