Kasimir Malewitsch – mehr als nur der Mann vom „Schwarzen Quadrat“

Malewitsch, der Begründer des Suprematismus, einer ausgesprochen modernen Kunstrichtung, hat nicht ausschließlich geometrische Figuren gemalt. Folgende Bilder geben Einblick in sein vielfältiges Werk.

Malewitsch - das ist doch das „Schwarze Quadrat“, ein dem Suprematismus zugerechnetes Meisterwerk. Malewitschs Oeuvre insgesamt ist jedoch das eines vielseitigen und eklektischen Künstlers.

Kasimir Malewitsch wurde 1879 in Kiew in ein Umfeld fernab der Kunstwelt geboren. Der Vater hatte für seinen Sohn eine Laufbahn in der Zuckerrübenverarbeitungsindustrie vorgesehen. Seine künstlerisch veranlagte Mutter, die selbst Poesie verfasste und für die Stickerei schwärmte, war einer der wenigen Menschen die Malewitschs spätere künstlerische Ambitionen unterstützte.

Als Kind sah Malewitschs ein Gemälde eines Mädchens, das Kartoffeln schält und war beeindruckt von der naturgetreuen Abbildung der Kartoffelschalen. Somit bildete der Anblick eines bemerkenswert realistischen Gemäldes das Initialerlebnis für die Karriere eines der größten Vertreter der abstrakten Kunst der Avantgarde und des gesamten des zwanzigsten Jahrhunderts.

1 Frühlingsgarten in Blüte (1904)

Das Bild zählt zu Malewitschs Frühwerk. Zu der Zeit war sein Schaffen geprägt von einer impressionistischen Grundhaltung – eine Phase, die der Großteil der Avantgarde-Künstler durchmachte. Einer von Malewitschs Privatlehrern war ein bekennender Verehrer des Werkes von Paul Cezanne.

2 Kinder (1908)

Nach seiner rein impressionistischen Phase befasste sich Malewitsch mit der Avantgarde und nahm an mehreren Ausstellungen künstlerischer Gruppen wie beispielsweise „Karo-Bube“ teil. Allmählich wandte er sich dem Kubismus zu, sein Stil war geprägt von einfachen geometrischen, der „Logik widersprechenden“ (Etablierung des Begriffes und Kunstrichtung Alogismus) Elementen.

3 Selbstporträt (1910)

Es existieren ungefähr sieben sehr unterschiedliche Selbstporträts von Malewitsch. Anhand dieser lässt sich leicht eruieren, welche Phase Malewitsch zu dieser Zeit durchmachte. Sein erstes, seinem frühen Werk zugeordnetes, Selbstporträt ist eine Fresko-Skizze, die orthodoxe Motive enthält. Darüber hinaus gibt es mehrere Selbstporträts die einen Einfluss des französischen Fauvismus aufgrund der außergewöhnlichen Farbgebung und Textur erkennen lassen. In einem dieser Selbstporträts ist bereits eine Zuwendung Malewitschs zu geometrischen Formen wahrnehmbar. Erwähnenswert sind außerdem ein auf dem „Schwarzen Quadrat“ basierendes und dem Suprematismus zurechenbares Selbstporträt, sowie zwei realistische Selbstporträts. Das schwarze Quadrat im Selbstporträt soll womöglich den Kopf darstellen.

4 Bäuerin in der Kirche (1912)

Dies ist das erste Bild der „Bauern-Serie“. Hauptthema der Serie sind Bauern die in Feldern, Kirchen oder aus nächster Nähe porträtiert werden. Auffällig ist, dass Malewitsch seine Figuren voluminöser und statischer malt.

5 Blumenmädchen (1930)

Kurz vor Ende seines Lebens kehrte Malewitsch an seine künstlerischen Ursprünge, der realistischen Abbildung, zurück. Auch wenn es schwer zu glauben ist, so beendete der Erschaffer des „Schwarzen Quadrates“ seine Karriere mit einfachen Landschaftsgemälden. In seinem späten Werk befasst sich Malewitsch wiederholt mit dem Impressionismus und versucht diesen auf seine Weise neu zu interpretieren. Während jedoch die Damen im Hintergrund in impressionistischer Manier gemalt sind, so weisen die Pose sowie die Kleidung des Blumenmädchens die Merkmale des Suprematismus auf.

Die Ausstellung „Kasimir Malewitsch. Mehr als das „Schwarze Quadrat“ wird im Allrussischen Ausstellungszentrum (WDNCh-Gelände) im Pavillon „Arbeiter und Kolchos-Bäuerinnen“ vom 24. November 2017 bis zum 25. Februar 2018 gezeigt. 

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