1945 bis 2018: Acht erstaunliche Fakten über die Moskauer Siegesparaden

Yuriy Somov/Sputnik
In der Vergangenheit fanden die Militärumzüge anlässlich des Tages des Sieges der Sowjetunion über den Faschismus nur an runden Jubiläen statt. Dazu wurden auch Armeevertreter aus den USA, Großbritannien und China eingeladen. Sogar ehemalige Nazi-Soldaten sollen die Ereignisse auf dem Roten Platz schonmal verfolgt haben.

1 Sowjetische Berührungsängste mit Nazi-Bannern

Der Höhepunkt der ersten Siegesparade auf dem Roten Platz am 24. Juni 1945 war, dass originale Banner des Dritten Reiches vor Lenins Mausoleum niedergeworfen wurden. Die Soldaten trugen dabei Handschuhe, um ihren Hass auf den Nationalsozialismus noch zu betonen. Am Ende verbrannten sie sogar die Handschuhe.

2 Stalins miserable Reitkünste aufgedeckt

Stalin sollte eigentlich zu Pferde an der Parade 1945 teilnehmen. Aber bei der Probe fiel er vom Pferd und verletzte sich am Rücken. Deshalb nahm der erfahrene Reiter und Marschall Georgij Schukow, der den Sturm auf Berlin leitete, seinen Platz ein.

3 Bombenhund in Stalins Jacke

Nicht nur Menschen nahmen an der Siegesparade von 1945 teil, sondern auch Tiere wie die Sprengstoffspürhunde. Darunter war auch der Schäferhund Dsulbars, der rund 7000 Minen und 150 Granaten erschnüffelt haben soll. Dsulbars wurde darum „Für seine Verdienst im Kampf" mit einer Medaille ausgezeichnet. Da er aber verwundet war und nicht gehen konnte, bot Stalin seine Jacke an, in der der vierbeinige Freund getragen werden konnte.

4 Umzüge nur alle Jubeljahre

Heute ist die Militärparade jedes Jahr ein unverzichtbarer Bestandteil der Feierlichkeiten zum Siegestag am 9. Mai in Russland. Aber das war nicht immer der Fall. In der Sowjetunion fanden diese Paraden nur viermal statt: 1945, 1965, 1985 und 1990. Nach der Parade von 1995 wurde entschieden, dass die Veranstaltung nicht mehr auf Jubiläen beschränkt sein sollte.

5 NATO-Truppen zu Besuch

Ausländische Militäreinheiten nahmen dreimal an Siegesparaden teil. 1945 wurden Vertreter der Polnischen Volksarmee, die neben der Roten Armee gegen die Nazi gekämpft hatten, eingeladen. Der einzige ausländische General, der an dem Marsch teilgenommen hatte, war der bulgarische Generaloberst Wladimir Stojtschew. 

2010 nahmen polnische Truppen zusammen mit Vertretern der Britischen Walisischen Garde, des 18. Infanterieregiments der USA, des französischen Regiments der Normandie-Niemen und mehrerer Kontingente aus GUS-Staaten teil.

Das dritte Mal, dass ausländische Militäreinheiten in die russische Hauptstadt eingeladen wurden, war 2015 zum 70. Jahrestag des Siegestages. Zehn Länder entsandten Truppen, um an der Parade teilzunehmen, darunter China, Indien, die Mongolei und Serbien.

6 Raketenmodelle gezeigt, aber nie realisiert

Bei der Parade 1965 wurden Modelle dreier Interkontinentalraketen (8K713, 8K96 und 8K99) vorgeführt. Diese Projekte haben jedoch nie das Licht der Welt erblickt.

7 Ex-Nazis bei der Parade

Im Jahr 2005 brachte Bundeskanzler Gerhard Schröder eine Gruppe von Wehrmachtsveteranen zur Parade. Sie trafen sich auch mit Präsident Wladimir Putin.

8 Erste Roboter bei der Parade 2018

An der Parade zum Siegestag 2018 werden erstmals auch Militärroboter teilnehmen: die Uranus-6 Sapper und Uranus-9 Kampfroboter.

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