Womit fährt man in Russland dort, wo es keine Straßen gibt (FOTOS)

Wjatscheslaw Wiktorow / Roskongress
In abgelegenen Teilen des Landes können zwischen den Siedlungen Hunderte von Kilometern ohne Straße liegen. Wie gehen die Einheimischen in Tschukotka mit diesem Problem um?

Straßen im Hohen Norden sind ein relativer Begriff. In der Regel enden sie außerhalb der Städte abrupt und es beginnt die Tundra, Steppe oder Sumpfland. Es kann sein, dass es überhaupt keine Straßen gibt, da sie aufgrund der geografischen Gegebenheiten schwer zu bauen sind. In Tschukotka, wo die Siedlungen durch Hunderte von Kilometern sumpfiger und gebirgiger Tundra voneinander getrennt sind, sind die Straßenverhältnisse besonders schwierig. Aber wie kommen die Menschen dann zueinander?

Hubschrauber statt Bus

Ein ebenes Stück Land wird zum

Nach Tschukotka kann man im Prinzip nur mit dem Flugzeug gelangen. Der Transport zwischen den Städten erfolgt hauptsächlich mit Hubschraubern oder kleinen Flugzeugen. Und sie befördern nicht nur Fracht oder gewöhnliche Passagiere, die zu einem Besuch oder zur Arbeit ins Nachbardorf fliegen wollen. Hubschrauber bringen Kinder aus Rentierzuchtbrigaden zu ihrem Internat und zu den Ferien wieder zurück. Und hier noch ein interessanter Fakt: Es gibt elf Flugplätze für 50.000 Menschen, und das ist die gesamte Bevölkerung des riesigen Autonomen Gebiets Tschukotka. Darüber hinaus gibt es in jeder Siedlung Hubschrauberlandeplätze.

Die größten Flugplätze befinden sich in Anadyr, der Regionalhauptstadt, in Pewek und Bilibino. Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Rahmen des Lend-Lease-Programms mehrere Flugplätze gebaut. Die nördlichen Flugplätze sehen sehr stimmungsvoll und gemütlich aus, viele von ihnen befinden sich im Zentrum von Städten und sehen eher wie gewöhnliche Holzhäuser aus.

Trakol gegen Predator

Die Geländewagen Trakol und Predator eignen sich am besten für Ausflüge in die Natur. So gibt es in der Nähe von Anadyr mehrere bei den Einwohnern beliebte Hügel, die nur mit Allradantrieb und einer unzerstörbaren Aufhängung erreicht werden können. Die Einheimischen sagen, dass man bei trockenem Wetter zwar mit einem Geländewagen fahren kann, aber man muss die Strecke sehr gut kennen, um nicht in einem Sumpf stecken zu bleiben. Manchmal bleibt aber auch ein Geländewagen stecken – und dann wird er von einem anderen Geländewagen herausgezogen.

„Die Trakols und Predator werden auch für das Anlegen von Winterstraßen eingesetzt – sie fahren nacheinander und verdichten den weichen Schnee. Es mag seltsam klingen, aber der Lkw-Verkehr ist im Winter am aktivsten. Bei unter -40 Grad frieren die Sümpfe zu und man kann dann selbst mit einem normalen Auto (natürlich isoliert und frostsicher) zwischen den Dörfern hin- und herfahren. Für die Einwohner von Anadyr zum Beispiel verläuft die wichtigste „Winterstraße“ entlang der Flussmündung zwischen dem Flughafen und der Stadt. Im Sommer muss man mit der Fähre und in der Nebensaison mit dem Hubschrauber auf die andere Seite übersetzen.

Die Fähre vom Hauptflughafen Tschukotkas zur Stadt heißt

Geländegängige Fahrzeuge ersetzen in Tschukotka oft die öffentlichen Verkehrsmittel. Zwischen den Dörfern Lorino und Lawrentija fahren die Fahrgäste zum Beispiel mit einem riesigen Ural-Bus mit acht Rädern.

Mit der Schneekatze durch die Stadt

Ein Quad-Läufer.

In den Dörfern Tschukotkas sind die Straßen oft nicht asphaltiert oder bestehen einfach aus Betonplatten (Asphalt verträgt solche extremen Bedingungen nur sehr schlecht). In den Dörfern kann man Einheimische treffen, die auf Quads fahren. Die russischen Verkehrsregeln lassen sie für den innerstädtischen Verkehr zu, man darf mit ihnen jedoch nicht auf der Autobahn fahren. Aber hier gibt es ja auch keine Autobahn.

Tschukotka Road Trip.

Und die Rentierzüchterbrigaden, die in der Tundra leben und arbeiten, haben in der Regel zwei oder drei Schneemobile. Sie können damit ins Dorf einkaufen fahren (sie erhalten ihr Gehalt mit einer gewöhnlichen Bankkarte) oder das Ärztehaus aufsuchen oder aber mit ihrer Behausung, der Jaranga, an einen neuen Ort ziehen.

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