Vier russische Zirkuswunder

Walerij Sytschew und Malwina Abakarowa

DPA/Global Look Press
Diese Zirkusnummern bieten atemberaubende Artistik, unvorstellbar schwierige Tricks und genießen höchste Anerkennung bei Publikum und Fachleuten.

1. „Fliegende Kraniche"

„Fliegende Kraniche" von Regisseur Wilen Golowko wird gelegentlich als „der beste Trapezakt in der Zirkusgeschichte" bezeichnet. 1995 gewann er eine der prestigeträchtigsten Auszeichnungen der Zirkuswelt, den Goldenen Clown beim Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo, das manchmal auch Zirkus-Olympiade genannt wird.

Das Kunststück wurde bereits zu Sowjetzeiten einstudiert und es dauerte einige Jahre, es zu perfektionieren. Als die Nummer vorab einigen sowjetischen Beamten gezeigt wurde, soll einer von ihnen laut Golowko einen Herzinfarkt bekommen haben (rus), so sehr regte ihn die Schwierigkeit des Kunststücks auf.

Als es in den 1980er Jahren uraufgeführt wurde, war es ein echter Durchbruch und wurde als einzigartige Kombination aus atemberaubender Choreografie, Akrobatik und künstlerischen Ideen gefeiert.

Die Performance bezieht sich auf das berühmte sowjetische Lied „Kraniche“, in dem die Vögel die Seelen gefallener Soldaten repräsentieren. Der legendäre sowjetische Film „Wenn die Kraniche ziehen“ (1957) hat das gleiche Thema. 

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2. „Elforia“

Auch die Reiterin Anastasia Fedotowa-Stykans nennt einen Goldenen Clown ihr eigen. Sie erhielt die Auszeichnung 2015. Sie gilt als eine der besten russischen Pferdetrainerinnen. Während ihres Auftritts zeigt sie auf ihren beiden Pferden, einem schwarzen und einem grauen, eine Reihe beeindruckender Kunststücke.

Ihr Trainingsstil gilt als unorthodox und ihre Pferde dürfen sich während des Auftritts völlig frei bewegen. „Das Trio zeigt eine bemerkenswerte Beziehung, die von tiefer Liebe und Verständnis zwischen Mensch und Pferd geprägt ist“, heißt es in einem Bericht (rus).

Anastasia entstammt einer Linie von Unterhaltungskünstlern. Sie ist Artistin in dritter Generation.

3. "Der Traum vom Fliegen"

„Der Traum vom Fliegen“, inszeniert vom Ehepaar Malwina Abakarowa und Walerij Sytschew, erhielt den Goldenen Clown von Monte Carlo im Jahr 2014. Doch leider hat sich danach eine Tragödie ereignet. Abakarowa stürzte aus der Zirkuskuppel ab und verletzte sich schwer. Die Ärzte waren sich nicht sicher, ob sie je wieder würde laufen können, doch sie gab zum Glück nie auf. Das Kunststück kann sie jedoch nicht mehr zeigen. Stattdessen steht nun ihre Tochter Katerina im Rampenlicht. 

Der Auftritt habe die Jury und das Publikum im Jahr 2014 „positiv schockiert“ (rus). „Der Traum vom Fliegen" ist die Geschichte einer unerwiderten Liebe einer Frau zu einem Mann. „Es ist eine ungewöhnliche Geschichte“, sagt Abakarowa.  Am Ende der Aufführung lässt sich die Frau von oben herabfallen, um ihr Leiden zu beenden. 

Auf jeden Fall ist es ein ungewöhnliches Kunststück. Geräte und Gurte, die am Trapez normalerweise nicht verwendet werden, ermöglichen die Tricks der Künstler. Sie verzichten auf Sicherungsseile. Die Artisten selbst haben die Kostüme entworfen, die Musik ausgewählt, sich die Kunststücke ausgedacht – sie haben die volle künstlerische Kontrolle. Kein Wunder, dass sie in Monte Carlo die höchste Auszeichnung bekommen haben.

4. "Parfümeur"

"Der Künstler zeigt nicht nur unglaublich komplexe Tricks, große Plastizität und unwahrscheinliches Talent. Er erweitert die traditionellen Ansichten über das Gleichgewicht und lässt die Öffentlichkeit atemlos jede Bewegung verfolgen“, heißt es (rus) auf einer Zirkus-Website über die Nummer von Papin Chatschatrjan.

„Mein Auftritt spiegelt die Atmosphäre von Paris wider…. Ich möchte die Zuschauer während meines Auftritts mitnehmen auf eine Reise durch Frankreich, auf der jeder träumen kann, wovon er mag“, sagt Chachatryan.

Er stammt aus einer Zirkus-Dynastie und hat überall in Russland schon Preise gewonnen. Zurzeit arbeitet er für einen Moskauer Zirkus. Die Idee des „Parfümeurs“ wurde vor einigen Jahren entwickelt und es dauerte ein Jahr bis zur Bühnenreife.

Chatschatrjans Auftritt brachte ihm beim diesjährigen Internationalen Zirkusfestival in Moskau eine Auszeichnung ein.  

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