Jetzt in Farbe: Fotos von Nikolaus II. und seinen Kindern

Geschichte
RUSSIA BEYOND
Eine russische Künstlerin hat alten Fotografien der Romanows mit Farbe wieder Leben eingehaucht.

Auf alten Schwarz-Weiß-Fotos sehen die Menschen aus, als wären sie prähistorisch, und es ist schwer sich vorzustellen, wie sie wirklich aussahen. Die Künstlerin Olga Shirnina, die im Internet unter dem Benutzernamen „Klimbim“ bekannt ist, haucht solchen Aufnahmen neues Leben ein. Sie coloriert die Fotos und stützt sich dabei auf historische Quellen, um die Authentizität zu gewährleisten. 

Dank solcher Farbfotos kann man sich besser vorstellen, wie eine historische Figur in Wirklichkeit aussah. Hier sind es Bilder des letzten russischen Zaren und seiner Kinder, die mit Farbe zum Leben erweckt werden. Angesichts der tragischen Todesumstände der Zarenfamilie sind sie besonders berührend. 

Die älteste Tochter von Nikolaus II. und Alexandra Feodorowna war Großfürstin Olga. Sie wurde 1895, im zweiten Jahr nach der Hochzeit, geboren und die Geburt soll äußerst schmerzhaft für die Kaiserin gewesen sein. 

Die Hofdame der Kaiserin beschrieb Olga so: „Sie hatte schönes blondes Haar, große blaue Augen und eine wunderbare Gesichtsfarbe, mit einer leicht nach oben gebogenen Nase wie die des Herrschers.“ 

Unten ist Olga an Bord von Nikolaus Lieblingsyacht, der „Standard“, abgebildet. 

Tatjana wurde im Jahr 1897 geboren. Sie hatte ein bescheidenes Wesen und war Gerüchten zufolge sogar verlegen, wenn sie mit „Eure Kaiserliche Hoheit" angesprochen wurde. 

Tatjana (unten rechts) hatte alle Chancen, Prinz Alexander, den Sohn des serbischen Königs Peter I., zu heiraten. Doch der Erste Weltkrieg durchkreuzte die Pläne der Königshäuser. 

Olga und Tatjana (unten in der Mitte) arbeiteten während des Ersten Weltkriegs als Lazarettschwestern. Auf Anordnung des Kaisers wurde in den Sälen der kaiserlichen Residenz, dem Palast von Zarskoje Selo (auch Winterpalast genannt), eine Krankenstation für die Verwundeten eingerichtet.

Menschen, die ihr nahestanden, erinnerten sich daran, dass Maria ein unkompliziertes Wesen hatte und viel lächelte. Das Foto unten zeigt Maria (links) mit Olga.

Die Hofdame der Kaiserin beschrieb Maria folgendermaßen: „Man kann sie getrost eine russische Schönheit nennen. Groß, rundlich, mit Zobelaugenbrauen, mit einer hellen Röte auf ihrem offenen russischen Gesicht, ist sie besonders süß für das russische Herz."

Unten posieren die Großherzoginnen beim Pilze sammeln in einem Wald, 1912. 

Anastasia ist vielleicht die berühmteste der Töchter von Nikolaus, vor allem dank der zahlreichen Betrüger, die sich als sie ausgaben. Die Legende, dass sie die Einzige war, die die Hinrichtung der kaiserlichen Familie überlebte, fand ihren Niederschlag in der Populärkultur - mit zahlreichen Filmen und Zeichentrickfilmen zu diesem Thema. Unten: Anastasia posiert für ein Foto auf der „Standard“-Yacht.

Nach vier Töchtern hatte das Zarenpaar die Hoffnung auf einen Sohn schon aufgegeben, als 1904 Zarewitsch Alexej geboren wurde. 

Die Freude über die Geburt des Thronfolgers wurde jedoch von seiner Krankheit überschattet - der Junge litt an Hämophilie, einer Blutgerinnungsstörung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts unweigerlich zum Tod führte.

Die einzige Person, die das Bluten des kleinen Prinzen (und gleichzeitig die Hysterie seiner Mutter) stoppen konnte, war Grigorij Rasputin, ein sibirischer Bauer, der zum allgemeinen Unmut der russischen High Society ein Freund der Zarenfamilie wurde.

Trotz seines schlechten Gesundheitszustands mochte Alexej die Armee - er trug eine Uniform und liebte das einfache Essen sehr: „Kohlsuppe und Schwarzbrot, das alle meine Soldaten essen." Und er versuchte sogar, einige Übungen aus der militärischen Ausbildung zu machen.