Menschenkette durchs Baltikum, Hitler-Stalin-Pakt und neue Kreml-Sterne

The supermoon rises over the stars of Moscow's Kremlin towers in Moscow August 10, 2014. Occurring when a full moon or new moon coincides with the closest approach the moon makes to the Earth, the Supermoon results in a larger-than-usual appearance of the lunar disk.

The supermoon rises over the stars of Moscow's Kremlin towers in Moscow August 10, 2014. Occurring when a full moon or new moon coincides with the closest approach the moon makes to the Earth, the Supermoon results in a larger-than-usual appearance of the lunar disk.

Reuters
In der Rubrik "Geschichte Tag für Tag" können Sie sich gemeinsam mit RBTH an besondere historische Ereignisse mit und um Russland herum erinnern.

23. August 1989:

Um für die Unabhängigkeit der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen von der Sowjetunion zu demonstrieren, bildeten am 23. August 1989 rund zwei Millionen Menschen den sogenannten Baltischen Weg, eine Menschenkette über eine Länge von 600 Kilometern: von Tallinn über Riga nach Vilnius. Die "Baltische Kette" wurde genau 50 Jahre nach dem Stalin-Hitler-Pakt gebildet.

 

23. August 1939:

In Moskau unterzeichneten Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der sowjetische Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Wjatscheslaw Molotow, den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, auch bekannt als Hitler-Stalin-Pakt. Der Vertrag garantierte dem Deutschen Reich die sowjetische Neutralität bei einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Polen und anderen westlichen Staaten. Ein geheimes Zusatzprotokoll „für den Fall einer territorial-politischen Umgestaltung“ gestattete es der Sowjetunion, im Ersten Weltkrieg verlorene Territorien des Russischen Zarenreiches wiederzugewinnen. Es erklärte Ostpolen, Finnland, Estland und Lettland zur sowjetischen Interessensphäre, Westpolen und Litauen zur deutschen.

In der Sowjetunion der Nachkriegszeit wurde die Existenz des geheimen Protokolls geleugnet, sogar von Molotow selbst bis zu seinem Tod. Erst mit Beginn von Perestroika und Glasnost mitte der 80er Jahre wurde es möglich, die Zusammenhänge vollständig zu untersuchen.

Am 24. Dezember 1989 verurteilte der Volksdeputiertenkongress der UdSSR den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt und seine Zusatzprotokolle und erklärte die beiden Dokumente “rechtlich unhaltbar und ungültig von dem Moment an, da sie unterzeichnet wurden”.

 

23. August 1935:

Das Politbüro des Zentralkomitees der KPdSU beschloss, die zweiköpfigen Adler als Symbol des zaristischen Russlands auf den Kremltürmen bis zum 7. November 1935 durch Sowjetsterne zu ersetzten. Die Doppeladler waren den neuen Sowjetbehörden ein Dorn im Auge und die neue Epoche der russischen Geschichte sollte durch ein neues Symbol repräsentiert werden. Doch mit der Zeit verloren die Sterne auf den Türmen Spasskaja, Borowizkaja, Nikolskaja und Troizkaja an Glanz. Niederschläge schwärzten die Edelsteine. Deshalb wurden im Jahr 1937 zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution die Sterne neu installiert. Gestaltet hat sie der künstlerische Leiter des Bolschoj-Theaters Fedor Fedorowskij und seine Idee war es, den Sternen ihre charakteristische rubinrote Farbe zu verleihen. Das eigens dafür entwickelte, gegen Wind und Wetter resistente, nur für rote Lichtstrahlen durchlässige Glas stellte der Glasermeister Nikanor Kurotschkin her. Damit das Licht gleichmäßig verteilt wird, wurden die Sterne doppelt verglast. Die innere Schicht bestand aus Milchglas, die äußere war rubinrot. In den Kriegsjahren wurden sie ebenso wie der restliche Kreml getarnt.

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