Von der Dorfeisbahn zu Super Series: Der steile Aufstieg des sowjetischen Eishockeys in Bildern

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In nur acht Jahren haben die Sowjets ein bald darauf weltweit gefürchtetes Hockey-Team aufgebaut: die sogenannte "Rote Maschine".

Bis 1946 wussten die Russen praktisch nichts von Eishockey. Durch die Olympischen Spielen erlangte das Eishockey dann jedoch internationale Popularität und die sowjetischen Sportfunktionäre beauftragten den Bürokraten Sergej Sawin mit einer überraschenden Aufgabe: das unbekannte Spiel zu studieren und zu prüfen, ob es Potential für die Sowjetunion. Sawin ging nach Lettland, wo er in Kanada hergestellte Schlittschuhe, einen Stock, einen Puck und eine Reihe von Hockey-Regeln, die auf Lettisch veröffentlicht wurden, erhielt.

Hockey musste in der Öffentlichkeit getestet werden, um zu sehen, ob das russische Volk etwas für das neue Spiel übrig hatte. Nachdem im Moskauer Petrovsky-Park ein heftiges Match vom November 1946 beendet war, blieben die Zuschauer auf ihren Plätzen. Die Organisatoren versprachen ihnen eine kuriose neue Show: ein Eishockeyspiel. Die beiden Teams waren voll von Studenten, die kaum mit ihren Stöcken umgehen konnten.

Das erste offizielle Eishockeyspiel im damals sowjetischen Russland wurden am 22. Dezember 1946 ausgetragen.

Der Moskauer Eishockey-Club Dynamo wurde 1947 erster russischer Eishockey-Champion .

Dies ist die erste sowjetische Eishockey-Nationalmannschaft vom Jahr 1954. Nur acht Jahre nach dem ersten Spiel zwischen den zwei Amateur-Studententeams debütierten die sowjetischen Athleten bei den Weltmeisterschaften 1954 in Stockholm und gewannen zur allgemeinen Überraschung Gold.

Die unbekannte Mannschaft der Eishockey-Novizen schlug den Favoriten Kanada mit schockierenden 7:2.

Der Sieg am 7. März 1954 markierte den Beginn der legendären Hockey-Rivalität zwischen Kanada und der UdSSR.

Der Hockey-Wettbewerb zwischen der UdSSR und Kanada erreichte seinen Höhepunkt im September 1972, als die berühmte Super Series mit acht Spielen inmitten des Kalten Krieges organisiert wurde.

Die Kanadier gewannen die Oberhand und gewannen die Serie vier zu drei. Paul Henderson traf noch 34 Sekunden vor Spielende. Beispiellose Rivalität und Spannung brachten jeden einzelnen Spieler auf beiden Seiten an seine Grenzen.

Trotz der knappen Niederlage kämpften die Sowjets weiter um die Siegerposition im Welt-Eishockey. Hier sehen Sie die sowjetischen Spieler Walerij Charlamow, Wladimir Petrow, Boris Michailow. Ihre Erfolge zeigt der spätere Kinofilm "Legende 17".

Unter Leitung des legendären Trainers Viktor Tichonow gewann die sowjetische Nationalmannschaft von 1954 bis 1990 22 Goldmedaillen Weltmeisterschaften und 7 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen zwischen 1956 und 1988. Tichonow wurde aber stark für seine fast militärisch anmutenden Trainingsmethoden kritisiert.

Der Wettbewerb zwischen den kanadischen und sowjetischen Nationalmannschaften machte Superstars aus den Spielern. Wladislaw Tretjak, der Torhüter des Teams, wurde zu einem weltberühmten Star. 

Die US-Presse gab der sowjetischen Nationalmannschaft den Spitznamen "Rote Maschine". Mike Eruzione, Kapitän der US-Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen 1980, sagte, die Sowjets hätten nie gelächelt, nicht einmal beim Tor. "Sie waren wie Roboter", so Eruzione. Der fragwürdige Spitzname beleidigte zunächst einige der Spieler, später wurde er eine weltberühmte Marke.

Die sowjetische Eishockey-Nationalmannschaft hörte zusammen mit der UdSSR auf zu existieren. Die russische Nationalmannschaft ist der offizielle Nachfolger der berühmten Roten Maschine. 

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