Sozialistische Paläste für das Volk: Wie sich Sowjetbürger in Sanatorien erholten (BILDER)

Vor der Revolution war der Urlaub in den Kurorten ein Privileg des Adels. Die sowjetische Regierung veränderte diese Situation von Grund auf, indem sie die wichtigsten Mitglieder der neuen sozialistischen Gesellschaft - Bauern, Soldaten und Arbeiter - zu entspannenden Kuraufenthalten sandte.

Millionen von Sowjetbürgern hatten Wladimir Lenin für die Sanatorien zu danken. Denn der Anführer der Oktoberrevolution hatte bereits 1919 ein Dekret über “Heilheime von nationaler Bedeutung” unterzeichnet. Das auffälligste Beispiel dieser Politik war die Eröffnung eines Sanatoriums für Bauern im Jahr 1925 im Liwadija-Palast, der ehemaligen luxuriösen Sommerresidenz der letzten drei russischen Zare.

Die Einweisung in ein Sanatorium wurde Bauern aus dem ganzen Land kostenlos zur Verfügung gestellt. Sogar die Reisekosten waren gedeckt. Die Behandlung dauerte sechs Wochen und beinhaltete unter anderem Atemübungen an der heilsamen Luft und Spaziergänge entlang des Sonnenpfads (ehemals der Zarenpfad) - einer sieben Kilometer langen Strecke durch einen Kiefernwald.

Der Morgen begann um 7 Uhr mit einem Weckruf, gefolgt von Gymnastik an der frischen Luft, Frühstück und Behandlungsverfahren. Die Bibliothek, Billard und Schach wurden als Freizeitaktivitäten angeboten.

Der Liwadija-Palast beherbergte ein kleines Museum mit persönlichen Sachen aus dem Besitz der Zaren. Die Bolschewiki hängten an jeden Gegenstand ein Preisschild. Das präsentierte Luxusleben erstaunte die Bauern und verstärkte gleichzeitig ihre Freude über die Revolution.

In der ehemaligen Zarenresidenz gibt es heutzutage ein Museum, das sowohl den Romanows als auch der Jalta-Konferenz gewidmet ist, die hier im Zweiten Weltkrieg zwischen Stalin, Churchill und Roosevelt stattfand.

In den späten 1920er Jahren wurden auf der Krim Sanatorien für 10 000 Sowjetbürger eingerichtet. Bis Mitte der 1930er Jahre hatte sich diese Zahl verdoppelt.

Die Sanatorien in Liwadija waren auf Herzkrankheiten spezialisiert. Körper- und Gelenkschmerzen wurden seit dem 19. Jahrhundert in Kurheimen in Jewpatorija mit Heilschlamm behandelt.

Bereits in den 1930er Jahren wurde die Krim für die zahlreichen Urlauber aus der ganzen Sowjetunion zu klein, so dass Sanatorien in der Stadt Sotschi auf der gegenüberliegenden Seite der Schwarzmeerküste auftauchten. Das Foto zeigt das luxuriöse Ordschonikidse-Sanatorium (benannt nach dem Volkskommissar für Schwerindustrie), einen Palast in jeglicher Hinsicht, abgesehen von seinem Namen.

Benannt zur Ehre des Verteidigungsminister, verfügte das Woroschilow-Sanatorium über sieben Pavillons und eine speziell gebaute Seilbahn, die die Gäste zum Strand transportierte.

Nicht alle Sanatorien befanden sich am Meer. Bei der Auswahl eines Standortes wurden vor allem Abgeschiedenheit und Natur berücksichtigt. Dies ist die Kantine des Tscheljabinsker Sanatoriums für verwundete und demobilisierte Rotarmisten.

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