Nach 65-tägiger Schließung: Moskauer Einkaufszentren und Parks wieder offen (FOTOS)

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ANNA SOROKINA
Ganzkörper-Desinfektionskabinen für Kunden und kein Zutritt ohne Schutzmaske und Handschuhe: Die Moskauer müssen sich nach der häuslichen Selbstisolation nun an die neue Realität gewöhnen.

Am 1. Juni lockerte die Moskauer Stadtregierung das am 28. März eingeführte Selbstisolationsregime aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Einkaufszentren, Autohäuser, Kirchen und Stadtparks wurden nach 65 Tagen wieder geöffnet.

Der Sommer in der russischen Hauptstadt begann mit starken Regenfällen und kalten Winden. Für viele Stadtbewohner, die nun endlich wieder einen Spaziergang unternehmen können, ist das Wetter kein Hindernis, um ihre Häuser zu verlassen.

Alle städtischen Parks mit Ausnahme von Sarjadje in der Nähe des Kremls sind jetzt für Besucher wieder geöffnet. Jedoch Masken und Handschuhe sind weiterhin erforderlich, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, ein Lebensmittelgeschäft oder eine Apotheke betritt. Ohne Maske im Freien droht eine Geldstrafe von 4.000 Rubel (etwa 50 Euro). Die Strafe für den Verstoß gegen Masken- und Handschuhpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln beträgt 5.000 Rubel (etwa 65 Euro).

Wenn man joggen oder Sportübungen im Freien machen möchte, muss dies auch mit einer Maske erfolgen. In der Zwischenzeit ist die gesamte externe Sportinfrastruktur noch geschlossen. Dazu gehören auch Vergnügungsparks, Kinderspielplätze und sogar Bänke. Cafés und Restaurants bieten weiterhin nur Take-Away an.

Neben Parks können Moskauer jetzt auf den Straßen spazieren gehen, aber mit einigen Einschränkungen, die noch bis 14. Juni gelten: Man soll nicht weiter als zwei Kilometer von seinem Zuhause entfernt sein, Spaziergänge sind nur dreimal pro Woche nach dem auf der Website der Moskauer Verwaltung veröffentlichten offiziellen Zeitplan von 9 bis 21 Uhr erlaubt (zweimal an Werktagen und einmal am Wochenende). Die Menschen können jetzt auch wieder Kirchen und Gottesdienste besuchen.

Um an einen anderen Ort zu fahren, muss man immer noch eine digitale QR-Genehmigung (nicht mehr als zweimal pro Woche) vorweisen können. Der Besuch von Supermärkten und Apotheken in der Nähe des Zuhauses ist nicht eingeschränkt. Senioren ab 65 Jahren und Personen mit COVID-19-Symptomen müssen zu Hause bleiben. 

Die Moskauer Behörden erlauben wieder, Fahrräder zu mieten. Sie fordern die Kunden jedoch auf, vor und nach dem Gebrauch Desinfektionsmittel zu verwenden.

Seit dem 1. Juni dürfen wieder über 200.000 Menschen in Moskau arbeiten. Außerdem sind Kleider- und Elektronikgeschäfte eröffnet. Nach den neuen Regeln müssen Kunden und Mitarbeiter Masken und Handschuhe tragen. Es gibt nun auch Schilder, die die Menschen daran erinnern, Abstand zu halten.

In der Zwischenzeit haben einige Einkaufszentren Antivirenmaßnahmen unternommen und begrüßen ihre Gäste erst nach einer „Desinfektion“. Beim Betreten der Kabine wird eine Person mit Dampf von Desinfektionsmitteln behandelt. 

Außerhalb der Stadt, in der Region Moskau, wurden jetzt Baumärkte und Verbrauchermärkte wiedereröffnet. Haar- und Nagelstudios folgen in Kürze. Eine An- und Rückreise aus Moskau ist jedoch nur mit einer QR-Genehmigung möglich.

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