Abenteuer Wildnis: Zehn Tipps für eine Altai-Reise

Kira Kalinina
Eine Reise in den Altai hält, was sie verspricht: Unberührte Natur, schöne Landschaften, reiche Kultur, Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung und eine sprichwörtliche Gastfreundschaft. Hier ein paar Tipps, damit alles gut klappt.

Trotz ihrer Abgelegenheit und ihrer Entfernung von Moskau kommen viele ausländische Besucher in die Altai-Region. Die Berge, Seen, Wälder und die Steppe machen die Altai-Republik und die ganze Region zu einem ganz besonders attraktiven Ziel für Touristen. Hier, an der Grenze zur Mongolei und zu Kasachstan findet man Requisiten aus der Ursprungszeit des Schamanismus, vorgeschichtliche Felszeichnungen und überall Wiesen voller Blumen. Man kann Floßfahren, Wandern, Bergsteigen und in traditionellen Jurten übernachten.

 / Kira Kalinina / Kira Kalinina

1. Anreise

Am bequemsten gelangt man in die Altai-Region per Flugzeug indem man von Moskau in die Hauptstadt der Altai-Republik Gorno-Altaysk (3 800 Kilometer östlich von Moskau) fliegt. Dort kann man ein Auto ausleihen oder eine Tour buchen und in Richtung Süden entlang der Fernstraße Tschuiski trakt in Richtung der Grenze zur Mongolei fahren.

Es gibt auch mehrere Flüge nach Barnaul, Hauptstadt der benachbarten Region Altai. Dieser Flughafen ist größer und besser ausgebaut als jener in Gorno-Altaysk. Hier ist es leichter ein Auto zu mieten und in drei Stunden nach Gorno-Altaysk zu fahren.

 

2. Autovermietung  

Falls Sie anstatt eine Tour zu buchen, lieber ein Auto mieten, dann sollten Sie einen Jeep oder Geländewagen wählen. Der Preis beginnt bei etwa 80 Euro (5 000 Rubel) pro Tag. Obwohl die Fernstraße Tschuiski trakt in einem guten Zustand ist, gibt es auch andere Stellen, wie den See Teletskoye, an dem Sie die Hauptstraße verlassen müssen. Sie sollten auf holperiges Gelände und zusätzliche Herausforderungen bei Regen eingestellt sein, wenn Sich die Wege in Schlamm verwandeln.

Der größte Vorteil die Altai-Region mit dem Auto zu ergründen besteht darin, dass Sie Ihr Zelt mitnehmen und flexibel an jedem Camping-Platz an der Strecke einen Halt einlegen können. Wenn Sie kein Camping-Fan sind, dann sollten Sie vorab ein Hotel buchen. Vergessen Sie nicht, dass es in der Hochsaison von Juni bis August schwierig ist, ein Zimmer im Hotel zu ergattern. Also, reservieren Sie lieber 2-3 Monate im Voraus.

3. Entlang der Seidenstraße

 / Alexander Nerozya / Alexander Nerozya

Die Fernstraße Tschuisky trakt, die 1 000 Kilometer lang ist, beginnt in Novosibirsk und führt über die Region und die Republik Altai hinunter zur Grenze zur Mongolei. Die nördliche Route der Großen Seidenstraße begann hier im 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung.

Der Tschuisky trakt ist die wichtigste und schönste Straße im Altai. An ihrem Wegesrand findet man kleine Dörfer und Berglandschaften. Hinter den schneebedeckten Gipfeln des Mount Belukha beginnt die Steppe.  

4. Beachten Sie die Hinweisschilder  

/ Diana Serebrennikova/ Diana Serebrennikova

Braune Hinweisschilder in Russisch und Englisch führen zu vielen Sehenswürdigkeiten wie den Felszeichnungen am Kalbak-Tash und der Aussichtsplattform am Zusammenfluss der Flüsse Chuya und Katun. Folgen Sie den Hinweisschildern am Tschuisky trakt und schießen Sie einige der schönsten Reisefotos Ihres Lebens.

5. Nehmen Sie sich einen Dolmetscher

Die meisten Dienstleistungen in der Altai-Gegend werden nur in Russisch angeboten. Sie benötigen deshalb einen einheimischen Freund oder einen Englischsprachigen Reiseführer oder Übersetzer um zum Beispiel ein Auto zu mieten. Es kann ja auch sein, Sie wollen eine Wandertour machen oder eine Flussfahrt auf den Flüssen Katun oder Chuya. Auf dem See Teletskoye werden viele Bootsfahrten angeboten. Am Kalbak-Tash gibt es ethnologische Führungen zu den Felszeichnungen, die man unbedingt gesehen haben muss. Um alles zu verstehen, geht es auch hier nicht ohne Dolmetscher.

6. Reden ist Silber, Zuhören ist Gold

/ Anton Agarkov/ Anton Agarkov

Umso weiter Sie in den Altai hineinfahren, umso weniger Englischsprecher und aufdringliche Touristen werden Sie treffen. Oft kann man sich in diesen abgelegenen Gegenden dann nur noch per Handzeichen und Gesten verständigen, was jedoch Ihre Reiseerfahrungen im Altai erweitert. Sie können den traditionellen wandernden Geschichtenerzählern, den kaichi, zuhören, die Sie stundenlang unterhalten oder Sie genießen die himmlische Ruhe unter der Milchstraße in der Steppe.

7. Stellen Sie sich auf Unbequemlichkeiten ein

 / Kira Kalinina / Kira Kalinina

Aufgrund der Tatsache, dass der Altai eine raue Gegend fernab der Zivilisation ist, ist es verhältnismäßig schwierig, die gewohnten sanitären Einrichtungen zu finden. Seien Sie also auf Plumpsklos gefasst und vergessen Sie für einen Moment die Keramikschüssel. Auch Toilettenpapier und warmes Wasser werden Sie kaum antreffen. Die gute Nachricht jedoch besteht darin, dass umso tiefer Sie in das Altai-Gebirge hineinfahren, Sie umso wahrscheinlicher an die saubersten Wasserquellen oder Wasserfälle geschmolzener Gletscher gelangen.

8. Schlagen Sie eine Einladung zum Essen auf keinen Fall aus

 / galiya-cook.livejournal.com / galiya-cook.livejournal.com

Die Altai-Region hat eine hervorragende Küche und eine lange kulinarische Tradition. Die Einheimischen waren lange Zeit Hirten, die sich bestens im Zubereiten von Fleisch auskennen. Sie sind hervorragende Gastgeber für Festmahlzeiten für die eigene Familie und Besucher. Die Einheimischen stellen das Beste was Sie haben auf den Tisch, auch wenn der Gast nur zufällig vorbeigekommen ist und nicht einmal ihre Sprache spricht. Es gilt als unhöflich, eine Einladung zum Essen oder zum Genuss des traditionellen Getränks kumis abzulehnen. Stellen Sie Ihren Magen also lieber auf Hammelfleisch, hausgemachten Käse, Stutenmilch und gold-braune baursaki Donuts ein.

9. Halten Sie nach kleinen Museen Ausschau

 / Legion-Media / Legion-Media

Planen Sie Abstecher in kleine Museen in Ihr Reiseprogramm ein. Sie werden nicht nur interessante Ausstellungsstücke sehen, sondern vor allem interessante Menschen treffen. Die Nachkommen aus den unterschiedlichen Kulturen - Kasachen, Telengiten, Altaier, Russen und Nomaden – unterhalten oft Familienmuseen in ihren eigenen Jurten oder Häusern und lieben es, ihre wertvollsten Stücke zu zeigen und zu erklären – traditionelle Trachten, mit Silber dekorierte selbstgefertigte Sättel ihrer Vorfahren, Drachen zum Trainieren von Adlern sowie  Familienfotos der verschiedenen Generationen und Vieles mehr.

10. Bringen Sie Geschenke mit

 / Legion-Media / Legion-Media

Als Dank für die Gastfreundschaft der Einheimischen, sei es eine Einladung zum Essen oder eine interessante Tour, sollten Sie immer ein kleines Souvenir aus Ihrem Heimatland, das gut in Ihre Tasche oder Ihren Rucksack passt, parat haben. Das können zum Beispiel Ansichtskarten sein oder etwas Süßes oder auch nützliche Gegenstände für Menschen, die täglich an der frischen Luft arbeiten.

Schöne Erinnerungen sind das beste Mitbringsel von einer Reise und auch die Möglichkeit, dass Sie sich noch einmal im Altai begegnen und sich gegenseitig brauchen, ist ja durchaus nicht ausgeschlossen. Kasachische Teppiche mit traditionellen Mustern, regionale Musikinstrumente oder die geheimen Kräuter für einen Nomaden-Tee können ein schönes Andenken an den Altai sein.

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