Geschichte Tag für Tag: 25. September

In unserem heutigen Geschichtsrückblick lesen Sie über die kurze Vorgeschichte der Lebensmittelmarken in der Sowjetunion und Wladimir Putins Rede vor dem Deutschen Bundestag.

2001: “Alle sind schuld, vor allem wir Politiker”

Der russische Präsident Wladimir Putin tritt im Rahmen seines Staatsbesuches in Deutschland zum ersten Mal vor den Deutschen Bundestag. Sein Auftritt überraschte viele Beobachter: Weite Teile seiner Rede trug Putin in fließendem Deutsch vor.

In seiner Rede spricht Putin nicht nur über die deutsch-russische Zusammenarbeit, sondern auch über Probleme der internationalen Beziehungen, da sein Besuch kurz nach dem Terroranschlag vom 11. September in New York stattfindet: "... Wir Politiker sind alle schuld daran, was am 11. September passierte!"

Laut dem russischen Präsidenten tragen die Politiker auch eine Schuld an der tragischen Katastrophe, weil sie viele Veränderungen in der Welt nicht erkennt hatten. Und weil man noch “in einem alten Wertesystem" lebe, das durch Stereotypen des Kalten Krieges definiert sei.

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1935: Recht auf Essen

Essensmarke für Brot aus der Zeit der Leningrader Blockade

Das System der Lebensmittelmarken war im sowjetischen Russland erstmals nach der Revolution 1917 eingeführt worden. Die erste Abschaffung des Kartensystems erfolgte im Jahr 1921, als die Neue Ökonomische Politik durchsetzt wurde. Aber am 15. Parteitag der KPdSU wurde beschlossen, ab 1928 eine zentralisierte Planwirtschaft einzuführen. Im Januar 1931 wurde erneut ein landesweiten Kartensystem eingeführt.

Die Essensmarken wurden nur an diejenigen ausgegeben, die im staatlichen Wirtschaftssektor arbeiteten, sowie deren Angehörige. Außerhalb des staatlichen Versorgungssystems waren eigentlich nur Bauern. Am 25. September 1935 beschloß die sowjetische Regierung ein Dekret "Über die Senkung der Preise für Brot und die Abschaffung des Kartensystems für Fleisch, Fisch, Zucker, Fette und Kartoffeln".

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