Auf der Suche nach Gott? Diese zwei russischen Romane helfen Ihnen dabei

Fjodor Dostojewskij

Fjodor Dostojewskij

Igor Boyko/Sputnik
Die russische Literatur scheint sich oft um die Suche von Gott und dem Sinn der menschlichen Existenz zu drehen. Russia Beyond stellt zwei Romane vor, die zu den „Besten der Besten“ gehören, wenn es um die göttliche Frage geht.

Die britische Zeitung The Guardian, berühmt für ihre angesehenen Buchkritiken, hat eine Liste der „Zehn wichtigsten Romane über Gott“ veröffentlicht. Darunter befinden sich Fjodor Dostojewskijs „Brüder Karamasow“, sowie Ewgenij Wodolaskins zeitgenössischer Publikumserfolg „Laurus“, der bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.

„[Gott] kommt in der Fiktion nicht sehr oft vor, aber in diesen Büchern - geschrieben von Autoren wie Fjodor Dostojewskij oder John Updike – ist seine Wirkung allmächtig“, schreibt The Guardian. Unter den Millionen von Romanen, aus denen sie wählen mussten, stammen zwei in ihrer Liste aus Russland, einer aus dem 19. Jahrhundert und einer aus dem 21. Jahrhundert.

„Die Brüder Karamasow“ aus dem Jahr 2008

„Die Brüder Karamasow“ ist ein weniger bekannter Roman als „Schuld und Sühne“, obwohl dieses Werk von vielen russischen Kritikern als Dostojewskijs bester und komplexester Roman betrachtet wird. Dostojewskij plante, die „Brüder Karamasow“ zum ersten Teil eines größeren Werkes, der „Geschichte des großen Sünders“, zu machen, doch er verstarb, bevor er sein Vorhaben verwirklichen konnte.

Der Roman gibt das Leben von Aljoscha, einem Mönch und dem jüngsten von drei Brüdern in der Familie, wieder. Im spirituellen Sinn kann Aljoscha mit Prinz Myschkin, der Hauptfigur aus Dostojewskijs Roman „Der Idiot“, verglichen werden. Während sein älterer Bruder Iwan ein Atheist ist, fühlt sich Aljoscha zunehmend in seinem Leben von Geheimnissen umgeben und muss sich mit den eigenen inneren Unruhen auseinandersetzen.

„[Iwan Karamasow] fragt Alojscha, ob er selbst eine Welt erschaffen würde, die allumfassende Liebe auf Kosten des Leidens eines einzelnen Kindes zum Ende hat. Diese Frage müssten sich alle Gläubigen stellen, um dann mit der Antwort zu leben“, schreibt The Guardian.

Ein heiliger Narr

„Laurus“ ist im Gegensatz dazu völlig anders, obwohl der zentrale Fokus auch auf einem Mann Gottes liegt - ein Orthodoxer aus dem 15. Jahrhundert, der ein „heiliger Narr“ wird. Der Roman beschreibt das Leben dieses mittelalterlichen Heiligen, von seiner Kindheit, seinen Wanderungen bis hin zu seinem Tod.

Der Autor, Eugenij Wodolaskin, erzählt zudem vom alten Russland und seinen Städten, wie zum Beispiel Pskow, und verwendet viele altertümliche Wörter in seinen Erzählungen. „Laurus“ stellt damit durchaus eine Herausforderung für Übersetzer dar.

„Bewegend, nachdrücklich und oftmals witzig führt uns die große Leistung des Romans in die mittelalterliche Welt des Glaubens, in der Gott und die Heiligkeit alle Dinge durchdrangen“, resümiert The Guardian.

>>>Warum ist Russland eigentlich weitestgehend christlich-orthodox?

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