Zehn Naturwunder in Russland (FOTOS)

@_olgazima_
Die meisten dieser Naturphänomene haben – wenig überraschend - mit Schnee und Eis zu tun.

1. Erdlöcher in Sibirien 

Das erste riesige Erdloch in der sibirischen Tundra wurde 2013 entdeckt. Schon bald wurden weitere gigantische Löcher in der Region gefunden. Wissenschaftler fanden heraus, dass die Löcher die Folge von Explosionen sind. An einigen Stellen hat der schmelzende Permafrost riesige Menge Methangas freigesetzt. Ein winziger Funke, der etwa entsteht, wenn Gestein aneinander reibt, reicht aus, um es zu entzünden.  

Das Problem, mit dem die Wissenschaft heute konfrontiert ist, besteht darin, dass niemand vorhersagen kann, wann und wo das nächste Loch entstehen wird. Bislang sind sie ausschließlich in unbewohnten Gegenden aufgetaucht. Doch theoretisch könnte das Naturphänomen auch in den dünn besiedelten Gebieten Sibiriens auftreten. 

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2. Baikal Zen 

Im Winter ist der Baikalsee von einer extrem dicken Eisschicht bedeckt. Der Wind weht Steine vom Ufer auf das Eis. Tagsüber taut es unter den Steinen. Der Wind wirbelt das so geschmolzene Wasser auf, das sofort wieder gefriert und kleine Erhebungen unter den Steinen bildet. Das Phänomen wird „Baikal Zen“ genannt. 

3. Eisringe am Baikalsee 

Wie entstehen die riesigen Eisringe auf dem Baikalsee? Wissenschaftler sind dieser Frage auf den Grund gegangen und haben ihre Erkenntnisse letztes Jahr veröffentlicht. 

Es stellte sich heraus, dass es nichts mit Methanablagerungen zu tun hatte, sondern mit Strömungen, die im Durchschnitt ein bis zwei Grad wärmer sind als das umgebende Wasser. Das erste Mal, dass die Ringe entdeckt wurden, war 1969. Der größte jemals registrierte Ring hatte einen Durchmesser von beeindruckenden vier Kilometern.

4. Lichtsäulen  

Für dieses seltene Schauspiel ist ein plötzlicher Temperaturabfall verantwortlich. Das Eis in der Luft kristallisiert, wenn die Temperatur rasch um 10 bis 20 Grad Celsius sinkt. Die Feuchtigkeit in der Atmosphäre gefriert und fällt in Form von Kristallen auf die Erde. Diese Kristalle reflektieren die Lichter von Siedlungen und andere Lichtquellen und erzeugen diese wunderschönen bunten Säulen. 

5. Gefrorenes Fett 

Eine dicke Schicht gefrorener Kristalle auf der Wasseroberfläche wird als „gefrorenes Fett“ bezeichnet. Diese gefrorenen Flecken entstehen, wenn das Gewässer ungleichmäßig gefriert.

All diese Schönheit verwandelt sich später wieder in eine gewöhnliche Eisschicht.

6. Gefrorene Kugeln  

Es gibt Zeiten, in denen sich „gefrorenes Fett“ in Kugeln verwandelt. Das passiert, bei kräftigem Wellengang, der das Fett zu kleinen Kugeln rollt. Dies kann manchmal im Finnischen Meerbusen beobachtet werden, der gelegentlich scherzhaft als „baltische Fleischbällchensuppe“ bezeichnet wird.

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7. Perlwolken  

Dieses Phänomen bezieht sich auf Wolken in der Stratosphäre und verdankt seinen Namen dem Glanz, der Perlen ähnelt. Tatsächlich bestehen diese Wolken aus Eis und werden noch seltener beobachtet als Aurora Borealis, auch als „Nordlichter“ bekannt. Sie treten üblicherweise am Gefrierpunkt auf, der in der Stratosphäre bei -85 °C liegt.  

8. Gefrorenes Haar  

Eine andere ungewöhnliche Form, die Eis annehmen kann, ähnelt einer Haarsträhne. Es „wächst“ ausschließlich auf Bäumen, normalerweise auf alten und verrottenen Zweigen von Laubbäumen. Dieses Phänomen begegnet Ihnen häufig in den russischen Wäldern. 

Das „Haar“ erscheint nachts und verschwindet bald nach Sonnenaufgang. Die Eiskristalle bilden sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, während das silberne „Haar“ von einem Pilz namens „Exidiopsis effusa“ gebildet wird. Wie das genau geschieht, ist noch ein Rätsel, aber es scheint die Arbeit einer speziellen Verbindung zu sein, die wie ein Inhibitor der Rekristallisation wirkt. Die Strähnen können bis zu 20 cm lang werden und sind nicht dicker als echtes menschliches Haar.

9. Schneerollen 

Diese „Rollen“ sind das Ergebnis einer kombinierten Anstrengung zwischen Wind und Schwerkraft. Starker Wind formt den Schnee buchstäblich in schöne Rollen mit eigenartigen Wirbeln. 

Dieses meteorologische Phänomen ist ziemlich selten, da mehrere Bedingungen zusammenkommen müssen. Der Schnee muss feucht sein, es benötigt eine Steigung und einen Wind, der stark genug ist, um den Schnee zu rollen, ohne ihn zu zerstören. Die Temperaturen müssen etwas über Null liegen. Die Rollen können manchmal mehr als einen Meter Durchmesser haben.  Zuletzt wurden sie im Moskauer Neskutschni Sad Park entdeckt und gingen umgehend viral. 

10. Eisscherben 

Diese gefrorenen Scherben stehen manchmal fast senkrecht und erreichen eine Höhe von bis zu 20 cm! Sie bilden sich, wenn eine kalte Wasserschicht gefriert, dann zusammengedrückt wird und zerbricht. Das Phänomen kommt häufig im Arktischen Ozean vor, kann aber auch im Baikalsee sowie in der Newa in St. Petersburg beobachtet werden. 

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