Staatsgeschenke: Kostbares und Kurioses

2013 bekam der Gouverneur der japanischen Präfektur Akita Norihisa Satake einen sibirischen Kater von Putin als Geschenk.

2013 bekam der Gouverneur der japanischen Präfektur Akita Norihisa Satake einen sibirischen Kater von Putin als Geschenk.

AFP/East News
Bei Staatsbesuchen ist es üblich, sich etwas zu schenken. Auch Russlands Präsident kommt nicht mit leeren Händen. Und Wladimir Putin ist bekannt für außergewöhnliche Geschenke.

Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin wählt Geschenke für hochrangige Politiker in der Regel selbst aus. Der protokollarische Dienst hält aber stets Vorschläge für den Präsidenten bereit. Meist werden den internationalen Gästen Kunstwerke, Gemälde und Kunsthandwerk überreicht. Unter den Geschenken finden sich aber auch Waffen und Tiere, wie Putinsprecher Dmitrij Peskow erzählt. Ein finanzielles Limit gibt es übrigens nicht.

Schwerter und Kalaschnikows

Eigentlich ist es in Russland verboten, ohne Genehmigung Waffen zu schenken. Mit Ausnahme des Präsidenten – für ihn gilt dieses Verbot nicht. Regelmäßig überreicht Putin solche „gefährlichen“ Geschenke an seine internationalen Amtskollegen.

Foto: AFP/East News

So übergab Putin beim Staatsbuch im Februar 2015 in Ägypten dem Präsidenten und Waffenliebhaber Abdel Fattah el-Sisi eine russische Spezialität besonderer Art: ein Sturmgewehr AK-47, besser bekannt als Kalaschnikow. Anfang 2015 überreichte Wladimir Putin dem venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro eine Kopie des Schwertes des lateinamerikanischen Nationalhelden Simon Bolivar. Das Schwert, das 1950 angefertigt wurde, sei die einzige originalgetreue Kopie gewesen, die bis dato nicht in Venezuela aufbewahrt worden sei, sagte der venezolanische Präsident und dankte Putin für diese Geste.

Beim Staatsbesuch in Tadschikistan im Oktober 2012 schenkte Putin seinem Amtskollegen Emomali Rachmon ein handgraviertes Scharfschützengewehr. Was er sich dabei gedacht hat, ist unklar.  

Ikonen

Foto: Reuters

Papst Franziskus konnte sich bei Putins Besuch im November 2013 über eine Marienikone freuen. Bei einem nächsten Treffen 2015 brachte Putin dem römisch-katholischen Kirchenoberhaupt ein Tafelbild mit dem Abbild der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale sowie einige Bände der christlich-orthodoxen Enzyklopädie mit – wertvolle Geschenke und Zeugnisse des orthodoxen Glaubens.

Foto: AP

Im April 2002 schenkte Putin seinem Freund Silvio Berlusconi ein Buch über ihn selbst. Im Buch „Berlusconi-Effekt“ schreiben Marina Sinizyna und Giancarlo Lehner über die politische Karriere des wohl bekanntesten Italieners. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erhielt zu ihrem Geburtstag im Jahr 2006 ein Gemälde im Stil der altrussischen Ikonenmalerei Palech. 2013 schenkte der Präsident ihr eine alte Lithografie, die der Unterzeichnung des russisch-deutschen Handelsabkommens 1894 gewidmet ist.

Sinn für Praktisches

Foto: Dmitry Astakhov/TASS

Als Präsident Putin 2014 den Apec-Gipfel besuchte, hatte er für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping ein in Russland hergestelltes Mobiltelefon, das Yotaphone 2, im Gepäck. Die Bildschirmhintergründe mit russischer, chinesischer und Apec-Symbolik waren auf dem Handy vorinstalliert. Xi Jinping wurde so der erste Besitzer des neuen Modells – noch vor der  offiziellen Markteinführung.

Foto: Reuters

Seinem US-amerikanischen Amtskollegen schenkte Putin bisher mehr Praktisches denn Außergewöhnliches. Beim G-8-Gipfel 2013 erhielt Barack Obama ein Kaffeeservice. Als Putin ihn im gleichen Jahr beim G-20-Gipfel in Sankt Petersburg begrüßte, schenkte er ihm ein Tellerset mit Motiven aus Sankt Petersburg, ein Teeservice und eine DVD mit Aufführungen des Mariinski-Balletts. 

Die Geschenke des Präsidenten können aber auch sehr niedlich und lebendig sein. Der Gouverneur der japanischen Präfektur Akita Norihisa Satake bekam einen sibirischen Kater. Putin revanchierte sich damit für einen Hundewelpen der Rasse Akita Inu, den der Gouverneur dem bekennenden Hundefreund Putin als Dank für die russische Unterstützung nach dem Erdbeben und Tsunami im Nordosten 2013 geschenkt hatte.

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