Streetart-Zentrum Ural? Neun moderne Kunst-Highlights in Perm

4. August 2017 Anna Sorokina
Wie bringt man klassische und moderne Kunst am besten an einem Ort zusammen? Das zeigt uns die Ural-Stadt Perm. Zwischen historischen Denkmälern finden sich hier auch allerhand moderne Schätze.

/ Legion Media/ Legion Media Nahes Glück

"Schastje ne sa gorami", deutsch:  "Das Glück ist nicht mehr weit" titelt der Riesenschriftzug von Boris Matrosow für das ArtPole-Festival 2009 am Ufer des Flusses Kama. Das Festival organisiert das örtliche Permer Museum für Zeitgenössische Kunst, das damals noch von dem berühmten Moskauer Galeristen und Kurator Marat Guelman geleitet wurde.

Heute gilt das Kunstwerk schon als ein Symbol der Stadt: 12 Sekunden wurde es sogar in Kanye Wests Musikvideo "White Dress" von 2012 gezeigt - viele Einstellungen bekam es in dem russischen Streifen "Der Geograf, der den Globus austrank" (2013).

/ Anna Sorokina/ Anna Sorokina

"Ural Lenivez"

/ Anna Sorokina/ Anna Sorokina

Den Künstler Nikolaj Polisskij kenne Sie ja schon aus dem Landart-Park "Nikolaj Lenivez" bei Moskau. In Perm stellte Polisskij 2011 eine übergroßes П - das kyrillische P - in Bahnhofsnähe auf. Das "Permer Tor" wird scherzhaft als Spar-Variante eines eigenen Triumph-Bogens angesehen. Seine vier Seiten schauen in alle vier Himmelsrichtungen in die Welt hinaus.

Street-Bear

/ Anna Sorokina/ Anna Sorokina

Wenn Sie auch noch an die Legende glauben, dass in Russland Bären die Straße entlang spazieren, dann dürfte Sie dieses Kunstwerk auch gar nocht verwundern: Der "Laufende Bär" ist 2006 von Wladimir Pawlenko, einem Bildhauer aus Nischnij Tagil, gebaut worden und steht seitdem mitten im Stadtzentrum auf der Lenin-Straße, neben dem Ural-Hotel.

Freiluft-Galerie

/ Oleg Vorobyov/ Oleg Vorobyov

Am Zaun der Permer Motorenwerke tauchte 2016 eine Art Open-Air-Ausstellung auf. All die Ausstattung für die Flugzeuge zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges, die dort früher gebaut wurden, sind nun noch vor den Toren der Fabriken verewigt. Darunter sind auch die berühmten Su-2- und Tu-2-Bomber. Über einen Kilometer lang schmücken den Zaun nun 19 Jets, fünf Hubschrauber, vier Flugmaschinen und viele weitere Produkte der hiesigen Herstellung.

Salz auf... den Ohren!

/ Oleg Vorobyov/ Oleg Vorobyov

Lange Zeit lebten die Menschen in Perm und Umgebung von der Salzgewinnung. Angeblich trugen die Arbeiter früher das Salz in Tragetaschen auf den Schultern und bekamen davon dann große rote Ohren, weil sich das Salz ständig an ihnen rieb. So bekamen die Permjaks den Spitznamen "Salzohren". Seit 2006 erinnert daran nun auch eine Skulptur nahe dem Prikamje-Hotel auf dem Komsomolskij-Prospekt direkt im Stadtzentrum.

Fischofon

/ Anna Sorokina/ Anna Sorokina

2011 brachte Alexander Schunew ein altes Telefon nach Perm, konstruierte aus ihm einen Fisch und nannte diese Konstruktion "Rybkofon" - ein "Fischofon". Heute hängt der fette Kunstfang am Komsomolskij-Prospekt im Zentrum.

Kopiert ist auch Kunst

 / Anna Sorokina / Anna Sorokina

"Die Komposition": Junge Künstler bemerkten einst, das die Arbeiten des sowjetischen Vorzeige-Konstruktivisten Alexander Rodschenko auf der Permer Kunstgalerie umziehen mussten. Sie nahmen sich ein Herz und kopierten die Arbeit in Metall noch direkt im Hof des Galeriegebäudes.

Schöner bunt und blumig

/ Anna Sorokina/ Anna Sorokina

Graffiti will ja nicht nur schön oder hässlich sein. Es soll auch unschöne Wände verstecken. Diese Ornamente hier von [PVY1]  dekorieren nun die Permer Sibirien-Straße.

Pause bei der Miez

/ visitperm.ru/ visitperm.ru

Erst dieses Jahr tauchte dieses Monument am Permer Komsomolskij-Prospekt 48 auf: eine Katze auf einer Heizung. So sollte einerseits das 75-jährige Jubiläum des örtlichen Energieverteilungssystems gefeiert werden. Und heute nutzen es Permjaks und Gäste der Stadt als ein Pausenort zum Ausruhen.

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