Das Unesco-Welterbe: 28 russische Ort sind dabei

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Im Juli des Jahres traf sich in Krakau das Weltkulturerbe-Komitee der Unesco. Aus russischer Sicht wurden die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale und das Kloster der Stadtinsel Swjaschsk sowie die Daurischen Landschaften offiziell als Welterbe anerkannt. RBTH hat eine Liste weiterer Kandidaten zusammengestellt.

Groß Pskow

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Russland könnte dem Unesco-Komitee im Jahr 2018 das etwa 700 Kilometer westlich von Moskau gelegene Groß Pskow mit seiner Altstadt und historischen Umgebung vorschlagen. Groß Pskow umfasst über 15 Sehenswürdigkeiten aus Natur, Kultur und Frühgeschichte des alten Russlands. Unter diesen befinden sich das Miroschski-Kloster aus dem 12. Jahrhundert mit seinen einzigartigen Fresken und den Türmen des Kremls von Pskow.

Juriew-Polski

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Die berühmte St.-Georg-Kathedrale in Juriew-Polski, das etwa 200 Kilometer östlich von Moskau liegt, zieht Touristen aus dem ganzen Land an. Einzigartig an der im 13. Jahrhundert erbauten Kathedrale sind deren Weißstein-Schnitzereien.

Die Kathedrale bewahrt ein Kreuz aus Stein, das von Prinz Swjatoslaw in Erinnerung an die Rettung vor der Überschwemmung an der Wolga im Jahre 1224 geschnitzt wurde. Die St. Georgs-Kathedrale kann in die Liste der Unesco-Welterbestätten im Jahr 2019 aufgenommen werden.

"Als Teil des Goldenen Ringes ist Juriew-Polski meiner Meinung nach eine ausgezeichnete Wahl für die Unesco-Liste. Seine reiche Architektur und vor allem die mittelalterliche Kathedrale, widerspiegeln die Geschichte vieler Jahrhunderte vor und nach der mongolischen Invasion. Die kleine Stadt hat viel von seiner Geschichte bewahrt und außerdem ist die natürliche Umgebung eine Reflexion der Schönheit Zentralrusslands ", schreibt Professor William Brumfield in seinem Buch „Architektur am Ende der Welt“.

Pereslawl-Salesski

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Pereslawl-Salesski, etwa 150 Kilometer von Moskau entfernt, wurde von Fürst Juri Dolgoruki in der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet. Die Stadt ist Teil der Goldenen Ring-Route um Moskau. Ihre Verklärungskathedrale (Spaso-Preobrazhenski Sobor) ist bestens geeignet, in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen zu werden.

Die Verklärungskathedrale ist die einzige Kirche aus weißem Stein im nordöstlichen Russland, die fast vollständig erhalten ist. Im 13. Jahrhundert wurde Alexander Newski hier getauft. Da die Kathedrale stark unter der Invasion der Goldenen Horde gelitten hatte, wurde sie restauriert. Theophanes der Grieche malte hier seine berühmte Ikone der Verklärung. Heute ist das Original dieser Ikone in der Tretjakow-Galerie in Moskau zu bewundern, während sich in der Kathedrale eine Kopie befindet.

Gorochowez

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Diese kleine Stadt in der Region Wladimir, etwa 370 Kilometer von Moskau entfernt, wurde im Jahr 2017 in die vorläufige Liste der Unesco-Welterbestätten aufgenommen und könnte im Jahr 2019 in die engere Wahl kommen.

Gorochowez wurde im 10. Jahrhundert von den Slawen besiedelt und gehört ebenfalls zum Goldenen Ring um Moskau.

Die Unesco erklärte, dass das historische Zentrum von Gorochowez ein einzigartiges Ensemble aus archäologischen, geschichtlichen, stadtplanerischen, landschaftlichen und architektonischen Denkmälern sei. Die Unesco-Experten hoben besonders hervor, dass sich die Architektur des historischen Stadtzentrums hervorragend in die Natur einbettet.

"Gorochowez, am hohen Ufer des kleinen Flusses Kljasma gelegen, ist eine der landschaftlich schönsten Städte in Zentralrussland. Zum Glück hat ein Großteil seines Erbes überlebt - nicht nur Kirchen, sondern auch Kaufmannshäuser aus vielen Jahrhunderten. Ich unterstütze die Aufnahme von Gorochowez in die Unesco-Liste“, erklärte Professor Brumfield.

Rostow Weliki (Groß-Rostow)

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Der Kreml von Rostow liegt am Ufer des Nerosees. Seine hohen Festungsmauern mit elf Türmen befinden sich in der Residenz des Metropoliten. Die Tore im Süden und Westen werden von Türmen flankiert.

"Die Residenz des Metropoliten ist eines der schönsten russischen historischen Ensembles. Sie verbindet Meisterwerke der antiken russischen Architektur und monumentalen Malerei", heißt es auf der Webseite der Unesco. Es wurde 1998 in eine vorläufige Liste aufgenommen.

Das Oglachti-Gebirge

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Das Oglachti-Gebirge gehört zum staatlichen Chakasski Naturschutzgebiet und liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Minussinsk (etwa 4 300 Kilometer östlich von Moskau). Im Jahr 2016 wurde das Oglachti-Gebirge wegen seiner „großen wissenschaftlichen als Naturerbe“ nominiert.

Tausende von Felsmalereien aus verschiedenen historischen Perioden, die auf den vertikalen Felsenausläufern und Felsfragmenten zu finden sind, zeugen von Veränderungen in der Umwelt und in den Haltungsmethoden der Tiere. Sie widerspiegeln auch die materielle und intellektuelle Kultur der Völker, die dieses Gebiet bewohnten.

Das Naturschutzgebiet des Kenozero-Sees

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Das Naturschutzgebiet von Kenozero (etwa 900 Kilometer nördlich von Moskau) beeindruckt mit seinen malerischen Seen, Holzkapellen, alten kleinen Dörfern und von eiszeitlichem Schmelzwasser abgetragenen (fluvioglazialen) Hügeln. Aufgrund der geologischen Verhältnisse schließt sich an die Ebene eine besondere Erhebung an, die von weiten Feuchtgebieten und Taiga-Wäldern umgeben ist. Diese Tatsache induziert relative Isolation und eine große Heterogenität der Landschaft.

Das Kenozero Naturschutzgebiet wurde 1991 gegründet. Der Nationalpark verfügt über geeignete Strategien, um die Natur in ihrer Ursprünglichkeit zu bewahren und die historischen und kulturellen Denkmäler zu erhalten. Seit 2004 befindet sich Kenozero auf der Naturerbe-Liste der Unesco.

Die Ilmen-Berge

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Die Ilmen-Berge befinden sich im südlichen Ural in der Region Tscheljabinsk. Die nächste Eisenbahnstaion ist in Miass (etwa 1 600 Kilometer östlich von Moskau). Die Berge sind ein einzigartiges geologisches Phänomen, das für seine seltenen Erden bekannt ist. Hier findet man grobkörniges Eruptivgestein, verschiedene metamorphe und plutonische Gesteine, die durch metasomatische Prozesse modifiziert wurden. Die Ilmen-Berge wurden 2008 in die vorläufige Unesco-Liste aufgenommen.

Die Kommandanten-Inseln

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Das Archipel der Kommandanten-Inseln (etwa 8 000 Kilometer östlich von Moskau) besteht aus 15 Inseln, die sich aus einer vulkanischen Unterwasser-Bergkette, die sich von Alaska bis Kamtschatka erstreckt, erheben. Den größten Teil des Inselgebietes nehmen flache Hügel ein. Die Kommandanten-Inseln bieten eine Mischung aus der russischen und der aleutischen Kultur und sind der einzige Ort in Russland, wo eine Reihe amerikanischer Vogelarten zur Paarungszeit hinfliegt. Im Jahr 2005 wurden die Inseln in die vorläufige Liste der Unesco aufgenommen.

Das große Wasjugan-Sumpfgebiet

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Dies ist das größte zusammenhängende Sumpfgebiet auf der nördlichen Hemisphäre und ist aufgrund seiner Verbreitung ein geographisches Phänomen. Der Große Wasjugan-Sumpf befindet sich innerhalb der Grenzen von vier russischen Regionen: Tjumen, Omsk, Tomsk und Nowosibirsk. Das Sumpfgebiet befindet sich seit 2007 auf der vorläufigen Unesco-Liste.


 

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