Hier geht es um die Wurst: Die beliebtesten Sorten der Sowjetunion

Kira Lisitskaja (Foto: Leonid Gaidai/Mosfilm,1965; Getty Images; Legion media)
Die UdSSR hatte nicht wirklich eine große Auswahl, wenn es um Würstchen ging (auch nicht bei anderen Lebensmitteln …). Die Sorten „Doktorskaja“, „Livernaja“ und „Tschajnaja" waren jedoch verfügbar und werden auch heute noch gerne gegessen.
  1. Doktorskaja 

Die vielleicht bekannteste und allseits beliebte Wurst in der ehemaligen UdSSR war die „Doktorskaya Kolbasa". Sie ähnelt ein wenig der italienischen Bologna. Sie kam 1936 auf den Markt und wurde für den Verzehr nach einer längeren Hungerperiode empfohlen („für Menschen mit instabiler Gesundheit als Folge des Bürgerkriegs und der zaristischen Despotie"), daher auch der Name, der wörtlich übersetzt „Doktorwurst" bedeutet. Das Rezept enthält Rindfleisch (25 Prozent), Schweinefleisch (70 Prozent), Ei (3 Prozent) und Milch (2 Prozent). Das Fleisch war immer von bester Qualität. In den 1970er Jahren, während des Defizits, begannen einige Hersteller, etwas Fleisch durch Stärke zu ersetzen. Heute gibt es zwar keine Krise, dafür aber noch weniger Fleisch in der Doktorskaja. Stattdessen wird oft Soja verwendet.

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  1. Ljubitelskaja

Die zweitbeliebteste Wurst war die „Ljubitelskaja", eine Brühwurst mit Schweinefett. Sie enthielt laut staatlicher Vorschrift etwas mehr Rind- und weniger Schweinefleisch, bestand aber immer noch zu 25 Prozent aus Schweinefett. Sie kostete auch etwas mehr als die „Doktorskaja".

  1. Liwernaja

Wenn Sie keine Leberwurst mögen, haben Sie wahrscheinlich die sowjetische Variante noch nicht probiert. Es gab drei Versionen in unterschiedlichen Preisklassen. Sie wurde aus 100 Fleisch und Nebenprodukten hergestellt. Man konnte sie braten, als Aufstrich oder Soße für Nudeln verwenden. Dies war auch eine der preiswertesten Würste, so dass die Leute sie oft als Snack zu alkoholischen Getränken kauften. Die billigste Wurst galt früher auch als Leckerchen für Hunde.

  1. Finnische Zervelat

Früher suchte jeder in den Lebensmittelgeschäften nach dieser sowjetischen Legende. Eine Stange Zervelatwurst zu ergattern, war ein wahrer Genuss und normalerweise für feierliche Anlässe reserviert - unter anderem, weil man sie ohne Kühlung lange lagern konnte. Die erste Version der finnischen Zervelatwurst erschien 1980, im Vorfeld der Olympischen Spiele in Moskau. Sie wurde aus Finnland importiert. Die Moskauer fanden Gefallen an dem Geschmack und von da an wurde „Finnische Zervelat" im Land hergestellt.

  1. Ochotnichyi Kolbaski

Man sagt, dass die „Jägerwürste" ihren Ursprung in Polen haben, aber auch die UdSSR hatte ihre eigene Version, als man 1938 begann, sie zu produzieren. Es handelt sich dabei um kleine, geräucherte Würstchen, die sich sehr gut auf einen Campingausflug mitnehmen ließen - daher der Name. Sie brachten den Leuten immer viel Freude - vor allem den Kindern, denn man sah sie nicht oft in den Geschäften.

  1. Krakowskaja

Von allen geräucherten Würsten war die „Krakowskaja", die eine erkennbare Hufeisenform hat, am häufigsten in den Geschäften zu sehen. Sie gehörte zur Kategorie der halbgeräucherten Wurst und war wegen des höheren Fettgehalts wesentlich teurer als die Brühwurst. Nicht jede Familie konnte es sich leisten, sie zum Abendessen oder zum Frühstück auf den Tisch zu stellen. Das Originalrezept der Krakauer Kolbaska (benannt nach der polnischen Stadt Krakau) tauchte im 18. Jahrhundert in Russland auf. Aber erst in der Sowjetunion begann die Massenproduktion. Alle Sowjetrepubliken nutzten ein einheitliches Rezept. Krakowskaja war besonders lecker, wenn sie gebraten wurde.

  1. Moskauer Zervelat

Die halbgeräucherte „Moskowskaja" war sehr beliebt und in Zeiten des Mangels extrem schwer zu finden. Sie war nicht sehr teuer und enthielt 50 Prozent Schweinefett, 25 Prozent fettarmes Schweinefleisch und 25 Prozent Rindfleisch und Gewürze. Die Fettstücke waren gleichmäßig in einer Scheibe verteilt, was eine optisch ansprechende Wurst ergab, die oft auf den Tellern landete, wenn Gäste eingeladen waren.

  1. Odesskaja

Die „Odesskaja Kolbasa" ähnelte der Krakowskaja im Geschmack, war aber preislich erschwinglicher. Das Rezept stammt aus den 1950er Jahren und verlangte im Gegensatz zur Krakowskaja kein hochwertiges Fleisch. Außerdem enthielt sie mehr Knoblauch und schwarzen Pfeffer.

Diese Brühwurst war noch schwieriger zu bekommen als die „Finnische Zervelat“ und wie die Doktorskaja galt sie als eine Wurst der Premiumklasse. Allerdings konnte man sie nicht sehr lange lagern.

  1. Tschajnaja

Obwohl diese Brühwurst aus Schweinefett als zweitklassig galt, wurde sie von vielen gerne zum Frühstück gegessen. Sie konnte auch gekocht oder mit Eiern gebraten werden.

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