Wohnung gesucht! So überleben Sie die Jagd nach einem Moskauer Zuhause

Leben in Moskau ist natürlich aufregend, die Wohnungssuche allerdings nicht immer einfach. Damit der Start in den neuen Alltag in der russischen Hauptstadt nicht schiefgeht, hat RBTH ein paar Tipps zusammengestellt.

Gute aussichten: herzlichen Glückwunsch zum neuen Heim!  / Getty ImagesGute aussichten: herzlichen Glückwunsch zum neuen Heim! / Getty Images

Wo finde ich Wohnungen?

Freunde:

Am leichtesten ist es für einen Ausländer, in Moskau eine Wohnung zu finden, wenn ihm Freunde helfen können, die schon in Moskau leben. Denn auch hier ist die Welt bekanntlich ein Dorf. So findet sich sicher schnell eine WG mit Bekannten und/oder Gleichaltrigen. Oder ein alter Freund taucht plötzlich wieder auf, den es eben schon vor Jahren nach Moskau verschlagen hatte. Und die Bekanntschaft ist auch gleich aufgefrischt.

Viele russische Wohnungseigentümer sind oft auch eher skeptisch gegenüber Ausländern. Oft werden explizit Russen oder "Slawen" als Untermieter gesucht. Darum ist es am besten, wenn Sie sich dann auch Vermieter suchen können, die bereits (möglichst positive!) Erfahrungen mit jemandem aus Ihrem Heimatland gemacht haben. Online-Portale wie Couchsurfing.com können dabei eine große Hilfe sein, zumal viele Aktive dort auch Englisch sprechen.

Kollegen:

Eine weitere gute Idee ist es, mal bei den künftigen Kollegen nachzufragen. Es könnte ja schließlich gerade jemand einen neuen Mitbewohner suchen und dann die Miete mit Ihnen teilen. Oder ein ehemaliger Mitarbeiter hinterlässt eine gute Wohnmöglichkeit.

"Als ich meinen Umzug nach Moskau geplant habe, verließ mein Vorgänger gerade die Stadt. Er hat mir seine Wohnung dann übergeben, als er auszog. Ich hatte wirklich Glück. Die Wohnung ist gleich bei der Metro, hat eine umgängliche Vermieterin und einen guten Mietpreis", erzählt beispielsweise Peggy Lohse, Redakteurin der deutschen Ausgabe von RBTH.

Online-Portale:

Wenn Sie (noch) niemanden in Moskau kennen, keine Panik! Viele Ausländer sind kurz- oder langfristig in Moskau. Viele von ihnen sprechen auch mindestens Englisch und sind leicht über unterschiedliche Facebook-Gruppen zu erreichen: Moscow Expats HousingRoom Mate and Flat Finder, Moscow, RussiaFlats for Friends. Auch die Webseite The Locals kann helfen, die üblichen Maklergebühren zu umgehen.

Einer der allgemein üblichsten Wege der Wohnungssuche ist aber die Seite CIAN. Die meisten Russen benutzen diesen Service auch. Allerdings sind hier auch Makler unterwegs, die durchaus gepfefferte Provisionen verlangen können. Die Seite ist einfach zu bedienen. Die meisten Anbieter aber rechnen nicht unbedingt mit ausländischen Bewerbern.

Eine populäre Alternative ist Avito, wo Sie grundsätzlich alles kaufen können, von Klamotten über Autos bis hin zur Wohnung. Manchmal sind auch Mietwohnungen darunter.

Dazu ein älteres RBTH-Video über Moskau aus ausländischer und russischer Sicht:

Was muss ich unbedingt im Voraus abklären?

Wichtig ist vor Antritt des Mietverhältnisses, egal ob mit oder ohne Vertrag, folgende Themen beim künftigen Vermieter anzusprechen und mögliche Grenzen zu klären:

- Ist Rauchen erlaubt oder nicht?

- Dürfen Freunde eingeladen werden?

- Wer kann und darf kleienere Reperaturen vornehmen?

- Dürfen Haustiere mit einziehen?

Lassen Sie sich auch unbedingt die Handynummer des Vermieters geben, damit Sie ihn in Notfällen zu jeder Tageszeit erreichen können. Für viele Vorgänge brauchen Sie die Unterlagen für die Wohnung, darum nehmen Vermieter Reperaturen meist selbst vor oder beauftragen selbst Handwerker. Außerdem schafft das Vertrauen. Und Vertrauen sowie zwischenmenschliche Beziehungen überhaupt sind im gesellschaftlichen Leben Russlands einfach mal das A und O.

Wie zahle ich meine Miete?

Wenn Sie einziehen, zahlen Sie zunächst direkt erst einmal zwei Monatsmieten. Eine - für den ersten Wohnmonat und eine als Kaution, damit Sie wenigstens einen Monat im Vorhinein Ihren Auszug ankündigen werden. Makler oder Agenturen nehmen meist ebenfalls eine halbe oder gar ganze Monatsmiete. Das alles ist übliche Praxis.

Zahlen können Sie dann grundsätzlich auf zwei Arten: 

Entweder Sie überweisen die verabredete Miete regelmäßig auf das Konto des Vermieters. Das ist einfach, bequem, online möglich und reduziert die nötigen persönlichen Treffen mit dem Vermieter. Dienste wie Sberbank Online ermöglichen völlig kostenfreie Überweisungen. 

Viele Wohnungseigentümer aber bestehen auf Barzahlung, meist um Steuern zu umgehen. Dann sollten Sie sich von dem Vermieter aber immer auch wenigstens erine handschriftliche Bestätigung gegeb lassen. Nicht, dass er dann plötzlich mal "vergisst", dass Sie doch eigentlich schon gezahlt haben. 

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