12 verschollene Schätze in Russland

In Russland lassen sich mehr Schätze finden als woanders auf der Welt. Foto: Getty Images / Fotobank.

In Russland lassen sich mehr Schätze finden als woanders auf der Welt. Foto: Getty Images / Fotobank.

Bisweilen noch von keinem Schatzsucher der Welt entdeckt: Kostbare Erbstücke der Familie Romanow, Napoleons Schatz und andere große Schätze befinden sich auf russischem Boden (oder darin). Russland HEUTE stellt die sagenumwobensten und bedeutendsten Schätze vor.

Alle sechs Monate erscheinen Berichte darüber, dass in Russland verschollene Schätze gefunden wurden. Die Gründe dafür sind einfach: Russland ist das größte Land der Welt, in dem unzählige Kriege geführt wurden und viele Machtwechsel stattgefunden haben. Aus diesem Grund ist es auch verständlich, dass die Leute ihr Geld vergruben. Um so mehr noch, weil in Russland das Bankwesen - im Vergleich zu anderen europäischen Ländern - seinen Aufschwung erst viel später erlebte.

Nicht verwunderlich ist deshalb auch die Tatsache, dass man hierzulande Schätzen öfter auf die Spur kommt, als anderswo auf der Welt. Allerdings geben die Schätzjäger Informationen über ihre wertvollen Funde ungern preis, weswegen die Beziehung zwischen Staat und Schatzsuchern nicht immer harmonisch ist: Laut Gesetz steht nämlich dem Besitzer des Grundes, auf dem der Schatz gefunden wurde, die Hälfte seines Wertes zu.

Sollte der Schatz kulturelle Wertgegenstände enthalten, dann steht dem Finder noch weniger Lohn zu, nämlich ein Viertel. Denn bei einem solchen Fund gehen 50 % an den Staat und die restlichen 50 % werden unter dem Landbesitzer und dem Finder aufgeteilt. Hinzu kommt noch, dass die Schätzung des eigentlichen Wertes nicht immer genau ist, weswegen in der Regel der Finderlohn nur einen geringen Prozentsatz des gefunden Schatzes ausmacht.

Trotzdem: Wer suchet der findet, wobei es nicht immer nur um Geld geht. Denn Schatzjäger werden meist von der Romantik getrieben, eines Tages einen jener bekannten Horte zu finden, nach denen schon seit Jahrzehnten gesucht wird.

1. Der goldene Koffer

Foto: Getty Images / Fotobank.

Technisch gesehen war der goldene Koffer schwarz und Dokumenten zufolge unter der Bezeichnung „Sonderware Nr. 15" bekannt. Er soll 70 silberne Münzen enthalten - aus dem Raum um den Bosporus und aus dem pontischen Reich, aus Genua, Byzanz und der Türkei: Medaillen, Goldbeschläge, antike Schmuckstücke und andere Schätze aus den 3. bis 5. Jahrhunderten. Die Kostbarkeiten wurden alle in einem gotischen Grab gefunden und dem kulturhistorischen Museum der Hafenstadt Kerch auf der Krim-Halbinsel im Jahre 1926 übergeben.

Nur 15 Jahre später, bei der Intervention der Deutschen Kräfte auf der Krim-Halbinsel, ging der Schatz verloren. Erst 1982 fanden Historiker und Forscher heraus, dass der Koffer in die Staniza Spokojnaja, in der Region Krasnodar, abtransportiert wurde und in den Besitz von Partisanen kam. Dies fand alles in jener Zeit statt, als die Region bereits von den Nationalsozialisten vollständig eingekesselt war. Man glaubt, dass sie davon gewusst haben, jedoch den Schatz niemals ausfindig machen konnten.

Dies versuchen nun zugereiste Schätzjäger: sie suchen in den Bergen und um die Ortschaft Spokojnaja herum, dort wo einst die Partisaneneinheiten stationiert waren – bisweilen jedoch ohne Erfolg.

Verschollen: 719 antike Wertgegenstände aus Gold und Silber mit einem Gesamtgewicht von ungefähr 80 kg.

Wo: In der Staniza Spokojnaja. Die Ortschaft befindet sich im Rayon Otradnaja der Region Krasnodar.


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2. Die Schätze der Smolensker Bank

Die Ortschaft Otnosowo im Gebiet Smolensk. Foto: ITAR-TASS.

Die Schätze der Smolensker Bank wurden in den ersten zwei Wochen des Zweiten Weltkrieges in letzter Minute aus der verzweifelt gegen die deutschen Truppen ankämpfenden Stadt Smolensk abtransportiert. Es ist auch bekannt, dass Anfang August des Jahres 1941 ein Konvoi, der aus acht LKWs bestand, nach Wjasma aufbrach, einer Stadt im Gebiet Smolensk, die sich ungefähr 170 km westlich von Moskau befindet, der jedoch an der Dnjepr-Überfahrt Solowewskaja unter Beschuss geriet. So kam es dazu, dass nur fünf der LKWs die Ortschaft Otnosowo erreichten. Das Schicksal dieser ist allerdings bis heute unbekannt, da die 20 km im Osten des Gebiets gelegene Stadt Wjasma praktisch von den Deutschen eingenommen worden war.

Obwohl man über die transportierten Gegenstände nichts Näheres weiß, glaubt man, dass gerade diese LKWs die Schätze der Smolensker Bank mit sich führten. Der genaue Ort, wo sich der Schatz befinden soll, ist allerdings bis heute ein Geheimnis geblieben.

Verschollen: Silbermünzen aus dem 20. Jahrhundert und Goldbarren.

Wo: In der Ortschaft Otnosowo, Gebiet Smolensk.


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3. Das Gold von Admiral Koltschak

Foto: PhotoXPress.

Die Erzählung über das Gold des Admiral Koltschak gilt heute womöglich als eine der meist erzählten Geschichten unter Schatzjägern. Deswegen wundert es auch niemanden, dass die Erzählungen, Beweise und Deutungen davon, wo sich das Gold befinden könnte, ständig variieren. Man weiß lediglich mit Sicherheit, dass 1918 in Omsk Admiral Alexander  Koltschak zum Staatsoberhaupt Russlands ernannt wurde. Die Bolschewiken stützten ihre Übergangsregierung größtenteils auf den Goldreserven Russlands, die von den weißen Truppen aus Kasan abtransportiert wurden.

Somit bleibt das Schicksal von etwa 250 Millionen goldenen Zaren-Rubeln ungewiss. Nach Angaben eines estnischen Soldaten namens Karl Purrok, der im sibirischen Regiment der Koltschak-Armee diente, wurde das Gold zur Station Tajga, unweit von der Stadt Kemerowo, verfrachtet und vergraben. Zu Beginn des Jahres 1941 wurde Purrok aus Estland zum Innenminister berufen, um diesem bei der Suche nach dem Gold in Sibirien zu helfen. Doch selbst nach zahlreichen Ausgrabungen wurde der Schatz nicht gefunden.

Verschollen: Goldbarren

Wo: In der Ortschaft Taiga, Gebiet Kemerowo, sowie in Omsk, Gebiet Omsk.


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4. Der Schatz von Lenka Pantelejew

Die Ligowski-Katakomben in St.Petersburg. Foto: PhotoXPress.

Der St. Petersburger Einbrecher Lenka Pantelejew ging in die Geschichte ein, da er 1922 als erster und einziger Häftling erfolgreich aus dem Gefängnis „Kresty" ausbrach. Nach seinem Ausbruch nahm sich Pantelejew vor, noch einmal große Beute zu machen, um sich dann im Ausland absetzen zu können: In nur zwei Monaten beging er ungefähr 35 Einbrüche, bei denen er viele seiner Opfer tötete. Er stahl ihnen Geld, Halsketten, Armbänder, Ohrringe, Ringe und andere kleinere Schmuckstücke.

Doch Pantelejew schaffte es nicht, mit seiner Beute ins Ausland zu fliehen. In der Nacht zum 12. Februar 1923 wurde er von Miliz-Einheiten aufgespürt und im Zuge seiner Verhaftung erschossen. Was er hinterließ, war seine Beute, die noch irgendwo in der Stadt sein soll – glauben zumindest die St. Petersburger Schatzsucher, die weiterhin versuchen, Pantelejews Beute in unzähligen unterirdischen Gängen der Stadt zu finden. Doch ihre Erfolge sind eher bescheiden: ab und zu stoßen sie auf Diebesverstecke, in denen Waffen, Dietriche und andere Sachen verwahrt waren. Doch die Diebesbeute war bis heute noch in keinem dieser Verstecke.

Verschollen: Goldmünzen und Schmuck

Wo: In den Kellern des Alexander-Nevski-Klosters, in den Ligowski-Katakomben und anderen unterirdischen Orten im Zentrum von St. Petersburg.


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5. Das Gold auf dem Dampfer „Warjagin"

Am Boden des Ussuribuchts bei Wladiwostok. Foto: AP.

Der Passagier- und Frachtdampfer „Warjagin", der dem Kommando von Kapitän Owtschinnikow unterstand und dem Kaufmann Alexej Warjagin gehörte, erlitt am 7. Oktober 1906 Schiffbruch in der Ussuribucht, östlich von Wladiwostok. Der Dampfer versank sofort in den Tiefen des Japanischen Meeres. Dabei konnten nur 15 Menschen gerettet werden, darunter der Kapitän.

Später bat der Kaufmann Warjagin in Anbetracht der „besonderen Umstände" in einem Bittgesuch an den örtlichen Generalgouverneur darum, die damals mit an Bord gewesenen Passagiere mit einer Summe in der Höhe von 60 000 Rubel in Gold zu entschädigen. Doch der Gouverneur lehnte seine Bitte ab, weshalb 1913 der ehemalige Kapitän des Dampfers Owtschinnikow selbst eine Unterwasserexpedition zum versunkenen Schiff unternahm: Der Dampfer wurde gefunden, doch es stellte sich heraus, dass mehr Mittel und Kräfte aufgewendet werden mussten, um das Schiffswrack bergen zu können.

Zunächst musste ein neuerlicher Versuch aufgrund von Sturm und rauer See abgebrochen werden, dann brach der Erste Weltkrieg aus und bald darauf auch die Oktoberrevolution. Nach den misslungenen Versuchen des Kapitäns, das Schiff an die Oberfläche zu bringen, wurden keine weiteren Expeditionen zum Wrack des Dampfers „Warjagin" unternommen.

Verschollen: Goldmünzen

Wo: In der Ussuribucht, östlich von Wladiwostok, auf der Fluchtlinie zwischen den Drei Steinen, dem Berg Wargli und der Bucht Suchodol.


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6. Die Reichtümer des Grafen Rostoptschin

Der Hof Woronowo. Foto: RIA Novosti.

Der Hof Woronowo, 37 km entfernt von Moskau, gehörte zur Zeit des Kriegs im Jahre 1812 dem Generalgouverneur von Moskau, Graf Rostoptschin. Der Graf hatte damals aus seinem Gut so etwas Besonderes gemacht, dass es seine Zeitgenossen als „kleines Schloss Versailles" bezeichneten. Aus verschiedenen Hauptstädten Europas hatte man nämlich Marmor-Statuen, antike Vasen und andere Kunstschätze importiert. Nachdem er Moskau Napoleon überlassen musste, brannte Rastoptschin demonstrativ seinen Palast mit all seinen Schätzen nieder.

Zeitgenossen des Grafen berichteten allerdings von einem seltsamen Verhalten, das dieser in den letzten Tagen des Angriffs zeigte: Der für seine Gastfreundschaft bekannte Rostopchin lud niemanden aus dem Stabsquartier zu sich ein, obwohl sich dieses unweit seines Hofes befand. Verdächtig ist auch jene Tatsache, dass Rostopchin keinen seiner Hofbediensteten und Bauern damit beauftragte, seine Reichtümer vom Hof zu bringen. Das Feuer, bei dem alles verbrannte, sogar jene Gegenstände, die gar nicht brennen konnten, wie etwa Marmorstatuen, hatte der Graf selbst gelegt.

Als 1983 Restauratoren auf dem Hof arbeiteten, entdeckten sie einen langen unterirdischen Tunnel, der etwas mehr als zwei Meter hoch war. Man versuchte den Tunnel abzugehen, was allerdings nicht gelang, da das Gewölbe schon sehr brüchig war. Der Tunnel wurde daraufhin zugeschüttet, um „Unfälle zu vermeiden". Diese unterirdischen Tunnel lassen somit keine Zweifel offen, dass die Schätze des Grafen irgendwo versteckt sind, doch bis jetzt wurden keine ernsthaften Anstrengungen unternommen, diese zu suchen.

Verschollen: Porzellan-, Silber- und Bronzegegenstände, Gemälde.

Wo: Kurhotel „Woronowo", bei Kilometer 61 auf der Landstraße Staro-Kaluschskoje Schosse, 37 km vom Moskauer Autobahnring (MKAD) entfernt.


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7. Der Schatz von Sigismund III.

Die Stadt Moschajsk. Foto: Lori/Legion Media.

Besonders in der Zeit der Wirren (16./17.Jh.) wurden viele Schätze in Russland vergraben. Im Jahre 1611 brach in Moskau ein Aufstand gegen die polnischen Besetzer aus. Dieser wurde jedoch grausam niedergeschlagen und führte zu einer weiteren Plünderung der Hauptstadt. Ob die geraubten Kostbarkeiten dem polnisch-litauischen Herrscher Sigismund oder einem seiner Untertanen gesandt wurden, damit dieser über Russland herrschen konnte, ist bis dato nicht bekannt.

Was man weiß, ist, dass die gestohlenen Juwelen es nicht einmal bis nach Smolensk schafften, da sie auf ihrer Reise einfach verschwanden. Dabei hätte man sogar genaue Angaben zu jenem Ort, an dem sie vergraben sein sollen: 650 Meter vom Nikolaj-Tschudotworez-Lapotni-Münster entfernt, das an dem Fluss Chworostjanka liegt. Das Problem besteht allerdings darin, dass heute niemand mehr genau weiß, was dieser Münster war, und die angeführten geografischen Angaben zu unzähligen Orten passen. Forscher schätzen jedoch, dass man den Schatz in der Gegend der heutigen Stadt Moschajsk suchen müsse.

Verschollen: Juwelen, Schmuckstücke, Gold und Silber.

Wo: Moschajsk, Moskauer Gebiet.

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8. Der Schatz von Napoleon

Napoleon mit seinen Truppen. Das Gemälde von Jewgenij Kossak. Foto: RIA Novosti.

Nachdem im Oktober 1812 der französische Oberbefehlshaber entschied, die eingenommene Hauptstadt zu verlassen, brachen seine Truppen auf der antiken Straße Staraja Kaluschskaja Doroga ihre Heimreise auf. Russische Truppen versperrten jedoch den Eindringlingen mit Brettern den Weg und zwangen sie auf den Weg Staraja Smolenskaja Doroga auszuweichen. Man weiß, dass Napoleon zwei Wägen mit seiner Armee mitschickte: den sogenannten Goldenen Wagen mit Schätzen aus dem Kreml und den Eisenwagen, in dem eine Sammlung antiker Waffen transportiert wurde. Nachdem die Truppen allerdings abgedrängt wurden, haben diese ihre gestohlenen Schätze zurückgelassen.

Russische Schatzsucher glauben nun, dass die Schätze in einem der Seen im Süden des Smolensker Gebiets versenkt wurden. Dort wurde auch immer wieder nach Schätzen gesucht. So auch zu Beginn der 1960er Jahre – damals wurde eine Truppe des Kommunistischen Jugendverbandes zu den Seen geschickt, doch ohne Erfolg. Heute werden die meisten Expeditionen zu dem See Semlewskoje Osero geführt, da Geophysiker vor einigen Jahren einen erhöhten Silber- und Goldgehalt im Seewasser festgestellt haben.

Verschollen: Antike Waffen, das vergoldete Kreuz aus dem Iwan-Veliki-Kirchturm, silberne Kronleuchter, Brillanten, Goldbarren und Münzen.

Wo: Im Dorf Semlewo und im See Semlewskoje Osero im Smolensker Gebiet.


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9. Bibliothek von Iwan dem Schrecklichen

Archäologen beim Arbeit in Alexandow (Gebiet Wladimir). Foto: Lori/Legion Media.

Die legendäre Sammlung von Büchern und Dokumenten, deren letzter Besitzer der russische Zar Iwan IV („der Schreckliche") war, sorgt bis heute bei Tausenden von Schatzsuchern aus der ganzen Welt für schlaflose Nächte. Historiker schätzen nämlich, dass der Umfang dieser Bibliothek beträchtlich war: 800 Bände seltener und kostbarer Bücher, unter denen auch die Geschichten von Titus Livius, die „Äneis" von Vergil oder die „Komödien" von Aristophanes sein sollen. So wurde bereits 1601 laut den Archiven des Vatikans der polnische Botschafter Lew Sapega mit der Suche nach der Bibliothek beauftragt – seitdem wurde die „Jagd auf die Bibliothek" nie eingestellt.

Einer allgemeingültigen Legende zufolge gehörte die über Jahrhunderte hinweg gesammelte Bibliothek ursprünglich einem byzantinischen Imperator. Nach dem Fall von Konstantinopel wurde sie nach Rom gebracht, von wo aus sie dann weiter nach Moskau als Mitgift für Sofia Palaiologa, die Nichte des letzten byzantinischen Kaisers Konstantin, gelangte. Sofia heiratete Iwan III., dessen Thronfolger Iwan der Schreckliche sein sollte. Es kursieren mehr als 60 Versionen davon, wo genau die Bibliothek sein soll. Die wahrscheinlichsten Orte unter diesen sind die unterirdischen Gänge in der Stadt Wologda, Iwans Nordresidenz, die Alexandrovskaja Sloboda („Alexandersiedlung") sowie Moskau und die Moskauer Umgebung (der Moskauer Kreml oder der Hof Kolomenskoje).

Verschollen: 800 Bände seltener Bücher aus der Zeit des byzantinischen Kaiserreiches.

Wo: Moskau, Wologda oder Aleksandrow.


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10. Das Gold von Stepan „Stenka" Rasin

Das Gemälde "Stepan Rasin" von Boris Kustodiew. Foto: RIA Novosti.

Der Schatz des Anführers der Donkosaken im großen Aufstand gegen das zaristische Russland, Stepan Rasin, soll in einem Hügel nahe des Dorfs Peskowatka in dem heutigen Gorodischenski Rajon versteckt sein. Man erzählt, dass der Donkosake Stepan Rasin kurz vor seinem Tod seine mit Gold und Silber voll beladene Barke auf „hoher See" zu dem Dorf schiffte. Als dann das Wasser zurückwich, soll er die Barke mit Erde zugeschüttet haben. Um den Ort, an dem sie vergraben liegt, zu kennzeichnen, soll Rasin eigenhändig eine Weide auf dem von ihm erschaffenen Hügel gepflanzt haben.

Doch schon bald darauf wurde der Kosake gefangen genommen, sodass es niemanden mehr gab, der den Ermittlern den genauen Ort des „Weidenschatzes" zeigen konnte. Denn Rasin selbst verriet diesen nicht einmal unter schlimmster Folter. Seit damals haben die Dorfbewohner sowie andere Zugereiste viele Hügel in Peskowatka umgegraben und auch viele Weiden gefällt, doch die heißbegehrte Rasin-Weide wurde bis heute nicht gefunden.

Verschollen: Ein Haufen Gold- und Silbermünzen aus dem 17. Jahrhundert.

Wo: Im Dorf Peskowatka des Gorodischenski Rajons, Gebiet Wolgograd.


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11. Die kostbaren Familienerbstücke der Romanows

Nikolaj Romanow mit seiner Familie. Foto: Lori / Legion Media.

Der letzte russische Zar Nikolaj Romanow war, obwohl er abdanken musste, der reichste Mann seiner Zeit: Man erlaubte ihm, seine kostbaren Familienerbstücke ins Exil nach Tobolsk mitzunehmen. Doch dort erkannte der geächtete Zar wohl sein tragisches Schicksal und teilte seine Kostbarkeiten in drei Teile auf. Diese gab er dann der Familie treu gebliebenen Menschen, die sie aus dem Haus des Tobolsker Gouverneurs, wo die Zarenfamilie unter Arrest stand, brachten, und an sicheren Orten versteckten.

Nach einiger Zeit fanden sowjetische Geheimpolizisten heraus, wo zwei Teile der Zarenschätze versteckt waren und beschlagnahmten diese. Die konfiszierten Kostbarkeiten beinhalteten 197 Gegenstände im Gesamtwert von drei Millionen Rubel. Diese wurden dann später nach und nach verkauft, um Nahrungsmittel für die Bürger Russlands erwerben zu können.

Doch das geheimnisumwobene dritte Paket wurde noch nicht gefunden. Angaben zufolge wurde das Paket, in dem eine Schatulle mit dem Schmuck der Zarin, der Golddegen der Familie und der Dolch des Zaren gewesen sein sollen, vom Oberst der Zarenwache an Konstantin Petschakos, einem Bewohner der Stadt Omsk, übergeben. Dieser soll das Paket dann nach Omsk gebracht haben.

Dies ist natürlich ebenfalls den Geheimpolizisten nicht entgangen. Als sich Konstantin Petschakos dann auch noch weigerte, den Vertretern der Sowjetbehörden den genauen Ort anzugeben, an dem er die Kostbarkeiten versteckt hatte, war das Grund genug, um ihn und seine Frau in Verhören lange Zeit zu foltern. Doch sie sagten kein Wort. Petschakos verneinte allerdings nie, die Schatulle versteckt zu haben. Da er dem Oberst und somit dem Zaren sein Ehrenwort gegeben hatte, brach er sein Schweigen nicht.

Das Haus der Petschakos wurde einige Male vom Keller bis zum Dachboden durchsucht, doch niemand hat dort jemals etwas gefunden.

Verschollen: Eine Schatulle mit dem Schmuck der Zarin Alexandra Romanowa, der Degen der Familie und der Dolch des Zaren Nikolaj Romanow.

Wo: Im Haus von Konstantin Petschakos, in der Stadt Omsk, Sibirien.


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12. Die Krone von Jemeljan Pugatschow

Schatzsucher Walter Fritz auf der Suche nach die Krone von Jemeljan Pugatschow. Foto: Getty Images / Fotobank.

Die Krone von Jemeljan Pugatschow, dem falschen Thronerben, der sich in der Zeit der Wirren als Zar Peter III. ausgab, lässt Schatzsuchern keine Ruhe. Laut Überlieferungen soll die wundervolle Krone, die mit Brillanten besetzt ist, vom Führer der aufständischen Bauern auf einem Hügel unweit der Staniza Pugatschowskaja im Kotelnikowski Rajon des Wolgograder Gebiets vergraben worden sein. Mit eben dieser Krone hat sich Pugatschow, als er den Marsch auf Moskau vorbereitete, zum Zar Peter III. ernannt.

Im Zuge des Aufstandes von Pugatschow wurden weite Teile Russlands besetzt und geplündert. Entlang des Weges, den Pugatschow zurücklegte, wurden Schätze vergraben. Ein indirekter Beweis dafür ist auch die Tatsache, dass die Armee von Pugatschew immer wieder zerschlagen wurde. Doch auch als sich Pugatschew zurückzog, wuchs sein Heer um tausende Krieger wieder an – das heißt, er hat einen Teil seiner Schätze dazu genützt, um neue Soldaten anzuwerben.

Verschollen: Eine mit Brillanten besetzte Goldkrone.

Wo: Im Kotelnikowski Rajon, Wolgograder Gebiet.


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