Geschichte Tag für Tag: 22. September

Zu diesem “russisch-amerikanischen” 22. September lesen Sie von der ersten russischen Siedlung in Alaska und der tragischen Geschichte eines US-Ehrenbürgers, der Tausende Juden vor dem Tod rettete, bis er vom KGB verhaftet wurde.

1981: Wenn die, die du rettettest, dich noch lange überleben...

Die Briefmarke zum

Raoul Wallenberg wird vom Kongress der Vereinigten Staaten zum Ehrenbürger ernannt. Der schwedische Diplomat rettete während des Zweiten Weltkriegs Tausenden Juden das Leben. Von 1944 bis 1945 arbeitete er in Ungarn. Wallenberg stellte Menschen mit jüdischem Ursprung schwedische Pässe aus und schützte die Flüchtlinge in den von der Botschaft gemieteten Häusern. In solch einem Haus versteckte sich auch der junge Tom Lantos. Die meisten seiner Verwandten fielen der antisemitischen Verfolgung zum Opfer, aber er selbst überlebte und wanderte später in die USA aus. 1981 sorgte der Kongressabgeordnete Lantos dafür, dass Wallenberg postum zum Ehrenbürger der Vereinigten Staaten ernannt wurde.

Das Schicksal Wallenbergs aber selbst war tragisch: Anfang 1945, während der Belagerung von Budapest durch sowjetische Kräfte, wurde Wallenberg von Beamten des SMERSch-Spionageabwehrdienstes verhaftet und der Spionage beschuldigt. Es war das letzte Mal, dass er lebendig gesehen wurde.

>>>Geheimnisse der Sowjetunion: Mysterien, die NKWD und KGB nie aufklärten

1784: Russen kolonisieren Amerika

Russisch-Amerika, 1860

Der Händler und Seefahrer Grigori Schelichow gründet in der kleinen Bucht Die Three Saints Bay die erste russische Siedlung in Alaska. Nach einem späteren Erdbeben und Tsunami wurde sie an den Ort der heutigen Stadt Kodiak (USA) verlegt. Letztlich wurde sie zu einer wichtigen Basis für die Kolonisierung der Aleuten und der nordostamerikanischen Küste durch Russland. Schelichow war auch einer der Gründer der Russisch-Amerikanischen Kompagnie (RAK).

Der Gesellschaft gehörten später sämtliche Gewerbebetriebe und Bodenschätze Alaskas, sie durfte selbstständig Handelsverträge mit anderen Staaten abschließen und verfügte über eine eigene Flagge. Diese Privilegien hatte die Gesellschaft von der zaristischen Regierung erhalten, die dafür jedoch von der RAK nicht nur erhebliche Steuern verlangte, sondern auch an der Gesellschaft beteiligtwar - unter den Aktionären befand sich sogar Zar Paul I. selbst.

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