„Meister und Margarita“: Von Mythen und Fakten

Schauspieler des Musicals „Meister und Margarita“.  Foto: Jewgenija Nowoschenina/RIA Novosti

Schauspieler des Musicals „Meister und Margarita“. Foto: Jewgenija Nowoschenina/RIA Novosti

Am 2. März feierte das Musical zu Michail Bulgakows „Meister und Margarita“ in Moskau Premiere. Es wird nun abwechselnd in der Hauptstadt und Sankt Petersburg aufgeführt. RBTH verrät, was Bulgakow zu seinem Meisterwerk inspirierte.

Goethes Faust und die nordische Mythologie

Michail Bulgakows Fürst der Finsternis, Woland, hatte gleich mehrere Vorbilder. Sein Name leitet sich von einer der vielen Bezeichnungen für den Teufel ab. In Goethes „Faust" ist vom Junker Voland die Rede. Eine Verbindung zu Goethes „Faust" ergibt sich durch den Krückstock mit Pudelkopf – in der Gestalt eines Pudels erscheint Mephisto, der Teufel, Faust das erste Mal – sowie durch die Antwort auf die Frage nach Wolands Nationalität („Möglicherweise deutsch"). Nach Meinung der Literaturkritiker erinnert der große und dunkelhäutige Woland äußerlich aber auch an den berühmten Mystiker und Abenteurer Graf Cagliostro. Die Krähe auf der Schulter und die vier schwarzen Pferde sind hingegen Attribute des nordischen Gottes Odin, der auch Wotan genannt wird.

 

Der Ball im Spaso House

Als Vorbild für den Ball des Teufels dient möglicherweise das Frühlingsfest im Spaso House, der Residenz des US-amerikanischen Botschafters, das

am 24. April 1935 stattfand. Die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Marietta Tschudakowa stellte diese These erstmals auf. Es ist bekannt, dass Bulgakow unter den Gästen des Sommerfests war. Der damalige Botschafter William Bullitt hatte seinen Mitarbeitern aufgetragen, ein extravagantes Fest zu organisieren. Die Dekoration bestand aus einem Birkenhain mit einer Lichtung. Dazu gab es Fasanen, Papageien und Finken und sogar einen Streichelzoo mit Ziegen, Hähnen und Bären. „Ich erinnere mich besonders an den großen Saal, in dem ein Schwimmbad und eine unglaubliche Menge exotischer Blumen waren", erzählt Jelena Bulgakowa. Das Fest verlief nicht ohne Zwischenfälle: Die Bären tranken Champagner und die Finken flogen durch sämtliche Räumlichkeiten.

 

Margarita und die Bluthochzeit

Im Roman werden Margaritas französische Wurzeln und ihre Verwandtschaft zu einer der Königinnen betont...

 

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