Tipps für den Alltag: Wie man als Ausländer auf einem russischen Markt überlebt

Moskva Agency
Sich auf russischen Märkten zurechtzufinden, kann manchmal etwas furchteinflößend und verwirrend sein. Deshalb hat Russia Beyond ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen auch Sie in Russland an die frischesten Waren kommen.

In Russland allgemein und in Moskau im Speziellen gibt es viele tolle Lebensmittelmärkte, auf denen man eine große Auswahl an lokalen und ausländischen Lebensmitteln kaufen, aber auch Freunde treffen kann. Wir geben Ihnen im Folgenden ein paar Tipps an die Hand, mit denen Sie sich dort zurechtfinden können und das bekommen, was Sie wollen.

  1. Freunden Sie sich mit dem Verkäufer

Wenn sie einen bestimmten Markt mehr als einmal besuchen, können Sie sich nach und nach mit den Verkäufern bekannt machen und eventuell sogar einen Preisnachlass erhalten. „Es ist immer besser, bei dem gleichen Verkäufer einzukaufen und so einen Draht zu ihm zu bekommen“, rät die Moskauerin Daria Sokolowa.

Freundliche Verkäufer können einem zusätzlich Tipps geben, wo man die besten Lebensmittel bekommt, und die beste Ware sogar für einen zurücklegen. Viele Käufer und Verkäufer kennen sich schon seit Jahren.

Fragen Sie auch die Einheimischen nach den besten Orten, um verschiedene Produkte zu kaufen. In Moskau zum Beispiel wird oft empfohlen, das Fleisch auf dem Dorogomilowski-Markt (Kiewskaja Metro) zu kaufen. Gutes Obst und Gemüse gibt es auf dem Moskoworetski-Markt (Nachimowski Prospekt Metro) und die frischesten Meeresfrüchte auf dem Tscherjomuschinski-Markt (Akademitscheskaja Metro).

Ein paar hilfreiche Sätze hierbei sind zum Beispiel: „Wy mogli by posowetowat, gde lutsche kupit mjaso/owoschi/frukty?“ („Können Sie mir vielleicht sagen, wo man am besten Fleisch/Gemüse/Obst kaufen kann?“); „Po kakim dnjam u was sawos?“ („An welchen Tagen kommen bei Ihnen die Lieferungen mit neuer frischer Ware?“).

  1. Überprüfen Sie immer den Preis

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ lautet ein bekanntes russisches Sprichwort. Auch wenn niedrige Preise zunächst verführerisch wirken, sollte man sich immer fragen, warum sie so niedrig sind. Es könnte eine Falle sein.

Trauen Sie sich ruhig, Ihre eigene Waage zum Markt mitzunehmen. In manchen russischen Läden und Supermärkten findet man auch Kontrollwaagen („Kontrolnyje wesy“), auf denen man seine Ware wiegen kann.

Ein paar hilfreiche Sätze hierbei sind zum Beispiel: „Skolko eto stoit?“ („Wieviel kostet das?“); „Eto sa odin kilogram?“ („Ist das für ein Kilogramm?“).

  1. Suchen und packen Sie sich Ihr Essen selbst ein

Lebensmittelmärkte haben den Vorteil, dass die Ware gewogen und nach Gewicht verkauft wird, man kann also auch kleine Mengen seltener Gewürze kaufen, die normalerweise nur in großen Packungen erhältlich sind. Bei Lebensmitteln wie Nüssen, Kräutern, frischem Obst und Gemüse kann man darüber hinaus seine Verkäufer selbst wählen und so die frischeste Ware kaufen.  

Ein hilfreicher Satz hierbei ist zum Beispiel: „Ne mogu li ja wybrat jabloki sam (männlich)/sama (weiblich)?“ („Könnte ich vielleicht die Äpfel selbst aussuchen?“)

  1. Feilschen Sie um den besten Preis

Neben den regulären Märkten haben viele Städte auch Wochenend- und Feiertagsmärkte, bei denen einheimische Bauern und Produzenten aus den Nachbarregionen ihre Lebensmittel verkaufen. In Moskau gibt es die Wochenendmärkte fast in allen Teilen der Stadt, der größte befindet sich jedoch auf dem Prospekt Mira (Prospekt Mira Metro). Dort findet man alles in unglaublich frischer Qualität, direkt von den Feldern. Man kann auch mit dem Verkäufer handeln. Die Tradition zu feilschen ist in Russland zwar nicht so entwickelt, wie in den östlichen Ländern, aber der Verkäufer kann Ihnen einen guten Preisnachlass geben, wenn Sie einen Großeinkauf machen oder kurz vor Feierabend auftauchen und die Reste mitnehmen. Das Wichtigste dabei ist es, höflich zu sein und zu lächeln.

Ein paar hilfreiche Sätze hierbei sind zum Beispiel: „Moschno li podeschewle?“ („Geht es auch günstiger?“); „Eto otschen dogoro dlja menja.“ („Das ist zu teuer für mich.“); „U menka net stolko deneg s soboi.“ („Ich habe nicht so viel Geld bei mir.“).

  1. Vergessen Sie Ihr Bargeld nicht

Bei vielen Privatverkäufern kann man nicht mit Kreditkarten oder Apple Pay zahlen. Vergewissern Sie sich also, dass Sie genügend Bargeld dabei haben, und behalten Sie Ihren Geldbeutel im Augen. Auf den Märkten sind gerne mal Taschendiebe unterwegs.

Ein paar hilfreiche Sätze hierbei sind zum Beispiel: „Ja mogu zaplatit kartoj/nalitschnymi?“ („Kann ich mit Karte/mit Bargeld zahlen?“); „Sdachi ne nado, spasibo!“ („Behalten Sie den Rest, danke!“).

  1. Probieren Sie die neue Küche

Manche alte Märkte haben sich mittlerweile in wirklich angesagte Orte verwandelt, scheuen Sie sich also nicht davor, zum Beispiel dem Danilowski-Markt (Tulskaja Metro) einen Besuch abzustatten. Die Moskauer beschweren sich zwar über seine hohen Preise, aber dort kann man zweifellos die beste vietnamesische Pho-Suppe, den besten marokkanischen Humus und die beste Erdnussbutter kaufen.

„Dieser Ort ruft ein Gefühl des Wohlbehagens, der Ästhetik, der Energie und des Geschmacks hervor“, schreibt die Internetnutzerin Janina Wolkowa auf Facebook. „Dieser Lebensmittelmarkt beeindruckt mit seiner Vielfalt – Hamburger, Austern, Krabbensuppe, Hikali, Pelmeni, Nudeln, Steaks, armenisches, zyprisches und, mein liebstes, vietnamesisches Essen: All das ist dort zu finden! Es ist eine Oase des Essens!”

Ein paar hilfreiche Sätze hierbei sind zum Beispiel: „Ne mogli li Wy mne prinesti sup Pho, poschalusta?“ („Könnten Sie mir die Pho-Suppe bringen, bitte?“); „Schto u Was samoe wkusnoe?“ („Was ist das Leckerste bei Ihnen?“); „Spasibo, bylo otschen wkusno!“ („Danke, es war sehr lecker!“).

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