Schätze der Moskauer Metro: Die Gelbe Linie, wo noch mystische Kreaturen leben

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BORIS JEGOROW
Die ersten Stationen der Kalinin-Linie („gelbe Linie“) wurden am 30. Dezember 1979 eröffnet, ein halbes Jahr vor den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau. Sie zieren Symbole der sowjetischen Epoche, Geschöpfe der slawischen Mythologie sowie schon vor Millionen Jahren ausgestorbene Organismen.

Nowogirejewo

Noch vor Inbetriebnahme der Station Nowokosino im Jahr 2012 war Nowogirejewo die letzte Station der Linie und die nächstgelegene Station der an Moskau angrenzenden Stadt Reutow. Deshalb sind die Säulen und Wände der Station mit bunten Friesen geschmückt, die der Natur des Moskauer Gebiets gewidmet sind.

Perowo

Im hellen Ton entworfen, will der Innenraum der Station ein Gefühl von Leichtigkeit und Weite schaffen. Die Dekoration ist den mythologischen Tieren gewidmet. An den Wänden der Station befinden sich vier Paare von geschnitzten Tafeln. In der Mitte jeder Steintafel befindet sich ein Bild, dessen Stil auf die russische Volkskunst zurückgeht. Auf einem der Paare sind ein Märchenvogel Gamajun und ein Löwe dargestellt.

Chaussee Entusiastow

Vor der Revolution 1917 trug die heutige Chaussee Entusiastow den Namen Wladimir-Trakt. Entlang der umgangssprachlich als “Wladimirka“ bezeichneten Straße marschierten damals die Sträflinge, die in Wladimir nach Sibirien zu Zwangsarbeiten geschickt wurden. Deshalb wurde der Kampf um die Freiheit im Russischen Reich zum Hauptmotiv der gleichnamigen Station. In der Vorhalle befindet sich die Skulpturenkomposition "Flamme der Freiheit ", wo riesige Steinhände ihre Fesseln zerbrechen.

Die Tafeln an den Wänden sind mit dem Revolutionsthema verbunden: ein brennendes Anwesen, der Senatsplatz in Sankt Petersburg, die Peter-und-Paul-Festung, Gewehre und rote Flaggen.

Awiamotornaja

Die Dekoration der Station ist dem Flugzeugbau gewidmet. Die Metallskulptur zeigt Ikarus, den berühmten Helden der griechischen Mythologie, der aufsteigende Luftströme zum Aufstieg nutzt. Das Dach der Halle ziert eine dekorative Kuppel, die in Gold anodisiert wurde.

Iljitsch-Platz

Die Station ist nach dem Vatersnamen des Revolutionsführers Wladimir Lenin benannt und wird natürlich auch von einer Büste Lenins in der Halle geziert. Das interessanteste Merkmal des Innenraums aber sind die Säulen aus rotem Marmor, wo echte Fossilien alter Crinoiden, Ammoniten und Brachiopoden zu sehen sind.

Tretjakowskaja

Die Station ist nach der weltberühmten nahegelegenen Tretjakow-Galerie benannt. Die Architektur der zwei Hallen der Tretjakowskaja unterscheidet sich voneinander, weil sie zu unterschiedlichen Zeiten erbaut wurden. Die Pylone und Wände der im Januar 1971 eröffneten Südhalle sind mit grauem Marmor verziert. Die Wände der Nordhalle, die 15 Jahre später, im Januar 1986, eröffnet wurde, sind mit rosa Marmor, Bronzereliefs russischer Künstler, Bildhauer und Ikonenmaler dekoriert.

Park Pobedy

Die Metro-Station Park Pobedy (Siegespark) war einer der Moskauer Metro-Langbauten: Im Jahr 1990 begonnen, wurden die Bauarbeiten einige Jahre später wegen fehlender Finanzierung eingefroren.

Die Station wurde dann erst am 6. Mai 2003 eröffnet. Sie hat die längsten (126 Meter) Rolltreppen in der Moskauer Metro und besteht aus zwei unabhängigen Hallen, die durch zwei Übergänge miteinander verbunden sind.

Die Dekoration erinnert an die Siege Russlands in zwei Kriegen: Dem Großen Vaterländischen Krieg (1941-1945) war ein Wandbild in der Nordhalle gewidmet gewesen, das jedoch im Zuge des Baus des zweiten Ausganges 2015 demontiert wurde. Das zweite Wandbild in der Südhalle zeigt den Sieg im Patriotischen Krieg von 1812 gegen Napoleon.