Der Goldene Ring in zwölf Archiv-Bildern, die Ihr Herz schmelzen lassen

TASS/Sergei Metelitsa
Der Goldene Ring ist das größte Freiluft-Museum Russlands, wenn nicht gar der Welt. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise in die jüngere Vergangenheit seiner sagenumwobenen Prachtstädte.

Wussten Sie, dass die berühmte Touristenroute des Goldenen Rings in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiert? Die historischen Städte des Nordostens der einstigen Rus bergen viele schöne Erinnerungen.

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Die Geschichte der beliebtesten russischen Touristenroute begann 1967, als der sowjetische Journalist Juri Bitschkow das Konzept eines Ringes historischer Städte rund um Moskau erarbeitete. Die Zeitung „Sowjetskaja kultura“ (deutsch: Sowjetische Kultur) veröffentlichte daraufhin eine Artikelreihe unter dem Titel „Der Goldene Ring“. Der Name der neuen Touristenroute war geboren.

Tatsächlich ist der Verlauf der Städte aber gar nicht ringförmig, sondern besteht aus abstrakt angeordneten Punkten auf der Landkarte. Die Metapher eines goldenen Ringes stellte sich jedoch als anziehend, elegant und sehr russisch heraus. Kaum ein Besucher kann sich heute vorstellen, das Land zu besuchen und dem „Juwel“ des Landes keinen Besuch abzustatten.

Bei der Frage, welche Städte dem Goldenen Ring angehören, streiten sich Geschichtsfreunde und Kulturliebhaber. Einige glauben, nur acht Städte könnten dem ursprünglichen Goldenen Ring zugeordnet werden:

Sergijew Possad, Pereslawl-Salesski, Rostow Welikij, Susdal, KostromaIwanowo, Jaroslawl und Wladimir.

Der Rest der Liste – weitere 17 Städte – ist eher eine Zugabe. Auf dieser Karte können Sie diese finden:

Andere widersprechen und bestehen darauf, dass Russlands Goldener Ring aus zwölf Städten bestehe. Wir verzichten an dieser Stelle darauf, diese alle aufzuzählen.

Trotz seines Alters ist der Goldene Ring jedoch kein fest definiertes Gebilde: 2015 und 2016 wurden mit Kasimow und Kaluga, beide in der Oblast Rjasan gelegen, zwei neue Städte hinzugefügt. 

Die Moskau am nächsten gelegene Stadt auf dem Goldenen Ring ist Sergijew Possad. Sie liegt nur knapp 68 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. Diese französischen Touristen besuchten die Hauptattraktion, das Dreifaltigkeitskloster, im Jahr 1966. Damals hieß die Stadt noch Sagorsk. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erhielt sie ihren ursprünglichen Namen zurück.

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Primaballerina Claire Mott und andere Tänzer der Truppe der Grand Opera Paris besuchten das Dreifaltigkeitskloster im Jahr 1970. 

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Und zehn Jahre später nehmen Kinder an Malunterricht unter freiem Himmel teil. Dieser ist Teil eines Sommercamps in Pereslawl-Salesski im Jahr 1980. Die Stadt ist Moskaus jüngerer Bruder und wurde 1152 von Prinz Juri Dolgoruki gegründet – nur fünf Jahre nachdem er die zukünftige Hauptstadt gegründet hatte. 

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Der Akademiker Sergei Sagrajewski erzählt, dass die Errichtung von Pereslawl-Salesski auf dem sumpfigen Untergrund so kompliziert und teuer war, dass es mit dem Bau Sankt Petersburgs durch Peter den Großen im 18. Jahrhundert vergleichbar sei. Symbolisch ist dabei auch, dass Zar Peter I. seine erste Flotte auf dem Pleschtschejewo-See in Pereslawl-Salesski bauen ließ.

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Junge Jetski-Fans in der Stadt Rybinsk im Jahr 1979. Sie liegt 77 Kilometer von Jaroslawl, der größten Stadt des Goldenen Rings, entfernt. Bis heute kann man hier so Jetski fahren wie die Kids auf dem Foto. Schließlich liegt die Stadt sowohl am Ufer der Wolga als auch des Rybinsk-Wasserreservoirs.

Und Leo Tolstoi teilt seine Weisheit mit jüngeren Generationen… Moment, wie bitte?!

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Natürlich ist dies nicht der Tolstoi von "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina". Aber dieser Mann ist Susdals ältester Einwohner, Eugene Gorbunow, und steht im Jahr 1983 vor dem Kreml der Stadt. Susdal ist eine der ältesten Städte des Goldenen Rings. Erstmals wird sie im Jahr 999 erwähnt. Die Geburtskirche und der kleine weiße Kreml im Zentrum der Stadt sind beinahe 400 Jahre älter als die roten Mauern Moskaus.

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So begrüßte man Touristen in Rostow Welikij: Man trage das beste traditionelle Gewand und serviere ihnen das spezielle Karawai-Brot. Dieses Foto entstand 1983. Der Kreml der Stadt überdauerte hunderte Attacken seit er im Jahr 862 erbaut wurde, und Rostows turbulente Vergangenheit hat viele spannende Entdeckungen für Kultur- und Kunstfans hinterlassen.

Trotz seines bekannten Namens besitzt Rostow einige Orte, die auch in ein Dorf passen würden – zugegebenermaßen eines mit 30 000 Einwohnern. Dazu zählt auch die Wasserstelle nahe der Kirche des Heiligen Johannes, von der Kinder 1972 mit Joch und Eimern Wasser holen. Wenn besonders viele Touristen in die Stadt strömen, kann sich die Bevölkerung der Stadt übrigens schnell auch mal verdoppeln.

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Hier inspizieren die Architektinnen Maria Subbotina und Magdalena Gladkaja im Jahr 1983 Ornamente auf den Wänden der Demetriuskathedrale in Wladimir. Die Kirche aus dem goldenen Zeitalter der Stadt gilt seit dem 12. Jahrhundert als schönstes Gebäude des Ortes und wurde 1992 in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen. Insbesondere seine weißen Dekorationen auf den Wänden und die dramatische Geschichte der Kirche – sie überlebte mehrere Feuer, Zerstörungswellen und eine sogenannte „Renovierung“ im Jahr 1837, der die Treppentürme und Galerien zum Opfer fielen – machen sie so besonders.

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 / RIA Novosti/I. Stin / RIA Novosti/I. StinSo sah das historische Zentrum von Jaroslawl im Jahr 1967 aus. Renovierungen des Verklärungsklosters und des Staatlichen Jaroslawler Museumsreservats für Geschichte, Architektur und Kunst wurden damals durchgeführt.

 / RIA Novosti/A. Vorotynskiy / RIA Novosti/A. Vorotynskiy

Das Kloster der Heiligen Boris und Gleb in der Stadt Uglitsch am Ufer der Wolga hat sich seit dem 17. Jahrhundert kaum verändert. Dieses Foto entstand 1957. Uglitsch wurde durch eine große Tragödie bekannt: Mit dem mysteriösen Tod des achtjährigen Prinzen Dimitri in seiner Residenz in Uglitsch im Jahr 1591 endete die Rurik-Dynastie. Sieben Jahre später fiel das Land in die berüchtigte Zeit der Wirren. Selbsternannte „Prinzen“ tauchten in dieser Zeit im ganzen Land auf und behaupteten, der eigentlich verstorbene Dimitri zu sein.

So etwa so sehen auch Sie heute noch nach einem Besuch des Goldenen Rings aussehen: lächelnd und voller positiver Eindrücke: Herzlich willkommen!

 / RIA Novosti/Mikhail Ozersky / RIA Novosti/Mikhail Ozersky

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