Wie Hitlers Krokodil in Russland landete: Geschichten rund um den Moskauer Zoo

Sergej Wedjaschkin / Moskva Agency
Der Moskauer Zoo ist einer der ältesten Europas und hat schon viele harte Zeiten mitgemacht. Oft mussten staatliche Mittel oder private Spenden beim Erhalt des Tierparks helfen. Aber was hat nun ein Alligator hier verloren, der angeblich Adolf Hitlers Lieblingstier gewesen sein soll?
Moskauer Zoo Anfang der 1930er Jahre

Der Moskauer Zoo wurde 1864 gegründet und ist damit einer der ältesten in Europa. Zunächst war er als klassischer Zoologischer Garten bekannt.

Damals lag der Tierpark noch am Stadtrand - in einem hübschen, ruhigen Viertel mit Sommerhäuschen und vielen Grünflächen. Heute gehört die Gegend zum Moskauer Stadtzentrum. 

Viele Geschenke hochrangiger Spender ergänzten oft die Sammlung des Zoologischen Gartens: Zar Alexander II. schenkte einen indischen Elefanten, Großfürst Konstantin Romanow ein Nashorn und der Khedive von Ägypten und Sudan, Ismail Pascha, brachte gar ein Zebra nach Moskau. 

Während des Bürgerkriegs kamen 90 Prozent der Tiere ums Leben. Aber zu Sowjetzeiten begann für den Zoo ein neues Kapitel: Seine Fäche wurde vergrößert, er bekam neue Tiergehege und neue Tiere wurden eingekauft.

1935: Eine Löwenmutter verstößt ihr Junges, sodass die Tierpflegerin Vera Tschaplina es mit zu sich nach Hause nehmen und dort aufpäppeln mussten. Der Haus-Collie säugte das Junge, bis es stark genug war, um in den Zoo zurückzukehren.

1927: Aus dem "Zoologischen Garten" wird ein kurzer Zoo. Jetzt wird hier ein Wissenschaftszentrum installiert, Biologen organisieren Konferenzen, Seminare und Trainings. Außerdem nehmen neue Labore und Veterinäre ihre Arbeit auf.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Zoo nicht geschlossen. Über sechs Millionen Menschen besuchten ihn allein in den jahren 1941 bis 1945. Oft wurden die Tiere von ihren Pflegern mit versorgt, obwohl diese selbst nicht genug zu essen hatten.

1986 Андрей Безукладников

In den 70ern und 80ern machte der Moskauer Zoo besonders harte Zeiten durch: Ohne staatliche Unterstützung war er praktisch dem Verfall preisgegeben. Die Gebäude waren in so schlechtem Zustand, dass beispielsweise immer wieder Frösche aus dem oberen Stockwerk den Amur-Tigern im Untergeschoss auf die Köpfe oder vor die Füße fielen.

18. März 2016: Eröffnung des neuen interaktiven Elefantenmuseums Владимир Гердо/ТАСС

Eine echte Rekonstruktion begann erst in den 90er Jahren - unter persönlicher Aufsicht des damaligen Bürgermeisters Jurij Luschkow. Mit Beginn der 2000er hatte die russische Hauptstadt dann einen wirklich neunen Zoo. Heute leben hier über 8000 Individueen und über 1000 Arten. 

Einer der berühmtesten Bewohner des Moskauer Zoos ist der 81-jährige Alligator Saturn. Angeblich, so besagt es eine Moskauer Zoolegende, gehörte Saturn eeinst zu Hitlers Lieblingen. Bis 1946 lebte Saturn im Berliner Zoo, wo ihn Hitler besucht habe. Ein Jahr nach Kriegsende wurde er in den Moskauer Zoo transportiert.

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