Von Katharina II. bis Alexander II.: 7 historisch belegte uneheliche Kinder der Zaren (TEIL 2)

(L) Alexej Bobrinskij, Sohn Katharinas II. und Grigorij Orlow, im Alter von 7 Jahren (C. L. Christinec, um 1770) / (R) gegen den Uhrzeigersinn von oben links: Georgy, Jekaterina und Olga, Kinder von Alexander II. und Prinzessin Jekaterina Juriewskaja, (von Konstantin Makovsky, 1881).

(L) Alexej Bobrinskij, Sohn Katharinas II. und Grigorij Orlow, im Alter von 7 Jahren (C. L. Christinec, um 1770) / (R) gegen den Uhrzeigersinn von oben links: Georgy, Jekaterina und Olga, Kinder von Alexander II. und Prinzessin Jekaterina Juriewskaja, (von Konstantin Makovsky, 1881).

Die Eremitage/Public Domain; Konstantin Makowskij/Private Sammlung/Public Domain
Es gab Dutzende von angeblichen Erben, Hochstaplern und Betrügern, die sich auf die Erbfolge der Zaren aus der Romanow-Dynastie beriefen, aber es gab nur sieben nachgewiesene uneheliche Kinder russischer Herrscher.

Im zweiten Teil berichten wir über die unehelichen Kinder der russischen Zaren des 19. Jahrhunderts. Lesen Sie den ersten Teil des Artikels hier.

Georgij Alexandrowitsch Jurjewskij

Georgij Alexandrowitsch Jurjewskij, 1894.

Georgij und die beiden Töchter Alexanders II., Olga und Jekaterina, wurden von seiner Geliebten Jekaterina Dolgorukowa geboren. Ab 1866 waren sie ein Liebespaar, während seine Gemahlin Maria Alexandrowna in Ungnade fiel. Nachdem Nikolaj, ihr ältester Sohn mit Alexander II., an Meningitis gestorben war, verlor sie jegliches Interesse am Leben. Alexanders Affäre war für jeden im Palast offensichtlich, aber die Zarin schwieg.

„Zur Vergebung bestimmt, hat sie sich viele Jahre lang, Tag für Tag, nicht ein einziges Mal beschwert oder geklagt. Das Geheimnis ihres Leidens und ihrer Demütigung nahm sie mit ins Grab“, schrieb die Hofdame Alexandra Tolstája über sie.

Georgij wurde am 30. April 1872 im Winterpalast geboren. Im Jahr 1874 wurde er auf Befehl von Alexander II. in den Fürstenstand erhoben. Er und seine Schwestern erhielten den Nachnamen Jurjewskij, der aus einem der Erbnamen der Bojaren Romanows, Jurij, abgeleitet wurde. Im Jahr 1880 starb die Zarin Maria Fjodorowna, und zwei Monate später heiratete Alexander II. Jekaterina Dolgorukowa, die ebenfalls den Titel Fürstin Jurjewskaja und den Titel Durchlaucht erhielt, wie auch alle ihre drei Kinder. Aus dieser Verbindung ging ein weiterer Junge hervor, Boris (1876), der jedoch nur einen Monat lebte.

Nach der Ermordung Alexanders II. im Jahr 1881 verließen Jekaterina Jurjewskaja und alle ihre Kinder Russland in Richtung Frankreich. Dort studierte Georgij an der Universität Sorbonne, kehrte aber später nach Russland zurück, wo er Vorlesungen beim Marinekadettenkorps hielt. Obwohl Georgijs Halbbruder Alexander III. ihm aus reiner Bosheit den Eintritt in die zaristische Armee verweigerte, gelang es Georgij, die Zustimmung seines anderen Halbbruders, des Großfürsten Alexej Alexandrowitsch, zu erlangen, der ihm trotz seiner mangelnden Qualifikation den Dienst in der russischen Marine erlaubte.

Jekaterina Michailowna Juriewskaja (Dolgorukowa) mit ihrem Sohn George und ihrer Tochter Olga. 1881-1883.

Georgij schnitt sehr schlecht ab. „Sowohl im Dienst als auch an Bord während der Kreuzfahrten will er einfach nichts tun; weder Ratschläge noch das Beispiel anderer haben irgendeine Wirkung auf ihn. Faulheit, Unordentlichkeit und völliger Mangel an Selbstachtung machen ihn zum Gespött seiner Kameraden und ziehen die Unzufriedenheit seiner Vorgesetzten auf sich, die nicht wissen, was sie mit ihm anfangen sollen“, schrieb Großfürst Alexej 1893 an seine Mutter. „Es scheint mir, dass er besser in den Landdienst wechseln sollte, denn er wird nie ein guter Seemann werden“, fügte er hinzu.

1897 wurde Georgij aus der Marine entlassen und in das Husarenregiment der Leibgarde Seiner Majestät versetzt. Alexander III. war zu diesem Zeitpunkt bereits tot und sein Sohn und Nachfolger Nikolaus II. hatte nichts dagegen, dass sein Onkel in der Armee diente.

Im Jahr 1900 heiratete Georgij die Gräfin Alexandra Konstantinowna von Zarnekau und sie bekamen einen Sohn namens Alexander Jurjewskij (1900-1988). Sie lebten anschließend im Ausland, wo ihre Ehe in die Brüche ging und Alexandra sich von Georgij scheiden ließ. Er starb 1913 in Marburg.

Olga Alexandrowna Jurjewskaja

Olga Alexandrowna wurde 1873 aus der gleichen Verbindung zwischen Alexander II. und Jekaterina Dolgorukowa geboren.

Ab 1891 lebte sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in Nizza. In Frankreich konnte sich die Familie etwa zwanzig Bedienstete und einen privaten Eisenbahnwaggon leisten.

1895 heiratete Olga Georg Nikolaus Graf von Merenberg (1871-1948), einen Enkel Alexander Puschkins, und wurde damit zur Gräfin Merenberg. Nikolaus II., der 1884 zum Zaren gekrönt worden war, weigerte sich, die Hochzeit seiner Tante zu finanzieren, weil seine Mutter Maria Fjodorowna es ihm verboten hatte, und Olga war darüber sehr verärgert.

Sie verbrachte die meiste Zeit ihres Lebens in Deutschland und hatte drei Kinder, von denen eines im Säuglingsalter starb. Sie selbst starb im Jahr 1925 in Wiesbaden.

Jekaterina Alexandrowna Jurjewskaja

Jekaterina Alexandrowna Jurjewskaja (Barjatinskaja)

Die jüngste Tochter von Alexander II. und Prinzessin Jekaterina Jurjewskaja (geb. Dolgorukowa) wurde am 9. September 1878 in Jalta auf der Krim geboren.

Nach 1881 zog Jekaterina mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrer Schwester nach Nizza. Im Jahr 1901 heiratete sie Alexander Barjatinskij, der eines der größten Vermögen in Russland besaß, aber gleichzeitig ein Frauenheld und Verschwender war. Sie hatten zwei Kinder, Andrej (1902-1944) und Alexander (1905-1992), die nach dem Tod ihres Vaters, der 1910 an einer Hirnhautentzündung starb, ein großes Vermögen erbten.

Während des Ersten Weltkriegs kehrte Jekaterina nach Russland zurück. Sie lebte einen verschwenderischen Lebensstil und heiratete 1916 den Fürsten Sergej Obolenskij (1890-1978). Doch auch diese Ehe war unglücklich. Nach der Revolution mussten Jekaterina und Sergej nach Europa fliehen und kamen dort kaum über die Runden – Jekaterina war sogar gezwungen, in Bars singen, um etwas zu verdienen. Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1922 erhielt sie fast nichts, da ihre Mutter ihr gesamtes Vermögen für einen verschwenderischen Lebensstil und verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen verschleudert hatte.

Zar Alexander II., Jekaterina Dolgorukowa und ihre Kinder Georg und Olga.

1923 ließ sich Sergej Obolenskij von Jekaterina scheiden, die daraufhin eine professionelle Sängerin mit einem Repertoire von etwa zweihundert Liedern in Englisch, Französisch, Russisch und Italienisch wurde. Sie kaufte ein Haus auf Hayling Island, Hampshire, und lebte dort, unterstützt durch eine Zuwendung von Königin Mary, der Witwe von König Georg V. Nach dem Tod der Königin im März 1953 stand sie jedoch fast mittellos da und begann, ihre Besitztümer zu verkaufen.

Jekaterina starb am 22. Dezember 1959 in einem Pflegeheim auf Hayling Island. Sie war das letzte überlebende Kind von Alexander II. und das letzte Enkelkind von Nikolaus I.

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung ausschließlich unter Angabe der Quelle und aktiven Hyperlinks auf das Ausgangsmaterial gestattet.

Weiterlesen

Diese Webseite benutzt Cookies. Mehr Informationen finden Sie hier! Weiterlesen!

OK!