Survival-Tipps: Wie finde ich das richtige Ticket für die Moskauer Metro?

Fahrkarten aus Papier und Metallmarken gehören in Russland mittlerweile schon fast völlig Vergangenheit an. Den Moskauer Nahverkehr können Sie sogar schon mit Smartphone oder speziellen Armbändern nutzen. Russia Beyond hilft Ihnen bei der Suche nach dem für Sie "maßgeschneiderten" Ticket.

In Moskau können die Metrofahrgäste seit dem 31. Oktober ihre "Troika"-Karten - Prepaid-Karten zur Nutzung aller städtischen ÖPNV-Mittel - nun auch per offizieller Moskauer Metro App aufladen. Dazu müssen die Benutzer nur die App herunterladen und das Geld via NFC-Verbindung überweisen. Aber das ist längst nicht die modernste Zahlweise.

Die Troika-Karte

Die Troika-Karte ist die bei Weitem bequemste Option, den öffentlichen Nahverkehr in der russischen Hauptstadt zu nutzen. Diese Plastikkarte ist fünf Jahre lang gültig, man muss sie also nach der Rückkehr einer Russlandreise nicht wegwerfen. Sie kann in der Moskauer U-Bahn, innerhalb des Moskauer Zentralrings, in den Straßenbahnen, Bussen und Trolleybussen genutzt werden.

Eine Fahrt kostet 35 Rubel (50 Cent). Sollten Sie innerhalb von 90 Minuten jedoch umsteigen müssen, kostet Ihre nächste Fahrt nur 19 Rubel (28 Cent).

Die Troika-Karte kann entweder an den Schaltern in den U-Bahn-Stationen, an Automaten oder mit der Moskauer Metro App aufgeladen werden. An den Schaltern werden sowohl Bargeld- als auch Kartenzahlungen angenommen.

Laut der offiziellen Webseite der Moskauer Metro liegt der Maximalbetrag der Karte bei 3000 Rubeln (44 Euro). Sollte bei Ihrer Abreise aus Moskau nicht das gesamte Guthaben aufgebraucht sein, kann man sich den Restbetrag auszahlen lassen – allerdings nur bei den Metro-Service-Zentren. Diese finden Sie auf der Ulitsa 1905, der Goda Straße 25 oder auf der Staraja Basmanaja Straße 20/1. Diese sind täglich von jeweils 8-20 Uhr geöffnet.

Ihr aktuelles Kartenguthaben können Sie mit Hilfe der App oder an den kleinen gelben Terminals in den U-Bahn-Stationen abrufen.

Zu beachten ist dabei, dass die Karte laut U-Bahn-Regeln immer nur von einer Person benutzt werden kann und jede Person jeweils eine eigene Karte besitzen muss. Sollten Sie beim Schwarzfahren erwischt werden, droht Ihnen eine Strafe von 1 000 Rubeln (15 Euro).

Sie erhalten die Troika-Karte in jedem U-Bahn-Kiosk oder Fahrkartenautomaten. Die Karte gibt es umsonst, Sie müssen jedoch 50 Rubel (73 Cent), Pfand hinterlegen, die Sie bei der Kartenrückgabe zurückerhalten.

Das Jediny-Ticket

Diese rote Papierkarte kann für ein, zwei, 20, 40 oder 60 Fahrten im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden. Ihr Preis richtet sich nach der Anzahl der Fahrten und beträgt zwischen 55 Rubel (82 Cent) und 28 Rubeln (41 Cent). Je mehr Fahrten sich auf der Karte befinden, desto billiger werden sie. Wer also plant, den öffentlichen Nahverkehrt häufig zu nutzen, sollte das 60er-Ticket für 1 700 Rubel (26 Euro) nehmen. Abgesehen von den nur fünf Tage gültigen Einer- oder Zweier-Tickets sind alle Tickets 90 Tage gültig.

Wenn Sie nicht vorhaben, mit der U-Bahn zu fahren, können Sie auch ein Ticket erwerben, das nur für den Transport auf der Straße gilt. Dieses dunkelblaue Ticket mit der „TAT“-Aufschrift kostet 1 150 Rubel (16 Euro) und kann für 60 Fahrten verwendet werden.

Sie erhalten das Jediny-Ticket in jedem U-Bahn-Kiosk. Die Zweier-Karten können zudem auch an den Fahrkartenautomaten erworben werden.

Seit Oktober bekommen Sie, wenn sie mehr als zehn Fahrten kaufen, direkt eine Plastik-"Troika"-Karte, die Sie dann beliebig mit Geld aufladen können.

Die Tageskarte

Die Einwohner Moskaus kaufen sich oftmals Fahrkarten für bestimmte Zeiträume: für 30 bzw. 60 Tage oder für zwölf Monate, die sie ohne Einschränkung, so oft wie sie wollen, nutzen können. Die Moskauer Metro bietet darüber hinaus spezielle Touristenfahrkarten an, die für jeden Bereich des öffentlichen Nahverkehrs uneingeschränkt gültig sind. So gibt es für 210 Rubel (3,10 Euro) die Ein-Tages-Karte, für 400 Rubel (10 Euro) die Drei-Tages-Karte und für 800 Rubel (12 Euro) die Wochenkarte.

Sie erhalten diese Fahrkarten in jedem U-Bahn-Kiosk.

Die 90-Minuten-Fahrkarte

Diese Fahrkarte ermöglicht es Ihnen, die U-Bahn und die anderen öffentlichen Verkehrsmittel 90 Minuten lang uneingeschränkt zu benutzen. Es gibt sie für eine, zwei sowie für 60 Fahrten. Die Kosten betragen 65 Rubel (ein Euro), 130 Rubel (zwei Euro) bzw. 2650 Rubel (40 Euro).

Die 90-Minuten-Fahrkarte lohnt sich demnach vor allem, wenn Sie in kurzer Zeit mehrmals umsteigen müssen und kann eine sinnvolle Ergänzung zur Troika-Karte sein. Darüber hinaus hilft sie, unnötigen Papierverbrauch zu vermeiden.

Die 90-Minuten-Fahrkarte erhalten Sie an jedem U-Bahn-Schalter.

Bezahlung via Smartphone

Besitzer eines Smartphones haben die Option, ihre Fahrkarten via Samsung Pay oder Apple Pay in Verbindung mit der MasterCard oder der Wallet App zu bezahlen. Apple Pay kann zudem auch auf der iWatch installiert werden. Der Preis für eine Fahrt liegt hier bei 40 Rubeln (60 Cent). Mit diesen Apps können auch normale Tickets am Kiosk gekauft werden.

Seit 2016 steht diese Option allen Ringbahn-Stationen und 80 U-Bahn-Stationen in der Stadt zur Verfügung.

In Zukunft soll es dann an allen Moskauer U-Bahn-Stationen via Smartphone bedienbare Ticket-Drehkreuze geben.

Wie es gemacht wird: Installieren Sie Samsung Pay oder Apple Pay auf Ihrem Smartphone und fahren Sie los! 

Schmuck-Tickets

Diese einzigartigen Tickets sind erst seit Kurzem in Moskau erhältlich. Die mit Mikrochips ausgestatteten Armbänder, Ringe und Schlüsselanhänger sind nicht nur ein beliebtes touristisches Souvenir, sondern stellen eine weitere Möglichkeit dar, sich durch die Hauptstadt zu bewegen. Die Kaution für ein Armband beträgt 450 Rubel (sieben Euro), für einen Schlüsselanhänger 350 Rubel (fünf Euro) und für einen Ring 2200 Rubel (33 Euro). Der Preis für eine Fahrt ist mit dem der Troika-Karte identisch.

Wo Sie die Schmucktickets kaufen können: Nur am Souvenirkiosk der U-Bahn-Station „Puschkinskaja“ und in den Souvenirshops der U-Bahn-Stationen „Majakowskaja“ und „Trubnaja“.

Darüber hinaus gibt es noch andere Möglichkeiten, die Mikrochips als Fahrkarten zu benutzen. Im Jahr 2015 implantierte sich der Moskauer Ingenieur Wlad Saizew den Chip in die Hand. Er muss am Drehkreuz also nur winken, um loszufahren. Nichtsdestotrotz empfehlen wir, den öffentlichen Nahverkehr in Moskau auf konventionellere Art und Weise zu nutzen.

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