Der Tag, als das Grauen begann: Fünf Filme über den 22. Juni 1941

Participants in the Memory Line patriotic campaign light candles on the Krymskaya Embankment along the Moskva River to commemorate those who perished in the Great Patriotic War. Participants in the campaign made an installation of 1,418 candles, each symbolizing one day of the war.

Participants in the Memory Line patriotic campaign light candles on the Krymskaya Embankment along the Moskva River to commemorate those who perished in the Great Patriotic War. Participants in the campaign made an installation of 1,418 candles, each symbolizing one day of the war.

Iliya Pitalev/RIA Novosti
Am 22. Juni 1941 überfiel die Deutsche Wehrmacht die Sowjetunion und entfesselte damit einen vier Jahre dauernden Krieg, der der schrecklichste in der russischen Geschichte werden sollte. Dieser tragische Tag ist für viele Russen bis heute ein Tag des Gedenkens und der Trauer. Und auch in der hiesigen Kinematographie hat er seine Spuren hinterlassen.

Die Kraniche ziehen (1957)

Der spätere sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow soll in Wut ausgebrochen sein und die Hauptfigure als "Hure" bezeichnet haben, nachsem er diesen Film gesehen hatte. Das tragische Schicksal der Veronika (Tatjana Samojlowa) aber wurde zu einem Symbol all der Bürden, die die sowjetischen Frauen zu tragen hatten, um den Krieg zu überstehen. Und sie berührte Millionen auch jenseits der Sowjetunuin. "Die Kranische ziehen" erhielt 1958 die Goldene Palme.

Der womöglich bekannteste Sowjetfilm über den Beginn des Großen Vaterländischen Krieg erzählt die Geschichte zweier Jugendlicher, Veronika und Boris, die sich ineinander verliebten, als gerade der Krieg ausbrach. Trotz aller Liebe zu Veronika folgte Boris dem Ruf der Roten Armee und ging als Freiwilliger an die Frontlinie, von wo aus er niemals zurückkehren sollte. Aber selbst als Boris schon als vermisst galt, hoffte Veronika unermüdlich weiter auf ein Lebenszeichen, selbst als tragische Umstände sie in die Arme von Boris Cousin treiben, der wiederum seine ganz eigenen Hintergedanken hegt.

Sturm auf Festung Brest  (2010)

Dieses historische Kriegsdrama erzählt vom Juni 1941, als die Brester Burg (heute Belarus) gegen die Streitkräfte Nazideutschlands verteidigt werden musste. Die Ereignisse werden aus der Perspektive eines 15-jährigen Jungen erzählt und konzentrieren sich auf drei Widerstandszonen, die sich der Armee des Deutschen Reiches in den Weg stellten. 

Die Handlung folgt streng den historischen Ereignissen. Obwohl klar in der Unterzahl, hielten die Verteidiger der Brester Burg doch immerhin fast einen Monat gegen die Okkupanten aus.

Match (2012)

Dieses Geschichtsdrama handelt von dem sogenannten "Spiel des Todes" zwischen sowjetischen Fußballern und deutschen Soldaten im besetzten Kiew. Der Film zeigt auch den verhängnisvollen Moment henes 22. Juni 1941, als sämtliche Kiewer Bürger an den Lippen des berühmten sowjetischen Nachrichtensprecher Levitan hingen und hören mussten: "Achtung! Hier spricht Moskau! Bürger der Sowjetunion! Wir verlesen eine Meldung der Sowjetregierung. Heute um vier Uhr morgens, ohne jegliche Erklärungen an die Sowjetunion, ohne eine Kriegserklärung, überfielen deutsche Soldaten unser Land..."

Nach Kriegsbeginn versuchten viele Fußballer des FC Dynamo, Widerstand zu leisten. Aber bald schon wurden sie von Partisanen und der Frontlinie abgeschnitten. Anstatt die okkupierte Stadt zu verlassen, entschieden sie sich dafür, in Kiew zu bleiben und nahmen Gelegenheitsjobs bei der lokalen Brotfabrik an. Bis die deutschen Soldaten eine Reihe von "Freundschaftsspielen" gegen die besetzten Einwohner ansetzten.

Im Morgengrauen ist es noch still (1972, 2015)

Diese Verfilmung von Boris Wassiljews gleichnamiger Novelle, die die Geschichte von fünf jungen Frauen der Flugabwehr während des Zweiten Weltkrieges erzählt, wurde zu einem wahren Blockbuster in der Sowjetunuion. Die Mädchen müssen es schon, kurz nachdem sie geradeeinmal gelernt hatten, eine Waffe zu halten, mit einer großen Gruppe von Nazis aufnehmen und überwältigenden Mut in ihrem Kampf gegen den Feind zeigen. 

… und morgen war Krieg (1987)

Diese Drama spielt in den 1940er Jahren, als eine Welle politischer Repression durch die Sowjetunion rollte - einer Zeit, in der allein das Lesen von Sergej Jessenins Gedichten als Hochverrat gewertet werden konnte. Eine Gruppe von Schülern bilden sich gerade ihre Vorstellungen von Freundschaft, Gerechtigkeit und Pflichtgefühl - Werte, die vor dem Hintergrund der Säuberungen durch den NKWD und die herrscherische Staatsideologie immer illusorischer werden. 

Der Krieg bricht erst in der letzten Filmszene aus, als eine Protagonistin den Vater eines Mitschülers zu beruhigen versucht, dessen Sohn gerade Selbstmorg begangen hatte, weil er als Volksfeind abgestempelt worden war. "Nächstes Jahr wird sicher ein glücklicheres Jahr, Sie werden sehen", sagt das Mädchen, während die Soldaten im Marschritt zur Verteidigung des Landes gegen die feindlichen Truppen an die Front ziehen.

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