Die Krim-Brücke: Zehn spannende Fakten zu dem Jahrhundert-Projekt

28. Juli 2017 Ksenija Subatschowa
Seit 2014 arbeitet Russland unermüdlich am Bau der Brücke über die Straße von Kertsch, die das russische Festland mit der Halbinsel Krim verbinden soll. Die Krim-Brücke stellt hohe Anforderungen an die Ingenieurkunst. Sie ist 19 Kilometer lang und etwa vier Milliarden Euro teuer.

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Die 19 Kilometer lange Straßen- und Eisenbahnverbindung zwischen dem russischen Festland und der Krim, kurz Krim-Brücke, ist wohl eines der ehrgeizigsten Ingenieurprojekte der russischen Geschichte.

Am 17. Juli verkündete das russische Verkehrsministerium, dass der Bau der massiven Verkehrsstraße zu 75 Prozent abgeschlossen sei. Man hoffe nun, dass die Brücke, die die Halbinsel Krim mit der Taman-Halbinsel der Region Krasnodar verbindet, schon bis Dezember 2018 fertiggestellt werden könne.

Die Brücke, deren Bau auf eine persönliche Initiative von Präsident Wladimir Putin zurückgeht, ist ein anspruchsvolles und technisch komplexes Projekt. Die Kosten belaufen sich auf 228 Milliarden Rubel (etwa 3,8 Milliarden Euro). RBTH hat die wichtigsten Fakten zu dem Jahrhundert-Bau zusammengestellt.

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1) Noch bevor die Krim ein Teil Russlands wurde, wurde der Bau einer Brücke diskutiert. Während der 2000er Jahre untersuchten ukrainische und russische Experten die Möglichkeit, einen Transportkorridor zwischen den beiden Ländern zu errichten. Im Jahr 2008 beschlossen beide Seiten die Kertsch-Straßenbrücke bis 2014 fertigzustellen, allerdings wurden die Arbeiten dazu nie aufgenommen.

2) Die Arbeiten an der Grundkonstruktion der Brücke werden von beiden Enden vorangetrieben und treffen sich dann in der Mitte. Mehr als 20 Schiffe und 5 000 Menschen arbeiten rund um die Uhr sieben Tage in der Woche, um das Projekt bis Ende nächsten Jahres abzuschließen. Mehr als 30 Unternehmen sind am Bau beteiligt.

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3) Die Autobahn der Brücke hat vier Fahrbahnen und ist auf bis zu 40 000 Autos täglich ausgelegt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 Kilometer pro Stunde, die Überfahrt ist gebührenfrei und wird etwa zehn Minuten dauern.

4) Die Brücke erhält zwei Eisenbahngleise mit einer Durchlässigkeit von 47 Zügen pro Tag. Die Höchstgeschwindigkeit der Personenzüge beträgt 120 Kilometer pro Stunde, die der Güterzüge 80 Kilometer pro Stunde. Die Eisenbahnverbindung soll 2019 in Betrieb genommen werden. Derzeit sind jedoch nur 55 Prozent der Bahninfrastruktur fertig.

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5) Damit Schiffe die Straße von Kertsch ohne Beeinträchtigung durchfahren können, werden spezielle, 227 Meter lange und 35 Meter hohe, Torbögen gebaut.

6) Da die Brücke in einer tektonisch und seismisch aktiven Zone gebaut wird, verwenden die Konstrukteure drei Arten von Pfeilern: gebohrt, röhrenförmig und prismatisch. Diese werden 45, 90 und 16 Meter tief eingerammt. Zur Unterstützung der 595 Säulen der Krimbrücke werden insgesamt 7 000 Pfeiler eingesetzt.

7) Die Brücke hält Erdbeben bis zu einer Stärke von minus neun auf der Richterskala stand. Sie ist im Winter auch vor Eisdriften geschützt. Andere natürliche Faktoren wie Stürme, hohe Wellen, Überschwemmungen oder eine Erosion der Ufer wurden bei der Projektierung ebenfalls berücksichtigt.

8) Aufgrund der bewegten Geschichte der Kertsch-Straße, besonders während des Großen Vaterländischen Krieges, als sie viele heftige bewaffnete Auseinandersetzungen erlebte, untersuchten Archäologen und Taucher den Meeresboden, bevor der Bau begann. Es wurde eine ganze Reihe historisch wertvoller Objekte sichergestellt. Darüber hinaus wurden 700 Minen entschärft.

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9) Die Krim-Brücke wird nicht nur die längste Brücke Russlands, sondern ganz Europas sein. Sie wird sogar die Vasco da Gama Brücke in Portugal mit einer Länge von 17,2 Kilometern überflügeln.

10) Die Struktur der Brücke wird in den Farben der russischen Flagge illuminiert. Die Straßen werden blau, die Eisenbahnstrecke rot beleuchtet, während die anderen Teile weiß bleiben.

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