Präsident gesucht! – Russisches Job-Portal schreibt Staatschef-Stelle aus

Fremdsprachen, Patriotismus und Reisebereitschaft: Superjob.ru hat im Vorfeld der Präsidentschaftwahlen eine Stellenausschreibung für den Posten des russischen Präsidenten veröffentlicht.

Vier Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Russland hat das russische Arbeitsstellen-Portal Superjob den Posten des “Präsidenten der Russischen Föderation, Moskau” ausgeschrieben.

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Laut der Stellenbeschreibung muss der Kandidat über 35 Jahre alt sein und seit mindestens zehn Jahren die russische Staatsbürgerschaft besitzen und möglichst auch hier leben. Geschlecht und Ausbildung spielten keine Rolle und Arbeitserfahrung auf einem solchen Posten sei auch nicht vonnöten.

Viel wichtiger sei eine „aktive Position im gesellschaftlichen Leben und Patriotismus“. Von Vorteil sei die Kenntnis wenigstens einer – möglichst europäischen – Fremdsprache. Auch die Kenntnis einer Programmiersprache sei von Vorteil. Außerdem wird von dem Kandidaten Bereitschaft zu häufigen Dienstreisen erwartet.

Zu den Aufgaben des russischen Staatschefs gehörten, wie Superjob auflistet, das Signieren föderaler Gesetze, Abschluss internationaler Abkommen, Begnadigungen, militärische Einsatzbefehle sowie Absetzung und Ernennung von Gouverneuren, Botschaftern und anderen Vertretern des russischen Staates. Außerdem setzt der Präsident die Duma-Wahlen an und, so heißt es übrigens direkt an zweiter Stelle, müsse der Staatschef Krisen und Streits zwischen einzelnen Regierungszweigen sowohl auf föderaler Ebene als auch zwischen verschiedenen Staatsorganen und den einzelnen Gebieten und Republiken im Land lösen können.

Als Arbeitsmittel, so heißt es weiter, würden Dienstflugzeug, Dienstunterkunft und sogar ein Sommerhaus zur Verfügung gestellt, ebenso ein eigenes Büro im Moskauer Kreml. Der Arbeitsweg werde stets staufrei zurückgelegt, verspricht die Anzeige.

Bei Superjob hat diese Stellenausschreibung kurz vor Wahlen bereits Tradition: „Wir möchten gern allen in Erinnerung rufen, dass das Präsidentenamt auch ein Arbeitsplatz ist“, hieß es aus dem Portal gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti. „Millionen Russen können wählen – oder sich wählen lassen.“

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