Nazi-Propaganda: Moskauer Buchladen verkaufte Hitler-Geschenktüten

Eine Szene aus dem Film "Er ist wieder da" über Hitler, der plötzlich im modernen Deutschland aufgewacht ist.

Eine Szene aus dem Film "Er ist wieder da" über Hitler, der plötzlich im modernen Deutschland aufgewacht ist.

Kinopoisk.ru
Wegen des Verkaufs von Geschenktüten mit Nazi-Symbolik und einer Abbildung Adolf Hitlers wurde eine Buchhandlung in Moskau zu einer Geldstrafe verurteilt. Seit 2014 ist die Verwendung faschistischer Symbole in Russland verboten.

Ein Moskauer Buchladen wurde wegen der Verwendung von Abbildungen Hitlers sowie Nazi-Symbolik auf Geschenktüten von einem Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Besitzer der Ladenkette müssen insgesamt 30 000 Rubel (umgerechnet rund 336 Euro) Strafe zahlen. 

Das russische Gesetz, das Nazi-Propaganda verbietet, wurde im Herbst 2014 verabschiedet. Bei Verstößen drohen Geldstrafen zwischen 1 000 und 2 000 Rubel (elf bis zwölf Euro) oder bis zu 15 Tagen Haft. Beamte müssen mit bis zu 4 000 Rubel (45 Euro) Strafe rechnen, juristische Personen, also auch Buchläden, können mit Strafen zwischen 10 000 und 50 000 Rubel (112 bis 560 Euro) belegt werden.

Im vergangenen April wurde in Russland der Holocaust-Comic „Maus“ von Art Spiegelman verboten. Bücherläden mussten ihn wegen eines Hakenkreuzes auf dem Cover aus dem Verkauf nehmen. Das Buch in russischer Sprache kann man jedoch weiterhin völlig legal im Internet erwerben. 

Kurz zuvor waren bereits Spielzeugsoldaten in Uniformen der Wehrmacht aus dem Handel genommen worden. Verkauft wurden sie im größten russischen Einkaufszentrum für Kinder am Lubjanka-Platz in Moskau, das im März 2015 nach langjährigen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet wurde. Gegen der Besitzer des Geschäfts wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Alle Rechte vorbehalten. Rossijskaja Gaseta, Moskau, Russland

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