Warum sind russische Tücher immer quadratisch?

Kultur
RUSSIA BEYOND
Russische Frauen tragen Tücher zu jeder Jahreszeit: im Herbst anstelle eines Schals, an einem kühlen Sommerabend als Stola.

Die bekanntesten russischen Tücher mit symmetrischen Blumenmustern werden seit 1795 in der Stadt Pawlowskij Possad in der Nähe von Moskau hergestellt. Diese Tücher werden im Ausland meist als „russisch“ bezeichnet und oft als Souvenir gekauft.

Die Merkmale sind ihre quadratische Form und die streng festgelegten Größen. Grund dafür ist, dass Tücher aus dem Osten nach Russland kamen und ursprünglich rechteckig waren. Sie waren handgefertigt und meist aus Seide, so dass sich nur wohlhabende Damen diese leisten konnten.

Mit der Zeit kamen die Tücher beim Adel und bei den Kaufleuten in Mode. Die Nachfrage wuchs und damit auch die Zahl der Hersteller und die Konkurrenz zwischen ihnen. So beschlossen die Hersteller aus Pawlowskij Possad, die billigeren Wolltücher mit einem bedruckten statt einem gewebten Muster zu produzieren, das sich symmetrisch wiederholt. Das Muster wurde mit Hilfe spezieller Holzstempel aufgebracht, so dass seine Größe standardisiert war.

Dank dieser Technologie sank der Preis der Pawlowskij-Possad-Tücher, und sie wurden sogar für Bauern (wenn auch nur für wohlhabende!) erschwinglich.

Heute werden die Muster mit einem Laser aufgebracht. Wenn das Muster sehr komplex ist, erfolgt dieser Prozess manuell.

Die Hauptfarbe des Tuchs erscheint jedoch erst ganz am Ende des Herstellungsprozesses. Übrigens war der Hintergrund bis vor kurzem nur schwarz, weiß und hell, alle anderen Farben kamen erst im 20. Jahrhundert.

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