Russland lässt weltweit einziges schwimmendes AKW zu Wasser

Einige Länder haben bereits versucht, mobile Kernreaktoren zu bauen, darunter auch China und die USA. Aber aktuell hat der russische Konzern Rosatom mit dem schwimmenden 70-Megawatt-Kernkraftwerk „Akademik Lomonossow“ das einzige betriebstüchtige Wasser-AKW.

Der schwimmende Atomreaktor „Akademik Lomonossow", der jüngst in Sankt Petersburg vom Stapel laufen durfte, wird zunächst zum Auftanken an Norwegen vorbei in die nordrussische Stadt Murmansk fahren. Die erste Reise führt dann in die Arktis, wo in der Tschukotka-Stadt Pewek 100.000 Einwohner auf das mobile Stromwerk warten. Das schwimmende AKW soll dort auch die Wasserentsalzungsanlage und Bohrinseln mit Strom versorgen.

Die Bauarbeiten an der „Akademik Lomonossow“ begannen im Jahr 2007. Die Kosten liegen verschiedenen Quellen zufolge bei rund 232 Millionen Dollar. 

Rosatom wollte ursprünglich in Sankt Petersburg tanken, aber einige baltische Staaten und Greenpeace sprachen sich dagegen aus, sodass der Prozess nach Murmansk verlagert wurde. Das Schlüsselproblem, so Greenpeace, ist die Gefahr eines schwimmenden Atomreaktors in dem ohnehin sensiblen und bereits verschmutzten Ozean.

Der schwimmende Reaktor soll das veraltete Kernkraftwerk Bilibinskaja und das Wasserkraftwerk Tschunskaja ersetzen und 2019 voll in Betrieb gehen.

Das erste schwimmende Kernkraftwerk war das in Amerika gebaute MH-1A, das jedoch im Jahr 2014 stillgelegt wurde. Der Druckwasserreaktor war Teil einer größeren Gruppe des Programms der US-Armee, die Energie an entlegene Standorte bringen sollte.

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