Wladimir Taburin
Unter den damaligen Propagandamitteln gab es eines, bei dem der Erste Weltkrieg ohne den üblichen Hass, die Wut und andere Schrecken dargestellt wurde.
Wladimir Taburin
Bei der Illustration des Krieges haben einige Künstler Erwachsene durch Kinder ersetzt. Daher wurde der Militärkonflikt als ein harmloses kindisches Spiel dargestellt.
Wladimir Taburin
Wie echte erwachsene Soldaten bekämpften die Kinder den Feind, saßen im Schützengraben, schrieben Briefe an die Familie, flogen Kampfflugzeuge und steuerten Kriegsschiffe.
Wladimir Taburin
Auf solchen Postkarten gibt es keinen Platz für das Böse. Es scheint, als sei der Konflikt nichts mehr als ein Kinderspiel, bei dem niemand wirklich verletzt oder getötet wird.
Wladimir Taburin
Diese rosigwangigen und unschuldigen Kinder haben nichts mit den grausamen und satirischen Darstellungen des Feindes auf gewöhnlichen Propagandaplakaten aus derselben Zeit zu tun.
Wladimir Taburin
Solche Postkarten sollten die Moral steigern und die Menschen glauben machen, dass der Sieg leicht und mit wenig Blutvergießen erreicht werden könnte.
Wladimir Taburin
Die Postkarten wurden oft mit russischen Sprichwörtern oder patriotischen Parolen begleitet wie „Lasst uns den Feind schlagen, Brüder! Verschwenden wir keine Zeit!“.
Wladimir Taburin
Sie sind aber auch auf Kritik gestoßen. Einige glaubten, dass diese Postkarten den falschen Eindruck von Krieg vermitteln. Die Menschen sollten den Krieg für das sehen, was er war und sich den Realitäten von Tod und Chaos stellen.
Wladimir Taburin
Es war nicht Russlands Idee, die Erwachsenen durch die Kinder zu ersetzen. Ähnliche Postkarten wurden im deutschen und österreichisch-ungarischen Reich sowie bei den Entente-Mächten verbreitet.
Wladimir Taburin
Soldaten standen solchen Postkarten eher mit Skepsis gegenüber. Frauen mochten sie, weil es im Gegensatz zu den Bildern von den mit toten Soldaten bedeckten Schlachtfeldern vielleicht einfacher war, sie anzuschauen.