Geschichte Tag für Tag: 28. September

In unserem heutigen Geschichtsrückblick lesen Sie: Chruschtow löst Stalin ab; Wawilow kommt auf den Hund und überlebt; das Deutsche Reich und die Sowjetunion versichern sich vertraglich gegenseitige "Freundschaft", obwohl Polen schon angegriffen worden ist.

1953: Chruschtschow bringt Tauwetter

Nikita Chruschtschow wird Erster Sekretär der Kommunistischen Partei und damit Anführer der Sowjetunion nach dem Tod Stalins. Mit ihm bricht die Epoche des sogenannten „Otepels“ (deutsch: Tauwetter) an. Der Stalin-Kult ebbt ab, Jurij Gagarin fliegt ins All, die einheitlichen Wohnblocks (Chrustschowka) bieten vielen Arbeitern neuen Wohnraum.

Gleichzeitig wird Chruschtschows Name aber auch mit der Kampagne gegen die Orthodoxe Kirche, der Niederschlagung des Ungarnaufstandes 1956 und dem Kalten Krieg mit dem USA in Verbindung gebracht.

Am 14. Oktober 1964 wird Chruschtschow von Leonid Breschnew abgelöst.

Chruschtschow noch als Erster Sekretär des Zentralkomitees der ukrainischen Kommunistischen Partei

1942: „Aufgelesen“ aus dem ewigen Eis

Im August 1942, noch während des Zweiten Weltkrieges, versenkt ein russischer Kreuzer einen russischen Eisbrecher. Von 104 Personen an Bord überlebte allein der 33-jährige Heizer Pawel Wawilow. Wie durch ein Wunder gelang es ihm, auf einem Stück Holz fortzuschwimmen. Erst rettete er sich in ein Rettungsboot, aus dem die Deutschen die überlebenden Gefangenen zusammensuchten. Dann ruderte er noch zwei Meilen bis zur nächsten Insel Belucha. Dort trifft er einen Straßenhund, der ihn bei der furchtbaren Warterei auf Rettung heizt.

Wawilow führte Tagebuch und beschrieb jeden der insgesamt 34 einsamen Tage auf der Insel. Als er dann am 28. September gerettet wurde, schrieb er nur in sein Tagebuch: "Aufgelesen."

1939: Feindliche Freundschaft

Am 28. September 1939 schlossen die Sowjetunion und das Deutsche Reich den Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag. Er wurde in Moskau vom deutschen Außenminister von Ribbentrop und seinem sowjetischen Pendant Molotow unterzeichnet.

Der Vertrag stellte eine Ergänzung des Nichtangriffspaktes vom 24. August dar. Nachdem Hitler Polen überfallen hatte, drangen sowjetische Truppen von Osten aus in das Land ein. In Deutschland sorgte man sich um den exakten Grenzverlauf innerhalb Polens. Deshalb drängte man auf die rasche Unterzeichnung eines zweiten Abkommens.

Unterzeichnung des Deutsch-Sowjetischen Vertrags

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