Flugzeugabsturz in Südrussland: Rätseln über Unglücksursache

Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums Russlands besichtigen den Unglücksort. Der Flughafen in Rostow-am-Don bleibt vorübergehend geschlossen.

Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums Russlands besichtigen den Unglücksort. Der Flughafen in Rostow-am-Don bleibt vorübergehend geschlossen.

AP
In der Nacht auf den 19. März ist am Flughafen der südrussischen Stadt Rostow-am-Don eine FlyDubai-Maschine beim Landeanflug abgestürzt. Alle 62 Insassen der Boeing 737-800 sind bei der Katastrophe ums Leben gekommen. Experten erwägen mehrere Ursachen für die Tragödie.

Version 1: Technischer Defekt

Nach Ansicht russischer Luftfahrtexperten ist die Version eines technischen Defekts als Absturzursache im Augenblick einer der wahrscheinlichsten: „Bis zur Entschlüsselung der Blackbox kann nicht genau beurteilt werden, warum der Flugkapitän nicht auf einen anderen Flughafen ausgewichen ist. Vor dem Landeanflug kreiste die Maschine zwei Stunden lang über dem Flughafen von Rostow-am-Don. Ein technischer Defekt kann den Piloten also durchaus daran gehindert haben“, sagte im Gespräch mit RBTH der Kapitän einer Boeing 777, Alexej Gawrilenko.

In den Medien gibt es keine Informationen über einen möglichen Defekt beim Abflug der Maschine in Dubai. Daraus schließen die Experten mehrheitlich, dass das Flugzeug erst in der Luft zu Schaden kam.

Version 2: Pilotenfehler bei schlechten Wetterbedingungen

Oleg Panteleew vom Branchenportal „Aviaport“ betont indes, dass die Bodencrew die Flugbesatzung über schlechte Wetterbedingungen in Rostow-am-Don informiert habe: „Für die Stadt wurde eine Sturmwarnung ausgesprochen, erwartet wurden Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 28 Metern pro Sekunde. Der Flugkapitän beschloss dennoch zu landen und hier hängt alles von seiner Entscheidung ab. Er geht von den technischen Möglichkeiten des Flugzeugs, den internationalen Luftverkehrsvorschriften und den internen Bestimmungen der Fluggesellschaft aus. Möglicherweise hat er die Möglichkeiten seiner Maschine, bei schlechtem Wetter zu agieren, überschätzt“, sagt der Luftfahrtexperte.

Der Pilot der Boeing 777 Alexej Gawrilenko sagt jedoch, eine Landung bei einer Sturmwarnung sei nichts Übernatürliches und gehöre zur Pilotenausbildung dazu.

Version 3: Terroranschlag

Der Experte vom Aviaport-Portal, Oleg Panteleew, erklärt, dass die Ermittler immer auch der Version eines Terroranschlags als Absturzursache nachgehen. Diese Variante sei jedoch wenig wahrscheinlich, weil die Fluglotsen keine Meldungen der Crew über etwaige Vorfälle an Bord empfangen hätten. 

Weiterlesen