Geschichte Tag für Tag: 21. August

Getty Images
In der Rubrik "Geschichte Tag für Tag" können Sie sich gemeinsam mit RBTH an besondere historische Ereignisse mit und um Russland herum erinnern.

21. August 1968:

In der Nacht zum 21. August wurde der "Prager Frühling" gewaltsam von Truppen des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Alexander Dubček proklamierte im Frühjahr 1968 die von ihm geforderten Reformen, die einen "Sozialismus mit einem menschlichen Gesicht" schaffen sollten. Es war der Versuch, den Bürgern zusätzliche demokratische Rechte zu geben: Meinungsfreiheit, Freizügigkeit und weniger staatliche Kontrolle über die Medien. Die neue Politik wurde von der UdSSR abgelehnt. Nachdem Truppen innerhalb weniger Stunden alle strategisch wichtigen Positionen in der ČSSR besetzt hatten, endete damit auch der Prager Frühling.

 

21. August 1955:

Die sowjetische Fußball-Nationalmannschaft gewann das erste Länderspiel gegen die Bundesrepublik Deutschland mit 3:2. Das Freundschaftsspiel fand im Moskauer Dynamo-Stadion statt, zehn Jahre nach Kriegsende und auf Initiative des Fußballverbandes der UdSSR. Der Sieg war einer der wenigen für die sowjetische Nationalelf über das Team Westdeutschlands.

 

21. August 1940:

Der 60-jährige Leo Trotzki wurde vom sowjetischen Agenten Ramón Mercader in Mexiko mit einem Eispickel erschlagen. Während des Bürgerkriegs galt Trotzki noch als zweiter Mann in der Partei. Nach Lenins Tod 1924 drängte Stalin die Unterstützer Trotzkis allmählich aus der Regierung und konzentrierte alle Macht in eigener Hand. 1927 wurde er schließlich aus der Partei ausgeschlossen und kurz darauf ins Exil verbannt. Da ihm ein europäisches Land nach dem andern auf Druck Stalins die Einreise verwehrte, verschlug es Trotzki letztlich nach Mexiko. Auch im Exil veröffentlichte er weiterhin Bücher und Schriften, die das Regime Stalins als eine Perversion der Ideale des Marxismus und der Revolution verunglimpften. Deshalb entschied sich Stalin dazu, seinen Widersacher zu beseitigen.

Der spanische Stalinist Ramón Mercader hatte sich als Bewunderer Trotzkis in dessen inneren Zirkel eingeschleust und besuchte sein Haus in Coyoacán regelmäßig. Am 20. August 1940 befanden sich die beiden Männer alleine in einem Zimmer – und Mercader schritt zur Tat. Als sich Trotzki über ein vom Mörder mitgebrachtes Dokument beugte, hieb dieser mit einem Eispickel auf ihn ein und verletzte ihn tödlich.

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung ausschließlich unter Angabe der Quelle und aktiven Hyperlinks auf das Ausgangsmaterial gestattet.

Weiterlesen