Geschichte Tag für Tag: 1. November

Michail I. Skotti: Dmitrij Poscharskij (links) mit Kusma Minin (1850)

Michail I. Skotti: Dmitrij Poscharskij (links) mit Kusma Minin (1850)

gemeinfrei / Wikipedia
Unser täglicher Geschichtsrückblick zeigt Ihnen, was am heutigen Tag in der Geschichte Russlands und der Welt vor sich ging.

1956: Sowjetarmee geht gegen ungarische Aufständische vor

Nach dem Tod Josef Stalins hatte mit dem Amtsantritt Nikita Chruschtschows innerhalb der Sowjetunion eine politische Tauwetterperiode eingesetzt, die auch den Personenkult um Stalin beendete. Außenpolitisch jedoch musste die Sowjetunion durchaus ihre Stärke und die des mit ihr „befreundeten“ Warschauer Paktes beweisen: zum Beispiel im Falle des anhaltenden Ungarischen Volksaufstandes.

Seit dem 23. Oktober schwelte der Konflikt, bald weitete er sich von Budapest aus auf andere Städte aus, es entstanden Arbeiter-, Revolutions- und Nationalräte. Die Bevölkerung ging in Generalstreik. Bei der Auflösung der Regierung fielen die ersten Schüsse.

Als dann am 1. November die Neutralität Ungarns und der Austritt aus dem Warschauer Pakt erklärt wurde, begannen sowjetische Truppen mit der Niederschlagung und besetzten unter anderem das Parlament. Bewaffnete Gruppen nahmen den Widerstand wieder auf.

In guten zwei Wochen erlangt Moskau die Kontrolle über den kleinen mitteleuropäischen Staat und lässt in Budapest eine sowjet-freundliche Regierung einsetzen. Doch bis dahin und auch bei Säuberungen nach der Beruhigung der Lage wurden Tausende Menschen ermordet.

 >>> Wie Nikita Chruschtschow eine Epoche prägte

1894: Russlands letzter Zar betritt (fast) den Thron

Nach dem abrupten Tod des Zaren Alexander III. wird der 26-jährige Nikolaj II. russischer Zar. Bis zur offiziellen Krönung allerdings musste er dann doch noch zwei Jahre warten. Diese fand im Mai 1896 statt.

Thronfolger Nikolai war damals allerdings alles andere als bereit für die große Aufgabe. Darum hatte sein Vater Alexander III, der als besonders groß, kräftig und durchsetzungsstark bekannt war,  seinem Sohn  während seiner eigenen Regierungszeit nie politische Verantwortung übertragen.

Nikolaj II. im Jahr 1913

Der junge Romanov war, als sein Vater starb, noch nicht einmal verheiratet – vielmehr musste er nach dem Tod des Zaren zur Heirat mit Alexendra Fjodorowna von Hessen gedrängt werden.

>>> Nikolai & Matilda: Suche nach dem unehelichen Kind des letzten Zaren

Wie von Alexander III. gewünscht, delegierte Nikolai II. nahezu alle wichtigen Aufgaben an Sergej Witte. Aber auch das konnte weder den Zaren noch die russische Monarchie an sich vor der Revolution retten. am 15. März 1917 verließ Nikolaj II. den Thron. Im Juli 1918 wird er mit seiner gesamten Familie im Exil in Jekaterinburg von den Bolschewiki erschossen.

>>> Abdankung von Nikolai II.: „Dem Volk ist der Kragen geplatzt“

1578: "Moskaus Retter" Prinz Poscharskij geboren

Mithilfe der Truppen der damaligen Volkswehr unter Führung des Bürgers Kusma Minin befreite Fürst Dmitrij Poscharskij Moskau 1611 von den polnischen Eindringlingen. Es war der zweite Versuch, eine Armee zur Befreiung Moskaus von den Polen zu formen.

Die Truppen waren ab September zusammengezogen worden, nachdem Minin eine öffentliche Ansprache gehalten hatte. Er rief seine Mitbürger dazu auf, „ihre Leben nicht zu schonen“ und all ihren Besitz der Befreiung des Landes zu spenden.

Poscharskij hatte unter früheren Zaren bereits einige Schlachten gewonnen und war ein beliebter Militärführer seiner Zeit. Minin nahm letztlich eine administrative Rolle bei der Organisation der Armee ein, während Prinz Poscharski die Truppen ins Feld führen sollte.

Seit 2005 wird am 4. November der Tag der Volkseinheit zum Gedenken an die Ereignisse vom November 1612 begangen.

4. November 2013: Der russische Präsident Wladimir Putin legt am Minin-und-Poscharski-Denkmal am Roten Platz in Moskau Blumen nieder.

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