Russische Firma will Tote ins Weltall schicken

screenshot film The Passengers

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screenshot/Sony Pictures Entertainment/youtube.com
KrioRus, ein russisches Unternehmen, das Menschen kryogen einfriert, möchte seine Kunden schon bald ins Weltall schicken. Dort sollen sie konserviert werden, bis Wissenschaftler sie wieder zurück ins Leben holen können. Noch bleiben bei dem Vorhaben viele Fragen offen.

Fimszene aus "The Passengers" / screenshot/Sony Pictures Entertainment/youtube.comFimszene aus "The Passengers" / screenshot/Sony Pictures Entertainment/youtube.com

Die Körper von eingefrorenen Menschen und Tieren, DNA-Proben und auch Organe, darunter Gehirne, könnten bald in den Weltraum geschickt werden. KrioRus, Russlands erstes und einziges Unternehmen, das verstorbene Menschen einfriert, gab eine Zusammenarbeit mit dem neuen Tech-Konsortium Space Technologies bekannt.

„Satelliten mit Kryo-Kapseln werden von russischen Raketen in den Orbit geschickt“, sagt Julia Archipowa, die Generaldirektorin von Space Technologies.

Solch kryogene Einrichtungen, in denen sich Menschen einfrieren lassen können, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgetaut zu werden, existieren nur in den USA und Russland. Seit 2005 hat KrioRus die Körper und Gehirne von insgesamt 52 Menschen eingefroren. Hinzu kommen acht Hunde, drei Vögel und sogar ein Chinchilla. Dem Unternehmen zufolge wünschten sich viele der nun eingefrorenen Menschen, ins All zu reisen.

Archipowa machte keine Angaben zur Frage, ob das Konglomerat mit erfahrenen russischen Weltraumorganisationen zusammenarbeitet. Space Technologies existiert seit dem vergangenen Jahr und verfügt weder über eigene Raketen noch über Abschusssysteme. Obwohl das Unternehmen noch kein einziges Projekt im oder um das Weltall durchgeführt hat, gab es bereits ambitionierte Pläne bekannt. So wolle man Russlands erstes privates Kosmodrom bauen und eine neue Weltraumstation, die MIR-2, in die Umlaufbahn der Erde bringen.

Die Kryo-Kapseln sollen im Weltraum nicht nur dahinschweben, versprach Archipowa. Das Unternehmen wolle „Satelliten“ entwickeln, die im Orbit Reparaturen durchführen können. Auch in diesem Punkt blieb die Unternehmenschefin vage: „Die führenden Weltraumunternehmen des Landes entwickeln diese Satelliten. Die Technologien sind einzigartig und werden geheim gehalten.“

Auch die Namen dieser führenden Unternehmen seien “geheim”, genau wie deren Gründer. Space Technologies lehnte es ab, auf Fragen zu den Akteuren im Hintergrund zu antworten.

Das Einfrieren von menschlichen Körpern und weitere kryogene Experimente könnten für die zukünftige Umsetzung von Reisen zu entfernten Planeten oder Galaxien wichtig werden. Beim kryogenen Einfrieren wird der Körper durch den Einsatz von flüssigem Stickstoff konserviert. Zurzeit ist dies nur direkt nach dem Eintreten des natürlichen Todes möglich. Um Hirnschäden zu vermeiden, muss der Einfrierungsprozess sofort beginnen.

Dafür wird der Körper zunächst in einem Eisbad heruntergekühlt. Danach wird ihm das Blut entzogen und mit einer Frostschutzflüssigkeit ersetzt. So kann die Bildung von gefährlichen Eiskristallen im Körper verhindert werden.

Menschen, die sich zu diesem Schritt entscheiden, glauben meist, dass Wissenschaftler in der Zukunft einen Weg finden werden, ihre Körper aufzutauen und wiederzubeleben. Ärzte sollen sie dann mithilfe neuer Behandlungsmethoden von ihren Krankheiten heilen.

Laut KrioRus kostet die Konservierung eines Körpers im Weltall mindestens 250 000 US-Dollar. Space Technologies machte jedoch keine Angaben zu den Kosten, den Körper ins Weltall zu bringen.

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