Pobeda heißt Sieg: Russische Billigflieger überflügeln weltweite Konkurrenz

Pobeda Airlines Boeing 737-800 lands at Vnukovo airport.

Pobeda Airlines Boeing 737-800 lands at Vnukovo airport.

Vitaliy Belousov/RIA Novosti
Die russische Fluggesellschaft Pobeda darf sich über ein stärkeres Einnahmenwachstum freuen als ihre europäischen und internationalen Low-Cost-Konkurrenten. Auch in anderen Kategorien einer neuen "Airline Business"-Studie liegt der Billigflieger weit vorn.

Eine Pobeda-Boeing 737-800 landet in Moskau-Wnukowo. / Vitaliy Belousov/RIA NovostiEine Pobeda-Boeing 737-800 landet in Moskau-Wnukowo. / Vitaliy Belousov/RIA Novosti

Die russische Fluggesellschaft Pobeda (russisch für "Sieg") gehört zur Aeroflot-Gruppe und spezialisiert sich auf Low-Budget-Flüge im In- und Ausland. Wie das international anerkannte Branchenblatt "Airline Business" nun in einer aktuellen Studie feststellte, ist Pobeda 2016 allen ihren europäischen und weltweiten Kollegen davongeflogen - wenigstens wenn es um das Wachstumstempo des Erlöses geht.

Im Juni hat das Magazin die Ergebnisse des Vorjahres vorgestellt und gezeigt, dass Pobeda einen weltweit am schnellsten steigenden Erlös verzeichnen konnte. Außerdem liegt Pobeda auch in der Kategorie des Auslastungswachstums in Europa vorn. Die Pobeda-Flüge sind demnach zu 88 Prozent ausgelastet - ganzen sieben Prozent mehr als noch 2015.

Und auch die Fluggastenzahlen steigen schneller als bei anderen Airlines: in dieser Kategorie sind die Pobeda-Zahlen dreimal höher als der weltweite Durchschnitt. Während der weltweite Low-Cost-Carrier-Markt laut dem Fachmagazin um 10,8 Prozent wuchs, legte Pobeda hier um 38,7 Prozent zu. 

Erfolgsrezept der "Sieger"

Der große Erfolg von Pobeda im Jahr 2016 kommt derweil nicht von ungefähr: Gleich mehrere Faktoren führten zu diesen überragenden Resultaten. "Aufgrund der weiter sinkenden Einkommen müssen immer mehr Russen bei Flugtickets sparen", kommentiert Pawel Sigal, der Vize-Präsident des Vereins "Opora Rossii" für kleine und mittelständische Unternehmer, gegenüber RBTH. "Es ist offensichtlich, dass aufgrund dieser Bedingungen die Nachfrage nach den Angeboten von Billigfluggesellschaften spürbar anwuchs, was dem Unternehmen dann ein schnelles Einnahmenwachstum bescherte."

Die Ergebnisse seien, so der russische Tele-Trade-Analytiker Mark Goykhman, natürlich auch damit verbunden, dass Pobeda der einzige russische Billigflieger ist: "In den Krisenjahren haben viele ausländische Low-Cost-Carrier das Land wegen fehlender Rentabilität verlassen, zum Beispiel der italienische BluExpress oder der britische EasyJet. Darum hat Pobeda auf dem russischen Markt praktisch keine Konkurrenz mehr."

Und drittens: Pobeda gehört zur Aeoflot-Gruppe. "Das ist wichtig", so Goykhman weiter, "weil so mögliche Ausfälle unter beiden Airlines aufgeteilt werden können." Und letztlich werde die Arbeit von Pobeda eben auch nach den Mitteln der Muttergesellschaft dotiert, also der äußerst erfolgreichen Aeroflot.

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