Dombaj: Günstiges Skivergnügen mit kaukasischem Flair

Dombaj ist ein Paradies für Freerider. Diese finden bei genügend Schnee von Januar bis März in steilen Schluchten, auf breiten Schneefeldern und Waldtrassen ihr Vergnügen. Foto: Lori/Legion Media

Dombaj ist ein Paradies für Freerider. Diese finden bei genügend Schnee von Januar bis März in steilen Schluchten, auf breiten Schneefeldern und Waldtrassen ihr Vergnügen. Foto: Lori/Legion Media

Unweit des exklusiven Skiresorts Krasnaja Poljana befindet sich das Skigebiet Dombaj. Mit seiner einzigartig schönen Landschaft und seiner vielfältigen Küche bietet dieses Skiresort seinen Besuchern ein unvergessliches Schneeabenteuer zu bezahlbaren Preisen.

Dombaj zählt zu den berühmtesten Skiresorts im Kaukasus und befindet sich in der Republik Karatschai-Tscherkessien. Der Skiort erstreckt sich im Tal Dombaiskaja Poljana am Fuße der Gebirgskette Glawnij Kawkaskij Chrebet. Das macht Dombaj für seine Gäste zu einem einzigartigen Skivergnügen inmitten unberührter Natur.

 

Anfänger und Profis sind willkommen

Das typische Bild eines Skiresorts, wo sich entlang der Pisten und im Tal unzählige schicke Cafés und Modeboutiquen aneinanderreihen, wird man in Dombaj nicht finden. In dieser Skiregion legt man eher Wert auf ein echtes Skierlebnis inmitten einer naturbelassenen Berglandschaft – auf ein Erlebnis, das nicht durch den Geruch von heißer Schokolade auf den Pisten oder den Geschmack abgestandenen, in Fässern gelagerten Weins in Restaurants beeinträchtigt wird. In Dombaj lässt sich das wahre Herz des Kaukasus erleben, das sich durch Gastfreundlichkeit auszeichnet und ein Leben nach eigenen Regeln zulässt.

Dombaj lässt sich vom Flughafen Kawkaskie Mineralnye Wody aus über zwei Wege erreichen, einen kurzen und einen langen. Die längere Strecke führt durch die Stadt Tscherkessk und ist ein Umweg von etwa 20 Kilometern. Die zweite, kürzere Strecke hingegen ist ein kleines Abenteuer: Sie führt über eine Serpentinenstraße, auf der steile Abhänge, Steinschläge und zum Teil durch dickes Eis bedeckte Straßenabschnitte keine Seltenheit sind. Auf den Pässen kommt zudem starker Wind hinzu, der das Auto auch einmal verwehen kann, und in den Kurven sollte man sich auf eine kleine Schleuderpartie gefasst machen. Zur einen Seite droht der Abgrund, in den man leicht stürzen kann, da es entlang der gesamten Strecke keine Leitplanken gibt. Zur anderen Seite hin eröffnet sich einem jedoch ein Ausblick auf einen majestätischen Bergkamm, der sich bis nach Dombaj erstreckt.

Im Skigebiet Dombaj kommt jeder Ski- und Snowboardfahrer voll auf seine Kosten. Hier findet man auf etwa 25 Kilometern Pisten sämtliche Schwierigkeitsgrade, sodass Anfänger wie Profis gleichermaßen ihre absolute Freude haben werden. Die Pisten erstrecken sich am Berg Mussa-Atschitar auf einer Höhe von 1 630 bis 3 168 Metern über dem Meeresspiegel. Der obere Pistenteil zeichnet sich dabei durch flache Ebenen ohne steile Hänge aus, wohingegen der untere Teil mit seinen Steilhängen und Hügeln eine echte Herausforderung für Könner ist.

In diesem Skigebiet sollte man keinen Alleingang wagen – die Gefahr, sich zu verirren, ist viel zu hoch. Foto: Lori/Legion Media

Das Skigebiet wird immer weiter ausgebaut; es verfügt derzeit bereits über fünf Sessellifte. Unter diesen befindet sich auch der Sechser-Sessellift Doppelmayr, der Wintersportliebhaber nach ihrer Abfahrt auf 1 600 Meter zurück auf 3 000 Meter bringt.

Saisonstart ist in Dombaj für gewöhnlich im Dezember, bis April ist eine dichte Schneelage garantiert. Vor einiger Zeit wurde die Saison bereits im November eröffnet und dauerte bis Juni an, wobei man dann bereits schneefreie Stellen und herumliegende Steine überspringen musste. Im Juni änderte sich das Klima und die Schneewolken zogen weiter zu den benachbarten Gipfeln.

 

Paradies für Freerider

Dombaj ist auch ein Paradies für Freerider. Diese finden bei genügend Schnee von Januar bis März in steilen Schluchten, auf breiten Schneefeldern und herausfordernden Waldtrassen ihr Vergnügen. Der Großteil der Freeride-Liebhaber des Backcountry können sich zudem auf den Gipfel Semenow-Baschiin 3 602 Meter Höhe wagen. Auf der drei bis vier Kilometer langen Abfahrtpassiert man neben breiten Schneefeldern jedoch auch Abschnitte, in denen hoheLawinengefahr besteht.

Alle Freeride-Gebiete sind hier äußerst gefährlich, da jederzeit Lawinenabgehen können. Daher sollte man in diesem Skigebiet keinen Alleingang wagen – die Gefahr, sich zu verirren, sich durch einen Sturz zu verletzen oder in eine Lawine zu geraten, ist viel zu hoch. Es empfiehlt sich daher, mit einem Führerin die Berge zu gehen. Ausgebildete Guides findet man an jeder Rettungsstation,wo man zudem auch Informationen über den Zustand der Hänge und überheranziehende Schneefronten erhält.

 

Vergnügen abseits der Pisten

Der größte Konkurrent von Dombaj ist der Wintersportort Prielbruse, dersich in der Republik Kabardino-Balkarien befindet. Ein klarer Vorteil von Dombajgegenüber diesem Skigebiet ist jedoch, dass es am Fuße der Dombajsker Bergeunzählige Après-Ski-Angebote gibt.

Speed-Junkies kommen auch abseits der Piste nicht zu kurz, denn bei Quad-, Skidoo- und Segway-Rennen können sie ihr Feingefühl für Geschwindigkeit unter Beweis stellen. Jene, die es gerne etwas ruhiger haben, können bei einemReitausflug die Natur genießen. Bei schönem Wetter kann man in Dombaj auch denHimmel erkunden, zum Beispiel bei einem Paragleitflug – mit einem erfahrenenGuide, versteht sich.

Seit Kurzem kann man in Dombaj auch eine neue Wintersportart ausüben: Speedriding. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Gleitschirmfliegen und Skifahren,wobei ein gehöriger Adrenalinkick garantiert ist.

Den Besuchern Dombajs, die Ruhe und Entspannung suchen, bietet fast jedes Hotel eine Sauna sowie ein Hallenbad. Foto: Lori/Legion Media

Den Besuchern Dombajs, die Ruhe und Entspannung suchen, bietet fast jedes Hotel eine Sauna sowie ein Hallenbad, wo man Körper und Geist Gutes tun kann. Für romantische Abende ist im Wintersportort auch gesorgt: Neben dem Hotel Gornye werschiny befindet sich ein Eislaufplatz, den Einheimische und auch Gäste gerne nachts besuchen. Denn wenn das Firmament von Tausenden Sternenerleuchtet ist, lassen sich dort gekonnte Schwünge zu rhythmischer Musikziehen, wobei einen das köstliche Glühweinangebot schon einmal vom Eis lockenkann.

Neben dem Sessellift Doppelmayr befindet sich direkt vor einem Steilhangein äußerst interessantes Bauwerk, das Hotel Tarelka (zu Deutsch: „Teller").Bei näherem Betrachten fällt es einem jedoch schwer, dieses Gebäude als Hotelzu bezeichnen. Wohl eher ähnelt es innen einem Hostel und außen einerfliegenden Untertasse mit kleinen Fenstern und Luken. Das Hotel Tarelka wurdezu Ehren von Leonid Iljitsch Breschnew errichtet, der in seiner Zeit alssowjetischer Staatschef Dombaj besuchte. Die Form des Gebäudes wurde bewusstgewählt: Das Hotel soll im Fall, dass eine große Lawine über dem Gebäude losbricht,ohne große Gefahr für die Gäste mit der Lawine ins Tal rutschen können.

 

Die Küche des Kaukasus

Die Märkte Dombajs sind ein absolutes Muss für jeden Besucher. Diese erstreckensich entlang jeder Liftstation und zeichnen sich durch ihre Warenvielfalt aus:Hier kann man von Wolljacken, Schals, handgefertigten Mützen über Marmeladenaus Zapfen, Walnüssen und Rosenblättern bis hin zum aromatischen Honig Dombajsalles finden.

Wem nach einem Marktspaziergang zu kalt ist, der kann sich in einem dervielen Restaurants, die sich entlang der Pisten erstrecken, aufwärmen. ZurKüche in Dombaj ist jedoch zu sagen, dass sie relativ einseitig ist undvorwiegend aus kaukasischen Gerichten besteht, die zwar äußerst schmackhaft undreichhaltig sind, aber auch sehr fetthaltig.

Doch was wäre ein Aufenthalt im Kaukasus ohne den köstlichen Geruch vonChytschiny, den typischen mit Kartoffeln, Fleisch oder Käse gefülltenFladenbroten! Jede Hausfrau hier hat ihr eigenes Rezept, nach dem sie diesezubereitet: Manche braten sie, andere geben Smetana (saure Sahne) oder garButter hinzu. Was wäre ein Restaurantbesuch, ohne einen Teller Schurpy,„gebratene Suppe", mit frischem Gemüse und Lammfleischstücken, oder einePortion Laghman mit speziell angerichteten Nudeln und aromatischen Gewürzengegessen zu haben?

Ein besonderes Entspannungsmittel aus dem Bereich der Kulinarik ist der Dombaj-Tee, dessen Zutaten hier in den Bergen gesammelt werden. Das Speziellean diesem Tee besteht darin, dass man ihn lange ziehen lässt, wodurch er etwasdickflüssig wird. Anschließend fügt man Sanddorn, Thymian, Hagebutte undnatürlich Almrausch in großer Menge hinzu, denn gerade dieser hilft einemdabei, sich in den Bergen zu akklimatisieren.

 

Anreise

Vom Flughafen Kawkaskie Mineralnye Wody empfiehlt es sich, mit dem Taxi indie Ortschaft Teberda zu fahren. Die Taxifahrt kostet ungefähr 76 Euro.

 

Unterkunft

Direkt am Berg befinden sich unweit vom Lift zwei Hotels: „Pik Ine" und„Ine". Dort kostet eine Übernachtung pro Person etwa 14 Euro. Aufgrund ihrerLage mitten im Skiparadies können die Hotelgäste direkt ins Schneevergnügenstarten, ohne vorher lange in den Schlangen vor den Liften im Tal gestanden zuhaben. Ein Nachteil dieser beiden Hotels ist jedoch, dass man gänzlich von derAußenwelt abgeschnitten ist, sobald die Lifte ihren Betrieb einstellen. Einweiterer Geheimtipp sind die Hotels „Karpis" und „Dombaj", welche sich etwa 200 Meter von den Liften entfernt befinden.

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