Russland setzt in Syrien kampferprobte Hubschrauber im Fernen Osten ein

Wissen und Technik
IGOR ROSCHIN
„Altgediente“ Ka-52 und deren „Brüder“ werden die Pazifikflotte Russlands gegen feindliche U-Boote und die Grenzen des Landes gegen Saboteure verteidigen.

Russland bereitet sich darauf vor, auf die Schiffe seiner Pazifikflotte „Marineversionen“ der Kampfhubschrauber zu verlegen, die während des Einsatzes in Syrien ihre Feuertaufe hatten. Im Fernen Osten müssen die großen Landungsschiffe mit Helikoptern komplettiert werden, um sie vor U-Booten und potenziellen feindlichen Schiffen zu schützen.

So wird die Pazifische Flotte bald über Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52K sowie Gefechtszonentransporthubschrauber vom Typ Ka-29 verfügen.

Der Ka-29

Der Ka-29 ist ein Gefechtszonentransporthubschrauber, der für den Transport von Marineinfanteristen und für die Unterstützung von Bodentruppen entwickelt wurde.

In seiner Kabine finden bis zu 16 Soldaten in voller Montur und mit kompletten Waffensatz – Sturmgewehre, Maschinengewehre usw. – Platz.

Gleichzeitig kann er sowohl unter normalen wie auch unter schwierigen Wetterbedingungen eingesetzt werden – bei starkem Regenfall und extremen Böen. Die Bewaffnung des Ka-29 lässt sich zwar nicht mit dem Arsenal eines Kampfhubschraubers vergleichen, erlaubt aber dennoch Auseinandersetzungen mit leicht gepanzerten Wasser- und Bodenzielen.

Sein Arsenal umfasst gelenkte und ungelenkte Raketen, Bordschusswaffen sowie Abwurfmunition. Raketen und Kassettenwaffensysteme werden außen angehängt. Auf der Backbordseite befindet sich eine 2A42-Kanone mit Kaliber 30. Das Zielsystem beinhaltet eine optische Beobachtungsvorrichtung zum Erfassen und Erkennen von Zielen und der Ausrichtung der Panzerabwehrraketen.

Die Marineluftflotte kann den Helikopter auch für den operativen Transport von Gütern nutzen. Bis zu zwei Tonnen Fracht können in die Kabine geladen und bis zu vier weitere Tonnen an der Außenaufhängung befestigt werden.

Syrische „Alligatoren“

Die Ka-52 Alligator waren eine der wichtigsten Waffen des Syrienfeldzugs, weil sie mit seiner großen Feuerkraft den Hauptschlag bei Operationen gegen die Kämpfer des Islamischen Staates ausführten. Die modernisierte „Marine“-Version wird unter dem Namen Katran die Reihen der Pazifikflotte ergänzen.

Katran ist der einzige Hubschrauber der Welt, der „große“ Anti-Schiffs-Raketen anfeuern kann, die normalerweise von Marinejagdflugzeugen eingesetzt werden.

„Er bekam unsere neuesten Seezielflugkörpern, die X-35 und die X-31. Mit anderen Worten – er ist eine Art ,fliegender Panzerʻ mit enormer Panzerung, der mit Marschflugkörpern ausgestattet ist“, erklärt der ehemalige Militäranalytiker der Zeitung Iswestija Dmitrij Safonow gegenüber Russia Beyond.

Dieser Hubschrauber ist für die Patrouillenflüge, den Feuerschutz der Marineinfanterie während der Landung sowie zur Truppenabwehr an der Front und in taktischer Tiefe konzipiert.

Der Helikopter kann ohne nachzutanken bis zu 500 Kilometer zurücklegen und den Feind mit einem 460-Schuss-Hagel aus seiner 30-mm-Kaliber zerstören, der durch die Panzerung eines jeden leicht gepanzerten Fahrzeugs dringt. Gleichzeitig verfügt sein Arsenal über mehrere Überraschungen im Kampf gegen Panzer. Dazu gehört der Waffensatz von 24 gelenkten und ungelenkten Panzerabwehrraketen vom Typ Wichr.

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