Sieben Highlights aus den Museen des Moskauer Kremls

Alexandre Soukharev
In den Museen des Kremls lagern Millionen von Ausstellungsstücken in den Magazinen, Tausende sind in den Ausstellungen zu sehen. RBTH hat Kunstwerke ausgewählt, die Sie in Ihrem Leben unbedingt gesehen haben müssen.
Krönungskleid der Zarin Alexandra Fjodorowna, 1896
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Das im sogenannten „russischen“ Stil angefertigte Kleid aus glattem Silberbrokat ist mit Silberstickerei und Perlen verziert. Es stammt aus der namhaften Schneiderwerkstatt von Olga Bulbenkowa, der offiziellen Hofnäherin. Zunächst waren mehrere bekannte Künstler beauftragt worden, unter anderem der geniale Symbolist Michail Wrubel. Die Zarin entschied sich am Ende jedoch für den Entwurf ihrer Näherin. Das Kleid ist insgesamt zehn Kilogramm schwer. Der Umhang wog weitere 13 Kilogramm.
 
Mütze des Monomach
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Die Mütze des Monomach ist eines der ältesten Exponate in der Sammlung von Krönungsinsignien. Diese Goldschmiedearbeit, verziert mit Silber, Edelsteinen, Perlen und einem Zobelfell, wurde vermutlich im 14. Jahrhundert in der zum Mongolischen Reich gehörenden Goldenen Horde hergestellt. Einer russischen Legende nach kam sie als Geschenk des byzantinischen Kaisers Konstantin Monomach in den Besitz der Herrscher der Kiewer Rus. Gesicherte Auskünfte über ihre Herkunft gibt es jedoch nicht. Bis Ende des 17. Jahrhunderts gehörte sie zu den wichtigsten Machtinsignien der Kiewer Rus.
 
Zepter und Reichsapfel
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Diese Meisterwerke der Spätrenaissance wurden vom ausgehenden 16. zum beginnenden 17. Jahrhundert von europäischen Juwelieren aus Gold und Edelsteinen gefertigt. Sie sind mit Farbemaille dekoriert. Auf dem Reichsapfel sind Szenen aus dem Leben des jüdischen Königs David dargestellt.
 
Fabergé-Ei mit Transsibirischer Eisenbahn

Das Ei aus Platin mit Rubinen und Diamanten war ein Geschenk des letzten russischen Zaren Nikolai II. an seine Frau, die Kaiserin Alexandra Fjodorowna. Zu den Besonderheiten zählt eine mechanische Dampflok, die sich mit einem winzigen goldenen Schlüssel in Gang setzen lässt. Gerade einmal zwei Zentimeter nimmt der Mechanismus ein. Die Waggons tragen eingravierte Aufschriften: „Direkte Verbindung nach Sibirien“, „Für Damen“, „Raucher“, „Nichtraucher“. Im letzten Wagen ist eine Kapelle eingebaut.
 
Doppelthron
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1682 wurden direkt zwei Zaren gekrönt – der 15-jährige Iwan V. und der 11-jährige Peter I. Da der ältere Bruder weder intelligent noch gesund genug war, um die Thronfolge zu übernehmen, der jüngere Bruder dafür zu jung, übernahm die älteste Schwester und Zarentochter Sofija bis zur Volljährigkeit von Peter die Aufgaben der Herrscherin.
Für die beiden Mitregenten fertigten die Meister der Kremlwerkstätten diesen ungewöhnlichen Thron mit den entsprechenden Symbolen der Macht an – Doppeladlern, Löwen, Einhörnern und Kronen. Am Thron verbirgt sich noch ein dritter „geheimer“ Platz hinter dem Rücken des rechten Sitzes. Er war für die Berater vorgesehen, die den beiden Zarewitschen in Verhandlungen zur Seite standen.
 
Zarenglocke

Der Guss der größten Glocke Russlands mit einem Gewicht von 200 Tonnen nahm ein ganzes Jahr in Anspruch und war am 25. November 1735 abgeschlossen. Die Glocke wurde nicht gleich aufgehängt, da die Reliefs noch bearbeitet werden mussten. Zwei Jahre später wurde die Glocke während eines Brandes beschädigt. Sie kühlte im Zuge der Löscharbeiten ungleichmäßig ab und bekam Risse, ein 11,5 Tonnen schweres Stück brach aus der Glocke heraus. Dieses steht heute neben dem gewaltigen Gusswerk.
 
Zarenkanone

Das wohl bekannteste Werk der russischen Waffenkunst aus Bronze wiegt 40 Tonnen und könnte Munition eines Kalibers von 890 Millimetern verfeuern. Die Kanone wurde im Auftrag des Zaren Fjodor Iwanowitsch im Jahr 1586 von Andrei Tschochow, einem Gießermeister am Moskauer Kanonengießerhof, hergestellt. Die Kanone war nicht ein einziges Mal im Einsatz, obwohl sie mit Kartätschen geladen werden kann. Ihren Lauf schmücken gegossene Figurenreliefs, Ornamente und eine Reiterfigur des Zaren Fjodor Iwanowitsch.