Die sieben Wunder des Roten Platzes

7. Juni 2017 Alexandra Gusewa
Fantastische Kirchen, die größten und ältesten Luxusgeschäfte der Welt und unzählige Festivals: All dies und mehr finden Besucher auf dem Roten Platz inmitten Moskaus. RBTH stellt die besten Attraktionen des geschichtsträchtigen Ortes vor.

Der Rote Platz ist der wichtigste Platz der Hauptstadt und des ganzen Landes. Sein Name geht auf die alte russische Bedeutung des Wortes „rot“ zurück, das so viel wie „schön“ bedeutete. Der Rote Platz in der Nähe des Kremls ist also der schönste Platz des Landes. Es ist wohl schwer, einen Menschen zu finden, der den Roten Platz nicht wenigstens schon einmal auf einem Bild gesehen hätte. Neben dem Lenin-Mausoleum, das den meisten Menschen ebenfalls ein Begriff ist, befindet sich aber auch noch eine Reihe anderer spannender Orte am und auf dem Platz. RBTH stellt die wichtigsten vor:

1. Staatliches Historisches Museum Moskau

Das Gebäude aus rotem Backstein werden Sie nicht übersehen können. Es liegt dort, wo Sie das Pflaster des Roten Platzes aus Richtung der Metro-Stationen Teatralnaja, Ochotny Rjad oder Ploschad Rewoljuzii betreten.

/ Ekaterina Chesnokova/RIA Novosti/ Ekaterina Chesnokova/RIA Novosti

Eigentlich sieht das Gebäude nur so aus, als wäre es im 16. Jahrhundert erbaut worden. Errichtet wurde es im späten 19. Jahrhundert unter Zar Alexander II. Die Architekten wurden gebeten, das Gebäude so zu konstruieren, dass es sich nicht vom architektonischen Ensemble des Kremls abhebt.

Die ständige Ausstellung des Museums ist wirklich interessant. Jeder Schüler und jede Schülerin Moskaus starrte bereits auf die Decke des Paradesaals, auf der ein Stammbaum des Zaren zu sehen ist. Neben Informationen zur Geschichte von der Antike bis ins 20. Jahrhundert finden im Museum häufig Ausstellungen zu den verschiedensten Themen statt.

2. Kasaner Kathedrale

/ Iliya Sherbakov/TASS/ Iliya Sherbakov/TASS

Auf der linken Seite des Eingangs zum Roten Platz sehen Sie durch das Auferstehungstor hindurch eine kleine gemütliche Kirche. Es ist die Kathedrale der Maria von Kasan, auch schlicht Kasaner Kathedrale genannt. Über der Tür erblicken Sie die Ikone der Gottesmutter von Kasan. Es handelt sich dabei um eine der am meisten verehrten orthodoxen Ikonen in Russland. Die Kirche wurde im Jahr 1625 errichtet und mehrmals umgebaut. 1936 wurde sie von den sowjetischen Behörden zerstört. Anfang der 1990er-Jahre wurde sie vollständig rekonstruiert.

3. Warenhaus GUM

Der Rote Platz war seit jeher ein großer Handelsmarkt. Die Moderne bildet da keine Ausnahme. Ein weiteres Kind einer Epoche der eklektischen Oberflächen des Roten Platzes ist das Staatliche Warenhaus GUM – ein Beispiel des pseudo-russischen Stils. Das Gebäude ist eine Stahl- und Glaskonstruktion mit Deckengewölbe und wurde vom berühmten Ingenieur Wladimir Schukow entworfen.

Das GUM ist Russlands größtes Kaufhaus. Neben den tollen Einkaufsmöglichkeiten ist das Gebäude von innen wunderschön und ziert damit jeden Stadtzentrumsbummel. Auch das leckere Eis, das in speziellen Zelten verkauft wird, ist für alle Besucher ein Muss. Es schmeckt wie zu Sowjetzeiten und ist deshalb eines der beliebtesten Desserts all jener Russen, die sich an ihre Kindheitsjahre und die Lebensmittelknappheit in der Sowjetunion erinnern.

Zudem gibt es im GUM ein Café mit tollem Blick auf den Roten Platz und die Mauern des Kremls. Die Preise sind angemessen. Das Geschäft "Gastronom No. 1" ist ebenfalls immer einen Besuch wert. Dort können Sie besonders wertvollen Wodka, Kaviar und andere edle Produkte kaufen.

4. Lobnoje Mesto

Als wichtigster Platz des Landes erlebte der Rote Platz eine Vielzahl historischer Ereignisse. Auch die Terrasse Lobnoje Mesto wird in den Chroniken der Stadt erwähnt – erstmals, als Iwan der Schreckliche von dort die Eroberung des Kasan-Khanats verkündete. Eine Legende besagt, dass Lobnoje Mesto ein öffentlicher Platz für Hinrichtungen war. Dafür wurde der Ort jedoch nicht regelmäßig genutzt. Er galt eher als Darbietungsplatz für öffentliche Reden. Zu Sowjetzeiten übernahm die Bühne des Mausoleums diese Aufgabe.

"Am Morgen der Strelitzen-Hinrichtung" von Wassilij Surikow / Staatliche Tretjakow-Galerie"Am Morgen der Strelitzen-Hinrichtung" von Wassilij Surikow / Staatliche Tretjakow-Galerie

Im Jahr 1698 erlebte der Ort aber tatsächlich eine Massenhinrichtung, als viele Strelitzen, Moskaus eigene Armee, dort wegen ihrer Beteiligung an einem Aufstand getötet wurden. Wassili Surikow verewigte dieses Kapitel des Ortes in seinem Gemälde „Am Morgen der Strelitzen-Hinrichtung“.

5. Basilius-Kathedrale

Diese tortenförmige Kathedrale ist wohl eines der bekanntesten Symbole Russlands. Sie wird auf Tausenden Postkarten und Souvenirs abgebildet. Der Bau der Basilius-Kathedrale wurde von Iwan dem Schrecklichen als Andenken an die Eroberung von Kasan veranlasst. Sie sollten die Kathedrale nicht nur von außen, sondern unbedingt auch von innen betrachten. Dort finden Sie Wandbilder, die sich bis ins Innere der Kuppeln strecken, an den Altar-Toren entlanglaufen und bis zum Ikonostas reichen.

6. Nekropole an der Kremlmauer

Der Vater der Oktoberrevolution von 1917, Wladimir Lenin, liegt bis heute aufgebahrt im Mausoleum. Andere Politiker oder Nationalhelden wurden in der Kremlmauer bestattet. Joseph Stalin, der bis 1961 neben Lenin im Mausoleum lag und schließlich entfernt wurde, ruht ebenfalls hier. Mithilfe der Nekropole lernen Sie die Geschichte der Sowjetunion besser kennen – Minister, Marschälle, Juri Gagarin, Maxim Gorki und viele andere Persönlichkeiten sind hier begraben. Der letzte Mensch, der in der Kremlmauer beigesetzt wurde, war 1985 das Staatsoberhaupt der Sowjetunion Konstatin Tschernenko.

Gräber an der Kremlmauer / Vladimir Fedorenko/RIA NovostiGräber an der Kremlmauer / Vladimir Fedorenko/RIA Novosti

7. Saisonale Ereignisse

Auf dem Roten Platz findet eine Vielzahl von Festivals, Konzerten und anderen Veranstaltungen statt.

Vom 3. bis 6. Juni ist eine große Buchmesse mit mehr als 500 Verlagen aus ganz Russland zu Besuch. Die Veranstaltung ist kostenlos.

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Am 12. Juli können sich Formel-1-Fans freuen. Die Route des Moskauer Stadtrennens verläuft in unmittelbarer Nähe zum Kreml. Zuschauer können die bekannten Piloten der Rennställe Red Bull, Ferrari und McLaren-Mercedes bewundern.

Am 22. Juli findet in Moskau zudem eine Retro-Auto-Rallye statt. Der Eintritt ist frei. Hundert sowjetische Autos aus den Baujahren 1970 bis 1980 werden in der Nähe des GUMs ausgestellt. Danach findet eine 100 Kilometer lange Rallye durch Moskau statt.

 / Iliya Pitalev/RIA Novosti / Iliya Pitalev/RIA Novosti

Jedes Jahr am 1. Dezember eröffnet auf dem Roten Platz zudem eine große Eisbahn. Sie bleibt beinahe den gesamten Winter über bestehen. Hier können Sie russische Gerichte probieren, Glühwein trinken, russische Handarbeit kaufen und viel Spaß auf dem Eis haben.

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