Russischer General: „In Syrien sind unsere Sondereinsatzkräfte tätig“

Der Kommandeur der russischen Armee: „Die Syrer waren kampfmüde.“

Der Kommandeur der russischen Armee: „Die Syrer waren kampfmüde.“

Aleksey Nikolskyi/RIA Novosti
General Alexander Dwornikow, Kommandeur der russischen Streitkräfte in Syrien, gab der „Rossijskaja Gaseta“ Auskunft über den russischen Militäreinsatz in Syrien. RBTH veröffentlicht seine wichtigsten Aussagen.

Was war die Aufgabe?

Unsere Einheiten kamen im September 2015 in die Arabische Republik Syrien mit der Aufgabe, vor Ort die Situation und den Zustand der syrischen Armee zu analysieren.

Welche Situation bot sich vor Ort?

Die Terroristen, etwa geschätzte 60 000 Personen, hatten rund 70 Prozent Syriens erobert. Sie hatten die größten Städte Idlib, Palmyra und Rakka eingenommen.

Die Regierungstruppen waren nach vier Kriegsjahren kampfmüde. Sie konnten den Angriffen der Terroristen kaum standhalten. Die Einwohner flüchteten massenhaft.

Was hat der Syrien-Einsatz der russischen Armee gebracht?

Im Laufe der Militäroperation befreite die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe 400 Ortschaften. 10 000 Quadratkilometer des von den Terroristen kontrollierten Territoriums konnten zurückerobert werden. In Syrien wurden etwa 2 000 Terroristen russischer Herkunft getötet, 17 davon waren Feldkommandeure. 

Zusätzlich zur Unterstützung der syrischen Regierungstruppen und patriotischer Kräfte durch die Luftwaffe leisteten die russischen Streitkräfte Beistand mit modernen Waffen und Militärtechnik, darunter Artilleriesysteme sowie Kommunikations- und Erkundungsmittel.

Innerhalb der syrischen Streitkräfte wurde ein System von Militärberatern mit einem eigenen Leitungsapparat etabliert. Sie erfüllten sehr erfolgreich die Aufgabe, die Truppen der Regierung, kurdische Truppen und andere patriotische Kräfte vorzubereiten.

Der Krieg gegen die Terroristen bekam einen nationalen Charakter. Die Syrer haben verstanden, dass die Terroristen des „Islamischen Staats“ und der al-Nusra-Front geschlagen und besiegt werden können. Es konnten viele Freiwillige für den Kampf gewonnen werden. Zu den Freiwilligentruppen gehören heute Tausende, die gegen den IS kämpfen. Sie haben auch einige Ortschaften in zentralen und südlichen Regionen des Landes von den Terroristen der al-Nusra-Front befreien können. 

Sind in Syrien russische Sondereinsatzkräfte aktiv?

Auf syrischem Gebiet sind auch unsere Sondereinsatzkräfte tätig. Sie kundschaften Angriffsziele für die russische Luftwaffe aus, leiten Kampfflugzeuge zu Zielen in entlegenen Gebieten und führen andere Spezialaufträge aus.

Man darf aber nicht vergessen, dass verschiedene Aufträge in Syrien von ähnlichen Einheiten der US-Armee und anderer Staaten der Koalition ausgeführt werden.

Wer bleibt in Syrien?

In Syrien verbleibt eine nötige Anzahl an Streitkräften, die die Einhaltung der Waffenruhe kontrollieren werden. Sie werden auch die Sicherheit unseres Luftwaffenstützpunkts in Hmeimim und des Marinestützpunkts in Tartus gewährleisten.

 

Wie verläuft der Friedensprozess?

Trotz einiger Verstöße wird die Waffenruhe in Syrien im Großen und Ganzen eingehalten. Besonders erfolgreich verläuft der Friedensprozess in den Provinzen Hama und Homs.

Zum Zeitpunkt meiner Abreise aus Syrien waren 43 bewaffnete Gruppen mit den Bedingungen der Waffenruhe einverstanden und das Waffenstillstandsabkommen wurde von den Ältesten von 51 Ortschaften unterschrieben. Die Zahl wächst ständig.

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