Schätze der Moskauer Metro: Mit der Grauen Linie auf den Spuren der alten Hauptstadt

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BORIS JEGOROW
Die Serpuchowsko-Timirjasewskaja-Linie, kurz “Graue Linie”, war mit 41,2 Kilometern bis Ende 2009 die längste Linie des Moskauer U-Bahn-Netz. Die Stationen sind dabei gar nicht grau, sondern bunt und interessanten Themen und Persönlichkeiten der russischen Geschichte gewidmet.

Sawjolowskaja

Die Station Sawjolowskaja ist der Geschichte des öffentlichen Verkehrs gewidmet. Die vier Kobaltmosaike an zwei Wänden der Halle zeigen eine Pferdekutsche, zwei Lokomotiven und einen E-Regionalzug

Mendelejewskaja

Diese Station wurde von sowjetischen Chemikern mitgestaltet und ist dem berühmten russischen Wissenschaftler Dmitrij Mendelejew gewidmet. Darum kann man hier ungewöhnliche Bilder der Elektronendichte von Molekülen an den Wänden finden. Die Leuchter wurden in Form von Kristallgittern entworfen. Ein Mosaik mit Bildnis Mendelejews selbst ziert das südliche Ende der Halle.

Am 17. Februar 2007 wurde hier auch ein Denkmal für obdachlose Hunde errichtet, nachdem ein Hund namens “Junge”, der lange an dieser Station lebte, im Jahr 2001 getötet wurde.

Zwetnoj Bulwar

Das ist die nächstgelegene Station zum ältesten Moskauer Zirkus am Zwetnoj-Bulwar. Die Station greift das Zirkusthema auf. In der Unterführung zum Beispiel kann man eine riesige farbenfrohe Glasmalerei mit dem Titel "Zirkusartisten" sehen.

Tschechowskaja

Bewunderer von Werken des großen russischen Schriftstellers Anton Tschechow schätzen die Station. Die Wände sind mit Mosaikbildern nach den Werken Tschechows geschmückt. Die Lampen sind mit metallischen Blumensträußen drapiert.

Borowizkaja

Diese Station im historischen Herzen der russischen Hauptstadt trägt ihren Namen zu Ehren eines der nahegelegenen Kreml-Türme. Der Kreml ist darum auch Hauptmotiv der Dekoration. Der weiße Marmor symbolisiert den Kreml, dessen Mauer noch in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus weißem Stein erbaut worden waren. Erst ein 100 Jahre später errichteten italienische Meister die heute noch bestehenden Mauern und Türme aus rotem Backstein. Darauf verweisen die Durchgänge an den Bahnsteigen, die mit rotem Backstein verziert sind.

Am Ende der Halle befindet sich eine große Keramikwandbild, die der Freundschaft der Völker der Sowjetunion gewidmet ist. Es zeigt eine Baumkrone in Form einer Karte der UdSSR, die aus dem Moskauer Kreml wächst. In der Krone sind 15 Vertreter aller sowjetischen Nationen in Trachten - von Zentralasien bis zum Baltikum.

Während der Bauarbeiten wurde in der Station ein rotes Backsteinhaus entdeckt. Nicht nur Wände und Fenster waren erhalten, sondern auch Möbel und Haushaltsgegenstände. Außerdem folgte eine Reihe archäologischer Funde, wie z.B. verschiedene Keramikgegenstände und sogar Tonpfeifen.

Nagatinskaja

Fast die gesamte Wandfläche der Station Nagatinskaja erzählt in riesigen Bildern von der Geschichte der alten Hauptstadt: vom hölzernen Moskau des Mittelalters bis zur Stadt aus weißem Stein; vom Baubeginn des Kremls und der Errichtung zahlreichen Kirchen.

Tschertanowskaja

Wöhrend Nagatinskaja das alte Moskau darstellt, präsentiert Tschertanowskaja die Errichtung des neuen sowjetischen Moskau. Ein riesiges Mosaik zu diesem Thema ist in der südlichen Vorhalle zu sehen.

Nachimow-Prospekt

Die Station ist dem russischen Admiral Pawel Nachimow gewidmet, der mit dem Sieg über die osmanische Flotte in der Schlacht von Sinop (1853) in die Geschichte gegangen ist.

Über einem der Ausgänge hängt ein riesiges Medaillon mit dem Profil des Admirals. Auf der gegenüberliegenden Seite der Halle befindet sich eine Skulptur von Schiffsbug und Anker.

Sewastopolskaja

Hier steht Sewastopols heroische Geschichte während des Großen Vaterländischen Krieges im Mittelpunkt. Zahlreiche bunte Mosaike mit Bildern der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und der sowjetischen Schwarzmeerflotte sind an den Wänden zu sehen.