Geschichte Tag für Tag: 15. September

V. Parteitag der SED 1958 in Berlin 1. Tag UBz: Beifall nach Referat Walter Ulbrichts. Heinrich Rau, Politbüro der SED; N.S. Chruschtschow, Erster Sekretär des ZK der KPdSU; Walter Ulbricht, Erster Sekretär des ZK der SED, und Ministerpräsident Otto Grotewohl, Politbüro des ZK der SED (v.l.n.r.)

V. Parteitag der SED 1958 in Berlin 1. Tag UBz: Beifall nach Referat Walter Ulbrichts. Heinrich Rau, Politbüro der SED; N.S. Chruschtschow, Erster Sekretär des ZK der KPdSU; Walter Ulbricht, Erster Sekretär des ZK der SED, und Ministerpräsident Otto Grotewohl, Politbüro des ZK der SED (v.l.n.r.)

Bundesarchiv, Bild 183-57000-0139 / CC-BY-SA 3.0
In unserer Rückblick lesen Sie heute über einen besonderen "Fremden in Moskau”, wie Chruschtschow und Eisenhower einst die "deutsche Frage” lösen wollten und wie viele Attentate Zar Alexander II. überlebte.

1993: Michael J. in Moskau

Michael Jackson in Moskau am 15. September 1993

Nur zwei Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion besucht Michael Jackson zum ersten Mal die russische Hauptstadt. Das Open-Air-Konzert seiner Dangerous World Tour fand im Luschniki-Stadion an einem sehr regnerischen Abend statt. Es war so nass, dass die Assistenten während des Auftritts die Bühne ständig abtrocknen mussten.

Nach dem Rückkehr ins Hotelzimmer schrieb Jackson das berühmte Lead "Stranger in Moskau", das 1995 erscheien sollte:

Fühlte mich elend im Schatten des Kremls;

Stalins Grab ließ mir keine Ruhe.

Alles fiel über mich her...

Wenn mich doch wenigstens der Regen in Ruhe lassen würde.

Jackson besuchte Russland nochmals im Jahr 1996.

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1959: Chruschtschow, die USA und die "deutsche Frage”

Nina Chruschtschowa, Mamie Eisenhower, Chruschtschow und Dwight Eisenhower, 1959

Nikita Chruschtschow besucht als erster sowjetischer Regierungschef seit Ende des Zweiten Weltkriegs die USA. Danach schwenkten die Regierungen beider Supermächte auf einen Kurs der „friedlichen Koexistenz“ um.

Ein Hauptthema war das so genannte "deutsche Problem". Chruschtschow war ein Jahr zuvor auf Dienstreise bei den Genossen in der DDR zu Gast gewesen. Und die Sowjetunion war zwar bereit, die Unterzeichnung des Friedensvertrags mit beiden deutschen Staaten zu verschieben. Aber falls die Verhandlungen scheitern sollten, drohte Chruschtschow mit einem einseitigen Friedensvertrag mit der DDR. Dies würde automatisch zum Verlust der Besatzungsrechte der Westmächte in West-Berlin führen.

Die USA erklärten daraufhin, dass sie nichts gegen einen solchen einseitigen Friedensvertrag zwischen der UdSSR und der DDR einzuwenden hätten - aber nur wenn die Streitkräfte der Alliierten in West-Berlin bleiben dürften. Ein Kompromiss über die deutsche Frage wurde nie gefunden.

>>>Wie Nikita Chruschtschow eine Epoche prägte

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1866:  Revolutionär getötet

Am 13. März 1881 fiel Alexander II. einem Attentat zum Opfer.

Am 4. April 1866 versucht der Revolutionär Dmitri Karakosow vor den Toren des Sommergartens in Sankt Petersburg, den Zaren Alexander II. zu erschießen. Er wird verhaftet und in die Peter-und-Paul-Festung gesperrt. Am 15. September 1866 wurde Karakosow gehängt.

Alexander II. wurde mehrmals zum Ziel von Attentaten. Es folgten noch vier weitere Anschläge: Die Terroristen versuchten den Zaren zu erschießen und in die Luft zu sprengen – stets vergeblich. Am 1. März 1881 griff man jedoch das Ehrengeleit des Zaren mit Bomben an. Alexander II. wurde dabei tödlich verletzt und verstarb nach wenigen Stunden. Am Anschlagsort wurde zum Andenken an den Zaren die Auferstehungskirche errichtet – bis heute ein Wahrzeichen Sankt Petersburgs.

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