Euronews-Aktien zur Entschädigung von Ex-Yukos-Aktionären beschlagnahmt

AP
Der Kreml kündigt rechtliche Schritte zum Schutz russischen Eigentums im Ausland an.

7,5 Prozent der Aktien des französischen Nachrichtensenders Euronews wurden in Frankreich  beschlagnahmt, berichtet die russische Zeitung „RBC Daily“. Diese Aktien gehören der staatlichen russischen Fernseh- und Rundfunkgesellschaft WGTRK. Die Beschlagnahmung erfolgte aufgrund einer Klage ehemaliger Yukos-Aktionäre. Im vergangenen Jahr hatten das Haager Schiedsgericht und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entschieden, dass Russland die früheren Aktionäre entschädigen müsse. Der EGMR sprach den Klägern 1,8 Milliarden, das Haager Schiedsgericht sogar 50 Milliarden Euro zu.

Die Beschlagnahmung der Aktien werde einer Quelle aus dem Umfeld von Euronews zufolge keinen Einfluss auf den laufenden Betrieb des Senders oder den von WGTRK haben.

WGTRK hat bereits im Jahr 2001 1,8 Prozent Aktien an Euronews erworben und dafür nach Schätzungen der russischen Wirtschaftszeitung „Kommersant“ rund 227 000 Euro gezahlt. 2004 stieg die Beteiligung von WGTRK an Euronews auf 16 Prozent. Laut Kommersant sind dafür etwa 3,5 Millionen Euro geflossen.

Russland wehrt sich gegen die Urteile aus Den Haag und Straßburg. Dennoch wurden bereits im Sommer russische Aktiva im Ausland beschlagnahmt. Die ehemaligen Yukos-Aktionäre hatten vor europäischen und US-amerikanischen Gerichten Vollstreckungsmaßnahmen  erwirkt. Auch gegen die jüngsten Aktionen will Russland vorgehen, wie der Sprecher des russischen Präsidenten ankündigte.

Moskau will ehemalige Yukos-Aktionäre nicht entschädigen

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