Wie hätte das Lenin-Mausoleum aussehen können? (FOTOS)

Archive photo; Moskva agency; Public Domain
Nach dem Tod des Führers der Russischen Revolution kündigte die Regierung einen allsowjetischen Wettbewerb um das beste Mausoleum auf dem Roten Platz an. Wir zeigen einige dieser ehrgeizigen Ideen von 1925.
So sah das erste Mausoleum aus.

1. Ende 1923 wurde auf einer Sitzung des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion über die Einbalsamierung Wladimir Lenins nach dessen Tod diskutiert. Schließlich verschlechterte sich seine Gesundheit damals von Tag zu Tag. Zum Zeitpunkt von Lenins Tod im Januar 1924 war auf dem Roten Platz bereits das erste Mausoleum aus Holz errichtet worden.

2. Dieses Projekt wurde vom berühmten sowjetischen Architekten Alexej Schtschussew in Form eines quadratischen Sockels mit einer Pyramide gestaltet. Im Frühjahr 1924 kamen zwei Seitenständer hinzu.

Fjodor Schechtels Entwurf.

3. 1925 wurde jedoch ein allsowjetischer Wettbewerb um das beste Mausoleumsprojekt für Lenin ausgeschrieben.

Ein Mausoleum-Projekt von V. M. Parodin-Nardson.

4. Zu den Absendern der 117 eingereichten Projekte gehörten solche berühmten Persönlichkeiten wie Fjodor Schechtel, Architekt des Jaroslawski-Bahnhofs in Moskau, und Lew Rudnew, der das  Hauptgebäude der Moskauer Staatsuniversität entworfen hatte.

Ein Mausoleum-Projekt von V.V. Tarasow. 

5. Gemäß der Wettbewerbsregeln musste das Projekt eine Innenhalle für Lenins Leiche und eine unterirdische Halle für ein Museum umfassen. An den Wänden sollte eine Dekoration angebracht sein, die revolutionäre Themen und das Leben von Wladimir Lenin widerspiegelt. Das Mausoleum musste architektonisch auch mit den Kremlmauern und dem Roten Platz harmonieren.

Ein Mausoleum-Projekt von N. Rjabow. 

6. Das Mausoleum sollte einen „beeindruckenden Anblick“ bieten und ein „Anziehungspunkt für alle Augen“ sein.

Rjabows Projekt in Farbe.

7. Insgesamt hat die Kommission die Liste auf die 25 interessantesten Projekte eingegrenzt.

Links: Ein Mausoleum-Projekt von F. Ya. Veber. Rechts: Ein Mausoleum-Projekt von A. I. Schischkin.

8. Die Kommission lehnte „technisch unmögliche“ und „fantastische“ Projekte sowie Vorschläge zur Änderung des Ortes des künftigen Baus ab.

Links: Ein Mausoleum-Projekt von V. Gawrilin. Rechts: Ein Mausoleum-Projekt von V. Gubanow. 

9. Nicht alle Teilnehmer waren professionelle Architekten. Einige Leute schickten ihre Zeichnungen auf Geschenkpapier und sogar in Schulheften ein.

Ein Mausoleum-Projekt von S. Fienow. „Die Buchstaben ‚UdSSR' sollen nachts leuchten, also muss man dort eine Art Lampengallerie installieren.“

10. Einige der Teilnehmer schlugen vor, das Mausoleum in Form eines Pentagrammsterns und der Erdkugel als Symbol für die revolutionäre Solidarität aller Kontinente zu errichten, die durch die Idee der allmenschlichen Gemeinschaft im Kommunismus vereint sind.

N. Baranow; S. Maklaschow und P. Korolew. Mausoleen in Form eines Sterns.

11. Alle Projekte umfassten eine Tribüne für öffentliche Ansprachen der sowjetischen Führung als Erinnerung an die Zeiten, als Lenin selbst seine aufrüttelnden Reden hielt. 

Links: M.Rostowskijs Turm. Rechts: Ein Projekt von P. Beloserskij

12. Am Ende entschied sich die Kommission jedoch für einen Entwurf von Alexej Schtschussew, den er bereits vor dem Wettbewerb eingereicht hatte. 

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